Kurz vor Streik

01. September 2017 21:05; Akt: 01.09.2017 21:06 Print

Parteien distanzieren sich von "Nazi-Oma"

Am "Oma-Streik" wollten Teilnehmer für gerechtere Pensionen demonstrieren. Nun werden Neonazi-Vorwürfe um Gertraud Burtscher laut.

Gertraud Burtscher will für gerechtere Pensionen kämpfen. (Bild: picturedesk.com)

Gertraud Burtscher will für gerechtere Pensionen kämpfen. (Bild: picturedesk.com)

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Am Freitag hätten tausende Menschen auf die Straße gehen sollen. Am Ende waren es nur knapp hundert, die auf dem Wiener Heldenplatz standen und sich negativ über die Absenz der politischen Parteien äußerte.

Grund für die Absagen ist die "Oma-Revolte"-Initiatorin Gertraud Burtscher: Seit einigen Monaten setzt sich die 74-Jährige besonders für ältere Frauen ein. Die siebenfache Mutter hat aber allerdings eine Vergangenheit, mit der viele wohl nicht gerechnet haben.

Führende Rolle in rechtsextremer Partei
Wie die "Wiener Zeitung" berichtete, gehörte sie in 80er-Jahren der NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) in Österreich an. Aufgrund des Verbotsgesetzes, wurde die Partei 1988 aufgelöst. In Deutschland besteht sie weiterhin. Der rechtsextremen Kleinpartei wird eine Nähe zur NSDAP nachgesagt.

Anschließend wirkte sie als Obmann-Stellvertreterin für die Österreichische Bürgerpartei (ÖBP), die aus der NPD entstand. Darüber hinaus publizierte sie in der Zeitschrift des verurteilten Holocaustleugners Gerd Honsik. Sie selber könne sich aber nicht mehr daran erinnern. Was sie selbst zum Holocaust sagt? "Das wird schon alles so sein", meinte Burtscher.

Parteien zogen sich zurück
Aufgrund dieser Vorwürfe zogen sich die angemeldeten Teilnehmer plötzlich zurück. Die Seniorenvertreterinnen der SPÖ und ÖVP blieben dem Heldenplatz fern. Auch die Grünen sagten ihre Teilnahme ab mit der Begründung: "Es gibt keine Basis für ein gemeinsames Auftreten oder eine Zusammenarbeit mit Einzelpersonen, die eine führende Rolle in einer wegen NS-Wiederbetätigung aufgelösten Organisation gehabt haben."

Auch die Rede der Vize-Präsidentin, Irene Kernthaler-Moser, fand nicht statt. Sie betonte aber, dass man gerechtere Frauenpensionen unterstützen würde.

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(slo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • G.Amlacher am 02.09.2017 00:54 Report Diesen Beitrag melden

    So einfach

    Gerechte forderungen mit rechtsaktemismus abzuwürgen ist natürlich am Einfachsten. Und wieder paar Milliönchen gespart um sich die eigenen Säcke voll zustopfen!

  • Karl Lausten am 02.09.2017 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Warum regt man sich darüber auf, wenn doch ohnehin fast alle Parlamentarier die Politikerkrankheit ( kann mich nicht erinnern) haben.

  • Censorship am 04.09.2017 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Agitatoren!

    Na solange es immer noch "Politiker" gibt in Österreich, die in so tollen Verbindungen wie, Teutonia, Nibelungia, Germania,..., sind, ist ein Ableger der NPD nicht so schlimm... Das sind deutsche Nationalisten, die hier in Österreich Politiker spielen, wie z.B. Gudenus... Ich meine, dass Politiker, die in ausländischen nationalen Vereinen sind, die eine mordende Ideologie verherrlichen (damit meine ich auch Kommunisten), haben in Österreichs Politik NICHTS verloren..

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Censorship am 04.09.2017 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Agitatoren!

    Na solange es immer noch "Politiker" gibt in Österreich, die in so tollen Verbindungen wie, Teutonia, Nibelungia, Germania,..., sind, ist ein Ableger der NPD nicht so schlimm... Das sind deutsche Nationalisten, die hier in Österreich Politiker spielen, wie z.B. Gudenus... Ich meine, dass Politiker, die in ausländischen nationalen Vereinen sind, die eine mordende Ideologie verherrlichen (damit meine ich auch Kommunisten), haben in Österreichs Politik NICHTS verloren..

  • Karl Lausten am 02.09.2017 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Warum regt man sich darüber auf, wenn doch ohnehin fast alle Parlamentarier die Politikerkrankheit ( kann mich nicht erinnern) haben.

  • Heliport am 02.09.2017 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Verbotsgesetz

    "Man schüttet kein schmutziges Wasser weg, solange man kein sauberes hat", kommentierte Bundeskanzler Adenauer die Debatte um die Wiedereingliederung der NS-Beamten in den Verwaltungsapparat. Dieser Person soll man nicht zuhören. In Österreich wurde nicht ohne Grund die Partei aufgelöst, wo sie Obmann-Stellvertreterin war. Aufgrund des Verbotsgesetzes, wurde die Partei 1988 aufgelöst. In Deutschland besteht sie weiterhin. Der rechtsextremen Kleinpartei wird eine Nähe zur NSDAP nachgesagt.

    • Bansi am 02.09.2017 07:24 Report Diesen Beitrag melden

      Kteisky

      Kreisky hatte im Kabinett Kreisky 1 insgesamt 3 ehemalige NSDAP Mitglieder als Ministet. Was nun?

    • Sochal am 02.09.2017 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heliport

      Faszinierend "Copy & Paste" funktioniert bei dir gratuliere.

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  • G.Amlacher am 02.09.2017 00:54 Report Diesen Beitrag melden

    So einfach

    Gerechte forderungen mit rechtsaktemismus abzuwürgen ist natürlich am Einfachsten. Und wieder paar Milliönchen gespart um sich die eigenen Säcke voll zustopfen!