Steuern

13. August 2017 09:51; Akt: 13.08.2017 10:16 Print

Schelling hat es auf Facebook & Co abgesehen

Österreich will "Vorreiterland" sein. Gemeinsam mit der EU berät der Finanzminister nun zur Besteuerung von digitalen Konzernen.

Finanzminister Hans Jörg Schelling
 (Bild: Helmut Graf)

Finanzminister Hans Jörg Schelling (Bild: Helmut Graf)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) widmet sich demnächst in der estnischen Hauptstadt Tallinn dem Kampf gegen "Steuerflucht-Routen, Gewinnverschiebungen und internationalen Steuerbetrug".

Gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Bruno Le Maire und den anderen EU-Finanzministern will er digitale Konzerne, Niedrigsteuerländer und ruinösen Steuerwettbewerb in der EU in den Griff bekommen.

Das berichtet der "Kurier" am Sonntag, der aus einem internen Papier zitiert. Das ist Schellings Plan:

"Digitale Betriebsstätten" sollen Internet-Konzernen, die zwar physisch nicht im Land präsent sind, aber trotzdem viel Umsatz machen, zum Zahlen von Steuern zwingen. Dieser Vorschlag kommt direkt aus dem österreichischen Finanzministerium.

Um Suchleistungen im Internet zu besteuern, schauen sich die Experten gerade an, ob Social-Media-Plattformen und Suchmaschinen tatsächlich "gratis" sind. Da der Anbieter im Austausch dafür Benutzerdaten "sammelt", könnte man dies möglicherweise auch als Leistungsaustausch sehen, für den Umsatzsteuer fällig wäre.

Dem Anreiz, in Niedrigsteuerländer abzuwandern, soll mit neuen Steuerabkommen entgegengewirkt werden. Den Mechanismus, mit dem aktuell Doppelbesteuerung vermieden wird, will Schelling umstellen. Österreichs Vorgehensweise soll ein Vorbild für die ganze EU sein.

Gegen den ruinösen Steuerwettbewerb innerhalb der EU glauben Frankreich und Deutschland ein Rezept gefunden zu haben. Die Bemessungsgrundlage für Unternehmenssteuern soll einheitlich werden.

Außerdem sollen grenzüberschreitend Daten zu Betrugsbekämpfung bei der Umsatzsteuer ausgetauscht werden. Versandhandel von außerhalb der EU soll ab dem ersten Euro besteuert werden (bisher ist das Limit 22 Euro).

(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anonymus Anonym am 13.08.2017 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Politiker - Sie fahren uns an die Wand.

    Weg mit diesen Politikern. Sie verstehen immer noch nicht, letztlich zahlen Wir. Auch Spediteure geben Maut etc. an die Kunden weiter. Auch hier werden sich dann eben Facebook und Co. Gebühren einfallen lassen, damit Sie nicht die Geldverschwendung unserer Politiker zahlen müssen. Wann kommt die Politiker Haftung, damit mit Geld sorgsamer umgegangen wird bzw. das man sich Geld wieder zurück holen kann.

    einklappen einklappen
  • Bubi am 13.08.2017 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Steuer

    Sollten tatsächlich Steuern anfallen werden diese an uns Nutzern weitergegeben werden, dabei werden viele wieder weniger einkaufen und so gehen diesem Traumtänzer Steuern verloren, aber soweit denkt der gar nicht. Mal sehen was wird.

  • gironnimo am 13.08.2017 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Kröte

    frisst immer der Endverbraucher!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Insider am 14.08.2017 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Teil 2

    Unter Dr. Schelling's Führung wäre Leiner/KIKA niemals an die Südafrikaner verkauft worden, der Koch und sein Jüngling hat dieses Unternehmen erst an die Wand gefahren. Lutz ist erst MIT Dr. Schelling zu dem Großunternehmen geworden, das es heute ist. *auserfahrungsprech*

  • Insider am 14.08.2017 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Teil 1

    Natürlich hängt auch unser Finanzminister seine Fahne in Windrichtung, wie alle die auf der Regierungsbank und im Plenum sitzen. Tatsache ist jedoch, dass Dr. H.J. Schelling der seit Jahrzehnten beste und qualifizierteste Finanzminister ist den Österreich je hatte. Angesichts seiner Erfahrung in unterschiedlichen Wirtschaftszweigen muss man ihm ganz einfach diese Qualifikation zusprechen. Auch schon als Personalchef und Geschäftsführer bei Leiner/KIKA hat er dieses Unternehmen zu dem gemacht, das es die letzten Jahre war.

  • Kritischer Geist am 14.08.2017 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Interssen von Machthabern ...

    Unsere Machthaber sollten einfach zugeben, dass Ihnen Facebook und andere soziale Medien deshalb ein Dorn im Auge sind, weil sich dort die Menschen ihren Zorn über völlig falsche Politik von der Seele schreiben. Machthaber haben immer schon versucht, die Informationshoheit über Medien zu bekommen. Über die klassischen Systemmedien haben sie die in Österreich schon lange. Deshalb wird jetzt vom rot-schwarz-grünen System gegen die sozialen Medien vorgegangen.

  • WolfgangHeute am 13.08.2017 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Normaluser nicht betroffen

    Da der durchschnittliche User das Gesichtsheft gratis benutzt, werden die Steuern keinen anderen betreffen als jene, die auch jetzt schon aus gekauften Informationen Kapital erwirtschaften.

  • gironnimo am 13.08.2017 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Kröte

    frisst immer der Endverbraucher!

>