Puls4 "Pro und Contra"

10. Januar 2018 23:30; Akt: 10.01.2018 17:32 Print

Regierung gegen Opposition erstmals im TV

In den Ring von "Pro und Contra" auf Puls4 stiegen Mittwochnacht erstmals seit der Wahl Vertreter der Regierung und Opposition. Da flogen die Fetzen.

"Pro und Contra" auf Puls 4: Norbert Hofer (FP), Gernot Blümel (VP), Corinna Milborn (Moderation), Christian Kern (SP), Matthias Strolz (Neos) (Bild: Puls4)

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Seitens Regierung nahmen im Studio Kulturminister Gernot Blümel (VP) und Verkehrsminister Norbert Hofer (FP) Platz. Gegenüber ließen sich die Oppositionschefs Christian Kern (SP) und Matthias Strolz (Neos) nieder.

Teils war man auf Krawall gebürstet: Als es um Mindestsicherung statt Notstandshilfe ging, flogen zwischen Hofer und Kern die Fetzen. Ersterer fragte wiederholt so lange „Und, was haben Sie als Kanzler getan?“, bis Kern entnervt meinte: „Wollen Sie das wirklich hören? Ganz ehrlich: Interessieren Sie sich für Politik?“ Moderatorin Corinna Milborn musste eingreifen. Meinte: "Das lassen wir jetzt aber."

Zum Thema Einsparungen und Schuldenbremse lieferten sich dann Hofer und Strolz ein Duell, das sich immer mehr aufschaukelte. Schließlich fragte Hofer: „Sie sind wieder voll aufgeregt, haben Sie fünf Red Bull vor der Sendung getrunken?“ Strolz meinte sichtlich verärgert: „Hören Sie auf mit den depperten Stehsätzen.“

Und: Als Hofer Kern zurief: "Seien’s ned so verzweifelt!", konterte der Ex-Kanzler: "Verzweifelt bin ich nur, weil ich es hier mit Ihnen zu tun habe."

Inhalte gab’s auch, hier ein Auszug:
- Thema Arbeitslosengeld neu:
„Wer länger einbezahlt hat, muss besser gestellt werden“, erklärte Hofer. Blümel meinte zum Aus für die Notstandshilfe und Einsatz der Mindestsicherung: „Schon jetzt gibt es die Möglichkeit, dass der Staat bei Mindestsicherungsbeziehern ins Grundbuch geht.“ Kern daraufhin zu VP-FP: „Sie tun beide so, als wäre Arbeitslosigkeit ein selbst gewähltes Schicksal.“ Strolz betonte: „Die Mindestsicherung ist das letzte Netz, die Unterkante ist die Menschenwürde. Ich fürchte, dass Sie (die Regierung, Anm.) die Unterkante unterlaufen wollen.“

- Thema Familienbonus:
Blümel: „Wir wollen, dass Menschen mehr im Börsel bleibt.“ Kern: „Der Bonus funktioniert nur dann im vollen Ausmaß, wenn man zu den Besserverdienern zählt.“

- Thema Entlastungen:
Strolz: "Dass wir eine Entlastung brauchen, ist klar, aber: Warum gehen Sie von Ihrem Plan ab, die schleichende Steuerhöhung, also die kalte Progression, abzuschaffen? Damit Sie im Stückwerk Geschenke verteilen können." Blümel darauf: "Weil es die Priorität dieser Regierung ist, zuerst die kleineren und mittleren Einkommen zu entlasten (durch die Senkung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge, Anm.) und jene, die doppelt belastet sind durch den Familienbonus." Kern daraufhin: "Das stimmt nicht, dass diese entlastet werden. Was ist mit Familien, die keine Steuern zahlen oder Alleinverdienerinnen? Das ist ein Bruch mit dem Prinzip, dass jedes Kind gleich viel wert sein soll."

- Thema Schuldenpolitik:
Strolz: "Auch 2018/2019 in einer Phase der Hochkonjunkur, wo die Steuern sprudeln wie arabische Ölquellen, machen Sie neue Schulden. Das nimmt jungen Menschen die Luft zum Atmen." Hofer: "Herr Strolz, wachen Sie auf. Die Regierung ist seit drei Wochen im Amt. Sie sind wieder voll aufgeregt, haben Sie fünf Red Bull vor der Sendung getrunken?"

