Tirol begehrt auf

14. September 2017 13:25; Akt: 14.09.2017 18:46 Print

Kurz erlebt erstmals Gegenwind aus der ÖVP

Tiroler AK-Chef Erwin Zangerl (ÖVP) will den Kurz-Kurs nicht hinnehmen und wettert gegen eine schwarz-blaue Koalition.

Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl (ÖVP) warnt vor Schwarz-Blau. (Bild: picturedesk.com)

Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl (ÖVP) warnt vor Schwarz-Blau. (Bild: picturedesk.com)

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Der Tiroler Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl (ÖVP) hat sich gegen eine mögliche schwarz-blaue Koalition nach der Nationalratswahl ausgesprochen. "Das haben wir schon gehabt. Setzen, fünf", sagte Zangerl der "Tiroler Tageszeitung“.

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Der schwarze AK-Chef ärgert sich vor allem über die FPÖ-Forderung nach Abschaffung von Pflichtmitgliedschaft und Pflichtbeiträgen in den Kammern. Die FPÖ habe eine Kehrtwendung vollzogen und "uns gemeinsam mit den Neos den Kampf angesagt", so Zangerl: "Ich kann nur warnen, die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber. Mit solch unzuverlässigen Partnern kann man keine Koalition eingehen. Wir werden das auch ganz klar deponieren, dass das für uns ein Ausschließungskriterium für einen möglichen Koalitionspartner ist".

Ratschlag an Kurz

Sebastian Kurz wäre "gut beraten, das auch so zu sehen", richtete Zangerl seinem Parteichef aus. Aber zuerst sei der Wähler am Wort.

Auch die eigene ÖVP kritisiert Zangerl. So wurmt ihn das von Kurz installierte neue Vorzugsstimmen-Modell. Dieses sei "undemokratisch". "Es gibt aus meiner Sicht die Problematik, dass Parteien sehr viel Parteienförderung lukrieren, dann aber plötzlich von den Kandidaten verlangt wird, ihren Wahlkampf selbst zu finanzieren. Das bringt ein Ungleichgewicht zwischen den Wirtschaftsvertretern und den Arbeitnehmervertretern, die weniger Geld für einen Vorzugsstimmenwahlkampf aufbringen können", meinte Tirols AK-Chef zur "Tiroler Tageszeitung".

Abgeordnete kaufen?

Zangerl fragte: "Soll am Ende das Geld entscheiden, wer im Nationalrat sitzt? Diese Entwicklung ist nicht demokratisch, weil sich einzelne Gruppierungen ihren Abgeordneten kaufen".

Bereits vor der Listenerstellung hatte es Ärger im Arbeitnehmerflügel der Tiroler VP gegeben. Die auf Platz drei der Landesliste vorgesehene Landtagsabgeordnete Bettina Ellinger zog gemeinsam mit zwei weiteren ÖAAB-Politikerinnen ihre Kandidatur zurück. Begründung: Die Arbeitnehmervertretung "wurde nicht in einem der Bedeutung absolut angemessenen und notwendigen Maß platziert".

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(Red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Demokrit am 14.09.2017 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Danke für die Information

    Die Aussage von Zangerl sollte zu Denken geben. Strache vermutet es ja schon lange, dass die ÖVP wieder mit der SPÖ zusammengehen will und weiter das Chaos regiert. Einziger Ausweg ist daher die FPÖ muss so stark werden, dass sich keine SPÖVP Mehrheit ausgeht.

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  • Como am 14.09.2017 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Herr Zangerl!

    Also ich sehe das so, dass die Zwangsmitgliedschaft abgeschafft gehört. Der Herr Zanger soll gute Arbeit machen, dann wird er auch Mitglieder haben. Dies gilt für alle Kammern. Es gibt zum Beispiel Bauern, die sagen der größte Feind des Bauern ist die Bauernkammer. Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft senkt auch die Lohnkosten.

  • österr am 14.09.2017 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    "Parteifreunde"

    Kurz-Gegner und Gegner von Türkis-Blau sind die Linken (auch jene Linken unter den Schwarzen) und sie werden vor der Wahl ins Rampenlicht (ge)treten. Unbedeutenden ÖVPlern wie einem Herr Zangerl werden bekannte folgen. Vielleicht rufen sie auch noch Rot oder Grün also links zu wählen wie bei der letzten BP-Wahl ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Oswald am 15.09.2017 05:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Zukunft heißt HC Strache

    es muss mal ein Ende geben mit Rot schwarz. Ich gebe HC meine Stimme denn er und nur er kann was ändern .war in Wiener Neustadt bei einer wahlkuntgebung von HC und die mänge hat gedobt. man spürte am ganzen Körper das HC es ehrlich mit einer Veränderung meint. kurz Wählen heißt weiterhin Rot schwarz und alles bleibt beim alten. mit HC in die Zukunft schauen und wir Österreicher können uns wieder in den Spiegel schauen.

    • Helene am 16.09.2017 19:29 Report Diesen Beitrag melden

      Dr.

      Ja Oswald, die Menge hat GEDOBT, und er wurde sich sehr GELOPT

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  • Frank Ehrlich am 14.09.2017 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Blau/Schwarze Koalition

    ist mir auch bei weitem lieber. Deshalb am 15. Oktober (X)FPÖ

  • Erwin am 14.09.2017 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiterkammer und Bünde

    sind weder eine Partei, noch steht deren Wahl an. Setzen, Fünf.

  • Hans Naumilkat am 14.09.2017 20:34 Report Diesen Beitrag melden

    Na wer sagts denn - SPÖ Nr. 1

    Ich und RBS haben recht ! Die SPÖ wird Nummer 1 und eine schlechtere GROKo kommt!

  • Realist am 14.09.2017 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    macht mal Platz ....

    Tja auch in der ÖVP sind noch Saurier - die eigentlich Platz machen sollten - denn wohin haben sie die ÖVP denn vor Kurz noch hingesteuert? Klar hatten wir schon mal schwarz blau - aber mit Hrn. Schüssel war auch nicht wirklich ein Blumentopf zu gewinnen - und Fr. Riess-Passer hatte zwar immer hübsche Schuhe,aber ... Ich denke dass auch die alt "schwarzen" Postenhocker einmal tüchtig durchgerüttelt werden müssen - in ihren sicheren "Kammer"Posten.