Peter Puller im Test

11. Oktober 2017 17:44; Akt: 11.10.2017 18:20 Print

Schräg: Lügendetektor für Silberstein-Mitarbeiter

Hat die ÖVP PR-Berater Peter Puller wirklich Geld für einen Seitenwechsel geboten?Der Silberstein-Mitarbeiter ließ sich vom Lügendetektor testen.

Wahlkampf: Peter Puller beim Lügendetektor (Video: YouTube / DerStandard)
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SPÖ und ÖVP feuern seit dem Auffliegen der Schmutzkübelkampagne von Ex-SPÖ-Berater Tal Silberstein eine Breitseite nach der anderen aufeinander ab. Die Causa soll vor Gericht restlos aufgeklärt werden, Klagen wegen Verleumdung, Hetze und Bestechung stehen im Raum.

Eine der Personen im Zentrum der Aufregung: Peter Puller. Der Silberstein-Mitarbeiter behauptete, von Seiten der ÖVP ein Angebot über 100.000 Euro bekommen zu haben, damit er die Seiten wechsle – von niemand geringerem als dem Sprecher von Außenminister Sebastian Kurz, Gerald Fleischmann.

Ein Gedächtnisprotokoll und Dementi folgten, der Nachrichtenverkehr zwischen Puller und Fleischmann wurde öffentlich. Der "Schwarze Peter" wurde täglich weitergeschoben.

Medienwirksam hat Puller am Mittwoch den "Beweis" des Wahrheitsgehalt seiner Behauptungen angetreten. In einem Hotel in Wien-Landstraße unterzog er sich vor Reportern des "Standard" und "Puls4" einem Lügendetektor-Test (siehe Video oben).

Kurios: Der Prüfer will selbst nicht namentlich erwähnt werden. Er sei ein anerkannter "Polygraph Examiner", der auch sein eigenes Gerät mitgebracht habe. In seiner Heimat Deutschland brenne man für einen solche Lügendetektortest zwischen 750 und 1.200 Euro – je nach Anzahl der Probanden.

Kurios: Puls4 zeigt Beitrag nicht

Puls4-Infochefin Corinna Milborn twitterte Mittwochabend überraschend, den Beitrag "heute nicht zu bringen". Es sei für TV-News "mehr Einordnung" nötig als möglich gewesen sei.

Ob es sich bei Pullers Aktion nun um einen aufrichtigen Versuch handelt, die Sache aufzuklären und wie sehr man den Ergebnissen Glauben schenken will, muss jeder für sich selbst beurteilen.

Vor Gericht würde dieser "Beweis" nicht stand halten. "In Österreich werden Lügendetektoren nicht verwendet, weil sie in beide Richtungen falsche Ergebnisse liefern", wie Staatsanwalt Gerhard Jarosch gegenüber dem "Standard" aufklärt.

(rcp)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Renner am 11.10.2017 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Test sagt nichts aus.

    Wenn ein Mensch nervös wird zeigt sich das an Schwankungen verschiedener körperlicher Parameter, wie Blutdruck, Herzaktivität, Atemtiefe und Schweißabsonderung diese Variablen misst der Polygraph. Es gibt aber versch. Techniken, genau darauf Einfluss zu nehmen.

  • Raphael am 11.10.2017 19:12 Report Diesen Beitrag melden

    Kasperltheater

    Lügendetektor Tests werden von Gerichten nicht anerkannt, weil man weiß, dass sie ausgetrickst werden können oder falsche Ergebnisse liefern, und daher völlig wertlos sind.

  • Statistiker am 11.10.2017 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Sumpf also auch in der ÖVP

    Hut ab vor diesem Schritt! Mehr kann man nicht machen, um die Wahrheit seiner Worte zu beweisen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Raphael am 11.10.2017 19:12 Report Diesen Beitrag melden

    Kasperltheater

    Lügendetektor Tests werden von Gerichten nicht anerkannt, weil man weiß, dass sie ausgetrickst werden können oder falsche Ergebnisse liefern, und daher völlig wertlos sind.

  • Renner am 11.10.2017 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Test sagt nichts aus.

    Wenn ein Mensch nervös wird zeigt sich das an Schwankungen verschiedener körperlicher Parameter, wie Blutdruck, Herzaktivität, Atemtiefe und Schweißabsonderung diese Variablen misst der Polygraph. Es gibt aber versch. Techniken, genau darauf Einfluss zu nehmen.

  • Statistiker am 11.10.2017 18:12 Report Diesen Beitrag melden

    Sumpf also auch in der ÖVP

    Hut ab vor diesem Schritt! Mehr kann man nicht machen, um die Wahrheit seiner Worte zu beweisen.

    • Franz A. am 11.10.2017 19:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Statistiker

      Hut ab? Ernst jetzt? Sie kennen Puller nicht, oder? Der hatte schon versucht in der Steiermrk der SPÖ ans Bein zu pinkeln und Vobes vom Thron zu stoßen, in dem fingierte Leserbriefe verbreitet wurden. Das Ganze flog auf und die ÖVP verlor damals die Wahl. Trotzdem beschäftigte ihn die ÖVP weiter, um es jetzt ein zweites Mal zu versuchen.

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