Heftiges Wortgefecht

14. September 2018 13:36; Akt: 14.09.2018 14:45 Print

"Scheiße nochmal": Eklat bei Innenministertreffen

Luxemburgs Innenminister Asselborn geriet beim EU-Ministertreffen in Rage, nachdem Italiens Innenminister Salvini sich über ihn lustig gemacht hatte.

Den Innenministern Matteo Salvini (Italien) und Herbert Kickl (Österreich) konnte auch ein fehlender Kollege aus Luxemburg die Laune beim EU-Innenministertreffen sichtlich nicht verderben. (Bild: picturedesk.com)

Den Innenministern Matteo Salvini (Italien) und Herbert Kickl (Österreich) konnte auch ein fehlender Kollege aus Luxemburg die Laune beim EU-Innenministertreffen sichtlich nicht verderben. (Bild: picturedesk.com)

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Beim Treffen der EU-Innenminster in Wien kam es am Freitag zu einem verbalen Gefecht der Sonderklasse zwischen dem italienischen Innenminister Matteo Salvini und seinem Luxemburger Amtskollegen Jean Asselborn.

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Salvini mockiert Kollegen Asselborn

Auslöser des verbalen Schlagabtausches war die Rede Asselborns gewesen, in der dieser argumentiert hatte, dass die alternde Bevölkerung Europas auch in Zukunft auf Migrationsbewegungen angewiesen sein werde um den wirtschaftlichen Standard halten zu können. Salvini gefielen die Ausführungen seines Kollegen allerdings so wenig, dass er Asselborn umgehend unterbrach, um seine "Sicht der Welt" kundzutun. Das alleine wäre schon ein kleiner Eklat, was sich allerdings daraufhin abspielte, stellt diese kleine Unhöflichkeit vollkommen in den Schatten.

Salvini sprach in seiner Unterbrechung der Rede Asselborns davon, dass er eine "ganz andere Weltsicht" als sein Luxemburger Pendant vertrete. "Ich arbeite lieber dafür, dass die italienischen und europäischen Jugendlichen mehr Kinder in die Welt setzen, weil ich keine neuen Sklaven will", so Salvini zu Asselborn. Damit nicht genug, wollte sich Salvini einen weiteren bissigen Nachsatz nicht verkneifen: "Wenn ihr in Luxemburg neue Migration braucht - in Italien helfe ich lieber den Italienern, dass sie wieder Kinder machen."

Innenminster Asselborn schlug verbal zurück

Asselborn konnte sich daraufhin seinerseits eine Unterbrechung Salvinis nicht mehr verkneifen. Asselborn bemerkte hämisch, dass in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche italienische Migranten nach Luxemburg gekommen seien, "weil ihr nicht für eure Kinder sorgen konntet in Italien". Asselborn sollte das letzte Wort behalten - nach dieser Wutmeldung warf er seine Kopfhörer zu Boden und rief: "Merde alors" ("Scheiße nochmal"), bevor er wutentbrannt den Saal verließ.

Salvini postet Mitschnitt des Streits auf Facebook

Den italienischen Innenminister Salvini dürfte dieses Wortgefecht köstlich amüsiert haben. Bereits unmittelbar nach der Sitzung ließ er über seinen Facebook-Account einen Audio-Mitschnitt des Streitgesprächs veröffentlichen, versehen mit weiteren Seitenhieben in Richtung Asselborn. Diesem sei Salvinis Antwort anscheinend "nicht gut bekommen", woraufhin dieser begonnen habe, Salvini "zu beschimpfen".

Beim abschließenden Gruppenfoto blieb Asselborn schließlich fern. Zumindest Salvini und dessen österreichisches Pendant Herbert Kickl dürfte dies allerdings wenig gestört haben, beide wirken auf dem abschließenden Foto so, als würden sie sich gerade köstlich amüsieren.

