Flüchtlinge "konzentrieren"

12. Januar 2018 13:06; Akt: 12.01.2018 13:07 Print

Kritik von ganz oben: Van der Bellen rügt Kickl

Der Wirbel um den "Konzentriert"-Sager des Innenministers geht weiter. Während Sebastian Kurz die "Klarstellung" Kickls lobt, postet Van der Bellen eine Rüge.

Herbert Kickl (FPÖ/Innenministerium) bei seiner Angelobung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen. (Bild: picturedesk.com)

Herbert Kickl (FPÖ/Innenministerium) bei seiner Angelobung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen. (Bild: picturedesk.com)

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"Kickl hat seinen Sager klargestellt", sagte Sebastian Kurz am Donnerstag am Rande seines Besuchs beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Ihm gegenüber habe noch niemand in Frankreich die Causa erwähnt.

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Anders sieht das in internationalen Medien und in der heimischen Politik aus. Die Wiener Grünen-Chefin Maria Vassilakou rief Herbert Kickl schon am Donnerstag zu: "Bis hier her und nicht weiter." Nun hat sich auch ihr ehemaliger Parteikollege und nun Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu Wort gemeldet.

Auf Facebook postete er ein Statement, das man nur im Lichte des umstrittenen Sagers verstehen kann: "Ein verantwortungsvoller Umgang mit Sprache ist essentiell für unsere Demokratie. Bewusst oder unbedacht gewählte Formulierungen, die als Anspielungen auf die dunkelste Zeit unseres Landes verstanden werden können, dürfen im politischen Diskurs keinen Platz haben. Das gilt besonders auch im Umgang mit schutzbedürftigen Menschen, die vor Tod und Verfolgung fliehen mussten.

Das Österreich, in dem wir leben wollen, ist sich der hellen und dunklen Seiten seiner Geschichte bewusst und sieht die Verantwortung, die es trägt. Das Österreich, in dem wir leben wollen, ist ein Land der Menschlichkeit und des Respekts. Und ein Land, das seine Geschichte kennt."

Der Hintergrund
Innenminister Kickl ließ am Donnerstag mit einer sehr fragwürdigen Wortwahl aufhorchen. Er wolle Asylwerber in Zentren "konzentrieren". Die mehrmaligen Nachfragen zu seiner Sager empfand er seinerseits als Provokation - lesen Sie hier den genauen Wortlaut.


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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 12.01.2018 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Lernen Sie die Sprache, Herr Präsident

    "Ein verantwortungsvoller Umgang mit Sprache ist essentiell für unsere Demokratie." Wie recht Sie doch haben - ich würde dringend empfehlen, sie zu lernen. "Konzentrieren oder konzentriert" hat nichts mit dem zu tun, was Sie und Ihre Gesinnungsgenossen Hrn. Kickl gerne unterstellen würden. Übrigens: Gratulation zur Fratzebuch-Präsenz!

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  • zimbo am 12.01.2018 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ö hat schon was Komisches.

    Bis auf Vassilako kann ich der Realsatire was abgewinnen.Muss Kickl nun Vater unser beten, oder an SOS Mitmensch spenden ?

  • Max Mustermann am 12.01.2018 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin gegen "Guten Morgen" als Gruß

    Ich bin dagegen, dass man "Guten Morgen" sagt. Diesen Gruß haben so manche SS-Größen auch benutzt. ;-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Karl am 14.01.2018 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schi

    Vergangenheit ist abzuhaken.ich lebe für die Zukunft.

  • Luzifer van der Hölle Wiens am 13.01.2018 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    nichts besseres bzw wichtigeres zu tun

    als Wortglauberei betreiben zu müssen, nur weil man selbst mit der eigenen Partei aus der Regierung flog ?! Daran sieht man sehr gut, welche wahre Interessen so manche Parteien verfolgen. Die unsrigen jedenfalls (demokratisch fast 2/3 der Wähler) NICHT ! Die stört auch all die sichtbar gewordene Gewalt im Land nicht sonderlich, sondern setzt die sogar für ihre eigenen niederen Interessen um an der Macht sein zu wollen, bewusst ein. DAS nenne ich extrem und verwerflich all denen gegenüber, die eine Veränderung wollten und bekommen werden !

  • Chris am 13.01.2018 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Und wenn ich jetzt sage

    kauft nicht bei H&M? Ist das dann auch rassistisch und erinnert an kauft nicht bei... oder bin ich dann gut weil ich die Pullis nicht mag? Das ist aber kompliziert.

  • Chris am 13.01.2018 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Vor Tod und Verfolgung fliehen

    Um welche Schutzbedürftigen handelt es sich den dabei konkret? Ich meine, aus welchen Ländern kommen die Herr Präsident? Es kommen nämlich so viele Afrikaner zu uns und ich würde gerne genau wissen wovor die fliehen??

  • fireone am 13.01.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen,

    all jene, die sich heute darüber aufregen, treiben die Wähler mit ihrer Politik förmlich in die Arme rechter Parteien. Nehmt endlich zur Kenntnis, das Volk, also der Souverän, hat genug von eurer verkorksten Politik, Schönrederei, Genderismus, angeblichem Gutmenschentum usw.