- Zukunftspläne in dieser Legislaturperiode:
Kern: "Kontrolle der Regierung und das Programm so gut es geht korrigieren. Beim Familienbonus ist das schon gelungen."
Strolz: "Wir wollen der Reformturbo sein und die rechtstaatliche Kontrolle wahrnehmen. Es soll einen gläsernen Staat, aber nicht den gläsernen Bürger geben."
Blümel: "Die Regierung hat einen konstruktiven Umgang mit der Opposition vorgehabt. Bis jetzt gab es nur Kritik. Ich bitte um Fairness."
Hofer: "Die Opposition kritisiert die Regierung. Das ist in Ordnung, ich weiß, wie schwer das Geschäft ist. Die Regierungen bisher haben viel Energie beim Streiten verloren. Wir werden zusammenarbeiten."

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(uha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patriot5611 am 11.01.2018 03:20 Report Diesen Beitrag melden

    An der Diskussionskultur

    1) An der Diskussionskultur lässt sich auch der Charakter messen - stimmt's Herr Kern? 2) Regierung hat viel vor - das Tempo und der Wille stimmen. 3) Momentan hat es nicht den Anschein, als ob die Roten großartig "abgehen" würden. 4) Die Grünen - ach ja, Grüne gab es ja auch einmal im Nationalrat. Die Lücke, die sie hinterlassen haben, wurde von dieser zur Gänze aufgefüllt. ;-))

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  • Bernhard /Köller am 11.01.2018 02:22 Report Diesen Beitrag melden

    Diskussionsregeln

    Ein derartig undisziplinierter Diskutant wie Herr Kern muss erst gefunden werden ! Und die unbedarfte Diskussionsleiterin, läßt den Lümmel dauernd dazwischen quatschen !

  • Tina am 11.01.2018 01:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daumen hoch auf Regierung

    Die meiste Sendezeit redete der'' wichtige Kern ''unglaublich,Hofer und Blueml ,sehr angenehme Redner ,klar und deutlich beide,und der nervöse Strolz,auch so wichtig,ich finde die neue Regierung hat's nicht leicht mit solchen Giftzwergen in der Opposition ,aber ich bin mir sicher ,sie schaffen es , herzlichen Glueckwunsch

Die neusten Leser-Kommentare

  • Grüne Verweigerer am 11.01.2018 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    SPÖ, Grüne, Neos

    Verlierer, was sonst, die immer schneller abgewählt werden.

  • musik2 am 11.01.2018 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kern

    Der Kern wird mit Sicherheit mit seiner süffisanten, zynischen unsympathischen Art zum Totengräber für die SPÖ

  • Castro am 11.01.2018 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Nacht Österreich ...

    Die SPÖ war bis vor Kurzem noch die "Gier-Bremse" am Wagen der ÖVP. Herr Kurz hat diese leider erfolgreich entfernt. Die Gier des Großkapitals wird sich nun in Österreich ausbreiten wie Gangrän (lateinisch gangraena griechisch gággraina= fressendes Geschwür).

  • Günther Prien am 11.01.2018 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Die Linken

    sind einfach ganz schlechte Verlierer die nicht damit leben können, daß ihre fetten Jahre vornei sind !! Haben ja eh nach Belieben gewütet (siehe Häupl), schlimmer kanns im Prinzip nicht werden...

    • Grüne Verweigerer am 11.01.2018 20:10 Report Diesen Beitrag melden

      Die Grünen

      Die sind noch schlechtere Verlierer, wenn man sich die letzten verbalen Entgleisungen von Fr. Vasslakou anhört.

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  • Augen auf am 11.01.2018 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wir haben uns ja so lieb

    Hr. Hofer strotzte vor Unwissenheit und fachlicher Inkompetenz. Welche Ö. Familien will man stützen - obere Mittelschicht. Was ist mit jenen, die 40 Std. arbeiten und sich das Leben nicht leisten können! Sind nicht stützenswert - sollen sie keine Kinder bekommen - sollen sie aussterben! Empfehle allen die Sozialämter lautstark zu stürmen!

    • SockenRambo am 11.01.2018 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Augen auf

      Ämter stürmen ist eine Aufforderung zur Straftat.. Vorsicht!!! Und niemand der 40h arbeiten geht bekommt nichts.. 1200,- Brutto für 40h gibts nicht...

    • Augen auf am 12.01.2018 09:37 Report Diesen Beitrag melden

      Wir haben uns ja so lieb

      Mit Ämter stürmen meine ich: alle Sozialbeihilfen, die man in Ö. bekommen kann, auszuschöpfen! Mietzinsbeihilfe usw. Lassen Sie sich beraten. Und es gibt viele Berufe wo man bei einer 40 Std. Woche nicht mehr verdient - Verkäufer, Friseur und viele andere! Es ist keine Straftat, nur sehr mühselig und demütigend!!!!!!!!!!!!!

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