Kritik aus der Ukraine

03. September 2018 18:23; Akt: 03.09.2018 18:28 Print

Kneissl-Hochzeit hat Kurz' Ansehen "geschadet"

Während das offizielle Österreich betont, dass Putins Anwesenheit bei der Kneissl-Hochzeit rein privat war, kommt Kritik aus der Ukraine.

Bundeskanzler Sebastian Kurz mit Außenministerin Karin Kneissl anlässlich ihrer Hochzeit in der Steiermark. (Bild: picturedesk.com)

Bundeskanzler Sebastian Kurz mit Außenministerin Karin Kneissl anlässlich ihrer Hochzeit in der Steiermark. (Bild: picturedesk.com)

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Der Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kiew, Marcel Röthig, äußert sich kritisch über Putins Anwesenheit bei der Hochzeit von Außenministerin Karin Kneissl im August in der Steiermark.

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Damit habe sie "ihr Amt mitgeschädigt, wenn es um die Ukraine geht", sagt er.

Besuch wird die Lage nicht verbessern
Mit seinem Besuch in Kiew, der am Dienstag ansteht, werde Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die Lage auch nicht verbessern können. Er werde "einiges an Scherben zusammenkehren müssen. Ob ihm das gelingt, ist fraglich. Ich finde, der Schaden ist eigentlich schon zu groß", sagt Röthig gegenüber der "APA".

Kurz könne nichts mehr retten. In Anspielung auf den Ukraine-Konflikt mit Russland sagte er: "Wenn man seit vier Jahren externer Aggression ausgesetzt ist, reagiert man auf solche Bilder mit Unverständnis."

Hochzeit von Karin Kneissl

Ansehen "zunichte gemacht"
Die Rolle Österreichs als neutraler Mittler in der Region sei dauerhaft beschädigt. Kurz habe sich als Außenminister zwar ein sehr hohes Ansehen erarbeitet, das sei nun aber "zunichte gemacht".

Schon die Koalition mit der FPÖ sieht er dafür ausschlaggebend. "Einer Partei, die eine offene Partnerschaft mit Einiges Russland hat, mit einer Partei, die ohnehin schon unangenehm aufgefallen ist, wenn es um Fragen der Krim geht."

Und die "fragwürdige Inszenierung" des Hochzeitstanzes von Putin und Kneissl habe da auch nicht geholfen. In Kiew seien Stimmen laut geworden, die Österreich nicht mehr als neutralen Mittler sondern als "trojanisches Pferd der Russen" sehen. In der Ukraine sei die Kneissl-Hochzeit "womöglich ein noch größeres Thema als in Österreich oder Deutschland" gewesen.

Österreichs Ansehen geschadet
Auch der ukrainische Botschafter äußerte sich kritisch: "Meine Gespräche in der Ukraine zeigen: diese Hochzeit hat dem Ansehen Österreichs in der Ukraine sehr geschadet", sagt der ukrainische Botschafter Olexander Scherba am Montag in Wien.

Veränderte Beziehungen
Die Beziehungen zwischen Österreich und der Ukraine beschreibt Scherba bis August 2018 so: "Wir sind Freunde und Partner, verbunden durch gemeinsame Vergangenheit und Gegenwart - hofentlich auch durch gemeinsame Zukunft als Teil des gemeinsamen europäischen Raums, mit gemeinsamen Zielen und Werten."

Das scheint jetzt fraglich: "Nach August - müssen wir erstmal schauen", sagte Scherba. Denn die FPÖ werde in der Ukraine als "pro-russische Partei" wahrgenommen. "Man denkt dabei nicht nur an die Hochzeit, sondern auch an den Kooperationsvertrag mit Putins Partei "Einiges Russland". Aus unserer Sicht kann man nicht zur gleichen Zeit pro-russisch und neutral bleiben. Da scheint ein Widerspruch zu stecken."

Kneissl in der Ukraine willkommen?
Auf die Frage, ob Kneissl derzeit in Kiew willkommen wäre, sagte Scherba: "Sollte sie Interesse an so einem Besuch zeigen, würden wir es respektvoll in Erwägung ziehen."

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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joscha am 03.09.2018 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    überhaupt hat das meines Erachtens dem

    Herrn Bundeskanzler Kurz überhaupt nicht geschadet ! Eine Hochzeit hat noch nie irgendjemandem im Ansehen geschadet !

  • ukraine mehr am 03.09.2018 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    kein öl durch die

    aus der ukraine? die brauchen nicht mit steinen werfen, sind um keinen deut besser als die russen. schmiergeld ist dort die devise

  • Ehklar am 03.09.2018 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Das ist keine Kritik "aus der Ukraine!" Das ist Stimmungsmache eines bezahlten deutschen Lobbyisten in einer 'Stiftung." Den Ukrainern wird's egal sein.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Bertl Kral am 04.09.2018 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Frau Kneissl hat alles richtig gemacht

    denn wie man sieht zeigen die Oligarchen nun ihr wahres Gesicht, da sie bald dank neuer Pipeline kein Gas mehr "gratis" abzweigen können, und ein Eubeitritt in weiter Ferne liegt. Zudem war und ist uns Russland als Handelspartner näher und für den Frieden unerlässlicher als die Ukraine, welcher seit dem Putsch (mithilfe der Amis) das eigene Volk und Weltfriede völlig egal ist !

  • Habakuk am 04.09.2018 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ukraine

    Kritisieren, was sie, die UA absolut nichts angeht! Aber unser EU-Steuergeld, ja das fordern sie, täglich mehr und mehr.

  • Atomkrapfendivision am 04.09.2018 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    ich les grad

    dass dieser Klimpkin unseren Kanzler kritisiert und behauptet der Besuch von Putin "war ein schwerer Fehler". Von dem gibt es Fotos, da zeigt er den Hitlergruß.

  • TantePolly am 04.09.2018 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrscheinlich haben Putin und Trump

    ohnehin schon vereinbart die Ukraine zwischen Polen und Russland aufzuteilen.

    • Atomkrapfendivision am 04.09.2018 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      Wahrscheinlich

      mußt du als Verschwörungs-Azubi nochmal bei Null anfangen. So wird das in Österreich nichts.

    • Prolex am 04.09.2018 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      Trump

      hat grade eine ganz andere Mission - er will die Russen und Assad davon abhalten die US-trainierten Al-Kaida Terroristen (Rebellen) in Idlib zu neutralisieren.

    einklappen einklappen
  • Max Mustermann am 04.09.2018 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Politik kann auch lustig sein

    Die Einladung Putins hat ganz schreckliche Konsequenzen für Österreich - wir dürfen/können/sollen der Ukraine jetzt nicht mehr helfen - laut einer Lokalpolitikerin von dort. Ich habe selten so gelacht.