Erstaunlich!

25. September 2017 06:13; Akt: 25.09.2017 07:59 Print

Regierungs-Inserate: Politik füttert „Österreich“

Am Markt ist „Österreich“ mäßig erfolgreich. Bei Inseraten-Deals mit der Regierung aber ist Wolfgang Fellner dick da. VP-Minister spendierten heuer 77 % mehr Geld.

Heeres-Minister Hans Peter Doskozil investierte am meisten von allen SPÖ-Ministern in

Heeres-Minister Hans Peter Doskozil investierte am meisten von allen SPÖ-Ministern in "Österreich" (Bild: Philipp Enders)

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Laut Mediaanalyse 2016 hat „Österreich“ 576.000 Leser, „Heute“ 980.000 (also 404.000 mehr als „Österreich“), die „Krone“ gleich 2,2 Millionen (also rund vier Mal so viele wie „Österreich“).

Österreichs Politiker könnten das wissen, aber vielleicht ist ihnen wurscht, wofür sie Geld ausgeben, es stammt ja nicht aus der eigenen Tasche. Die neuen Daten der Transparenzdatenbank (Inserate über 5.000 € müssen gemeldet werden) zeigen jedenfalls im Vergleich von 1. Halbjahr 2016 mit dem 1. Halbjahr 2017 Erstaunliches: SP und VP pumpen abstrus viel Geld in „Österreich“. Hier geht's zur Tabelle.

Doskozil für SPÖ, Sobotka für ÖVP

Heeresminister Hans Peter Dos­kozil (SP) steigerte das Inseratenvolumen in „Österreich“ um 95 % auf 238.510 Euro. In „Heute“ (zur Erinnerung: 404.000 Leser mehr) inserierte er um 28 % weniger. Noch grotesker: In der „Krone“ um 37 % weniger (zur Erinnerung: vier Mal so viele Leser).

Innenminister Wolfgang Sobotka (VP) ist mit 244.327 Euro der Inseratenkaiser der Regierung. Er steckte heuer 100,2 Prozent mehr Geld in „Österreich“. Das Gratisblatt erhielt mehr als doppelt so viel Inseratengeld wie „Heute“, sogar über 70.000 Euro mehr als die „Krone“.

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SP) inserierte in „Österreich“ fast so viel wie in „Heute“ und „Krone“ zusammen.
Sozialminister Alois Stöger (SP) steigerte sein Inseratenvolumen in „Österreich“ um 136 %.

Kurz ist schon Inseraten-Vizekanzler

Außenminister Sebastian Kurz legte in „Österreich“ um 34 Prozent auf satte 244.327 € zu. Er ist noch nicht Kanzler, aber schon Inseraten-Vizekanzler. Erstaunlich: In der ihm wohlgesonnenen „Krone“ ließ er nicht einmal die Hälfte springen.

Agrarminister Agrarminister Andrä Rupprechter (VP) inserierte in „Heute“ weniger als im Vorjahr, „Österreich“ bekam 73 % mehr, mit 156.080 € fast so viel wie „Heute“ und „Krone“ zusammen.

Die VP-Ministerien steigerten ihren Inserateneinsatz in „Österreich“ in einem Jahr um 77 %.

Wer glaubt, Wien sei besser, der irrt. Demnächst dazu Details. Mehr zur Story auf heute.at

(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joseph am 25.09.2017 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Apropos Transparenz

    Die Politiker sollten nicht für ihre Person werben, sondern ihre Arbeit offenlegen. Angefangen von Budget, welche Maßnahmen geplant sind, was sie kosten, wie die Einnahmenseite aussieht und wie die 85% Staatsverschuldung abgebaut werden soll, wenn Die SPÖ Wohnbaugelder zweckentfremdet und Kurz Konzerne steuerfrei stellen will.

  • Der Plauderer am 25.09.2017 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faules Geld

    Bei mir würde es keiner Subventionen für alle Zeitungen geben auch nicht als Inserat.

  • Weissnicht am 25.09.2017 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Auf den Bundeskanzler hörende Medien

    Das ist schon OK, denn es scheint, dass "Österreich" das einzige wirklich unabhängige Medium ist. Bei allen anderen braucht der Herr Bundeskanzler nur anzurufen, um die Veröffentlichung eines äußerst interessantes Dokuments (Email aus SPÖ) zu verhindern. Einzig "Österreich" hat trotz Anruf gedruckt und der Bundeskanzler spielt die beleidigte Prinzessin. Bei "Österreich" ist das Steuergeld gut aufgehoben :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Plauderer am 25.09.2017 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faules Geld

    Bei mir würde es keiner Subventionen für alle Zeitungen geben auch nicht als Inserat.

  • Weissnicht am 25.09.2017 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Auf den Bundeskanzler hörende Medien

    Das ist schon OK, denn es scheint, dass "Österreich" das einzige wirklich unabhängige Medium ist. Bei allen anderen braucht der Herr Bundeskanzler nur anzurufen, um die Veröffentlichung eines äußerst interessantes Dokuments (Email aus SPÖ) zu verhindern. Einzig "Österreich" hat trotz Anruf gedruckt und der Bundeskanzler spielt die beleidigte Prinzessin. Bei "Österreich" ist das Steuergeld gut aufgehoben :-)

  • Joseph am 25.09.2017 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Apropos Transparenz

    Die Politiker sollten nicht für ihre Person werben, sondern ihre Arbeit offenlegen. Angefangen von Budget, welche Maßnahmen geplant sind, was sie kosten, wie die Einnahmenseite aussieht und wie die 85% Staatsverschuldung abgebaut werden soll, wenn Die SPÖ Wohnbaugelder zweckentfremdet und Kurz Konzerne steuerfrei stellen will.