Auch Kickl und EU-Migrationskommissar gerieten aneinander

Der verbale Schlagabtausch zwischen Salvini und Asselborn sollte nicht der einzige Eklat des Treffen bleiben. Österreichs Innenminister Herbert Kickl übte ebenfalls heftigste Kritik an dem EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos. Dieser werfe in der Frage der Anlandeplattformen "die Flinte ins Korn", so Kickl. Weiters sei es „ein schlechtes Signal, jetzt zu verkünden, dass alles keinen Sinn macht“ so Kickl.

Grund für die Kritik Kickls ist die Tatsache, dass Avramopoulos bereits am Donnerstag die Umsetzbarkeit der von Kickl geforderten Anlandeplattformen in Afrika öffentlich bezweifelt hatte. Kickl wiederum schien von der Kritik an seinen Plänen wenig angetan: "Die Idee ist in etwa zwei Monate alt, und nach zwei Monaten wirft der Herr EU-Kommissar offenbar schon die Flinte ins Korn“, so Kickl. "Andere Sachen" würden auf EU-Ebene oft jahrelang diskutiert werden, bevor sie umgesetzt oder verworfen werden.

Der österreichische Innenminister kündigte an, dass die umstrittenen Plattformen in Afrika "sicherlich auch ein Thema" des kommenden Treffens in Wien sein werden. Avromopoulos´Pressesprecherin wollte die Kritik Kickls nicht kommentieren.

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(mat)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franz Absberg am 14.09.2018 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Heuchlerischer Moralapostel

    Asselborn spielt sich immer zum Moralapostel auf, er kritisierte auch Österreich wegen der seiner Meinung nach restriktiven Migrationspolitik, wobei Österreich weit mehr Migranten aufnahm als Luxemburg. Auch war er nicht bereit Flüchtlinge von dem in Italien angelegten Schiff zu übernehmen. Humanität auf Kosten anderer ist eben sehr leicht.

    einklappen einklappen
  • maria am 14.09.2018 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unqualifiziert

    ich frage mich immer wieder, wie so ein politiker außenminister eines landes sein kann. hat luxenburg keine qualifizierten politiker für außenamt?

    einklappen einklappen
  • Nil am 14.09.2018 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Luxemburg

    Für solche Mimosen werfen wir zig Milliarden an Steuergeldern raus, und wenn nicht nach Ihnen geht benehmen sich wie ein kleines Kind. Dann noch schmollen und nicht denn Termin für das offizielle Foto wahrnehmen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • blaumann am 16.09.2018 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eu - buhhhhh

    nach der eu wahl wird hoffentlich einiges besser wenn als diese europazerstörer abgewählt und weg sind. wenn aber nicht ist dieses "friedensprojekt" gescheitert und zu verlassen.

  • Bernd Schuster am 15.09.2018 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    super der Italiener absolut Weltklasse Aussage

  • Rudi Notfall am 14.09.2018 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Dr

    Finde Kickl hat die richtigen Antworten und ich bin SPÖ Wähler

    • SockenRambo am 15.09.2018 01:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rudi Notfall

      Wieso wählt man spö wenn einem die Antworten und Inhalte anderer Partein mehr zusagen?

    • Isnetso? am 15.09.2018 08:42 Report Diesen Beitrag melden

      Verstehe ich nicht...

      ...SPÖ Wähler obwohl andere Parteien die besseren Argumente haben? Vielleicht aus Tradition?

    • Joe heute am 15.09.2018 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SockenRambo

      richtig verstehe ich auch nicht. wenn die eine Partei die richtigen Antworten hat sollte man die wählen.

    • blaumann am 16.09.2018 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rudi Notfall

      tja warum bist du dann noch spö wähler. die verunglimpfen nur unsere regierung und wollen unser schönes land ruinieren

    einklappen einklappen
  • Alter Politfuchs am 14.09.2018 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    Die Einen und die Anderen

    Die Einen wollen immer mehr Leute nach Europa holen, die Anderen machen sich berechtigte Sorgen, wie die wachsende Bevölkerung in Zukunft ernährt werden soll. (Würmer essen und so...)

  • fouché am 14.09.2018 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Toooooor!

    Die einzigen Luxis, die echt was draufhaben, sind die Düdelinger Kicker