Heinz-Christian Strache

14. Februar 2018 22:15; Akt: 14.02.2018 22:36 Print

"Dem ORF glaubt man nicht einmal die Uhrzeit"

Bei seiner Rede zum politischen Aschermittwoch in Ried hat Vizekanzler Strache mehr als acht Minuten seiner Redezeit allein dem "niederträchtigen" ORF gewidmet.

Vizekanzler Heinz Christian Strache (FPÖ, Freiheitliche Partei Österreich) während seiner Rede in der Jahnturnhalle am 14. Februar 2018 in Ried im Innkreis. (Bild: picturedesk.com)

Vizekanzler Heinz Christian Strache (FPÖ, Freiheitliche Partei Österreich) während seiner Rede in der Jahnturnhalle am 14. Februar 2018 in Ried im Innkreis. (Bild: picturedesk.com)

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Bei seiner Rede zum politischen Aschermittwoch in Ried im Innkreis hat Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache erneut kein gutes Haar am ORF gelassen. Mehr als acht Minuten seiner knapp einstündigen Redezeit kamen allein dem "niederträchtigen" ORF zu Gute.

Erst wenige Augenblicke auf der Bühne, widmete sich der Spitzenpolitiker anfangs noch den wichtigen Formalitäten. Passend zur Bierzelt-Atmosphäre wurde erst mal auf einen lauschigen Abend angeprostet.

Danach wurde es wieder politisch. Über Themen wie Steuerentlastung, mehr Personal für die Polizei und Strafverschärfungen für Sexualstrafträter – Strache fordert u.a. lebenslänglich für Kinderschänder ("Kinderseelen zerstört") – hantelt sich der Bundesparteiobmann hinweg zum in den letzten Tagen heiß diskutierten Thema, dem ORF.

"Da platzt einem auch mal der Kragen"

Seine Partei werde vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk totgeschwiegen oder einseitig und manipulierend dargestellt, so Strache. Als Negativbeispiel zitiert er erneut den Beitrag über den Tiroler FPÖ-Spitzenkandidaten Markus Abwerzger, dessen ablehnende Reaktion auf antisemitische Parolen eines Passanten weggeschnitten worden sein soll. "Das ist ja sogar für ORF-Verhältnisse ein noch nie dagewesener Tiefpunkt", donnert Strache. Denn damit hätte man genau das Gegenteil dargestellt, um die "persönliche Existenz von Markus Abwerzger zu vernichten" und der "Freiheitlichen Partei schaden zu wollen".

"Liebe Freunde, da platzt einem auch mal der Kragen. Ich habe daher meinen Faschingsdienstagsbeitrag geleistet", führt der FPÖ-Chef das Thema weiter zu seinem kontroversen "Lügen"-Posting auf Facebook, das er ja auch "ganz bewusst" als Satire gekennzeichnet habe. Satire dürfe alles, argumentiert Strache in Anlehnung an Kurt Tucholsky, "und das gilt auch wenn ein Freiheitlicher einen satirischen Kommentar schreibt. [...] Die Freiheit der Kunst haben die Linken nicht für sich gepachtet. Die darf jeder Mensch für sich in Anspruch nehmen."

"Dem ORF glaubt man nicht einmal die Uhrzeit...", setzt Strache hinterher. "Wollt ihr dafür wirklich noch weiter Zwangsgebühren zahlen?", fragt der Vizekanzler in die Menge. Diese grölt zurück: "Nein!" – "Vollkommen richtig", setzt Strache nach: "Und ich kann euch eines versprechen: Ich werde meinen vollsten Beitrag leisten, dass wir in einer ORF-Reform alles daran setzen, dass der ORF reformiert wird, endlich eine öffentlich-rechtliche Einrichtung wird, endlich objektiv und neutral berichtet wird und auch die Zwangsgebühren abgeschafft werden." Das Publikum jubelt.

(rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • John Milton am 14.02.2018 23:29 Report Diesen Beitrag melden

    Die Mauer bröckelt...

    Endlich wird ein politisch umfunktionierter und instrumentalisierter Rundfunk als Parteiensender entlarvt und an den Pranger gestellt.

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  • WehrtEuchEndlich am 14.02.2018 23:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Propaganda-Funk

    Wo er recht hat, hat er recht!

  • Gottfried von Zweien am 14.02.2018 23:30 Report Diesen Beitrag melden

    Der ORF ist nicht einmal

    imstande Bild und Ton synchron zu übertragen. Oder war das absichtlich um eine "gewisse Lächerlichkeit" in Berichten über die FPÖ einzubauen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Josef Vouivre am 17.02.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Sagt jener, ...

    Sagt der Mann, der sich selbst zum Wiener Vizeschülermeister in Schach gemacht hat. Aber klar, kritischen Journalismus, der die blauen Machenschaften aufdeckt, der muss angegriffen werden.

  • AustriaLaw am 16.02.2018 06:54 Report Diesen Beitrag melden

    Schandfleck für unser schönes Österreich

    Ein tolles Bild eines Mannes, der eine sehr wichtige Staatsfunktion innehat, mit einem Bierkrug am Aschermittwoch vor einer grölenden saufenden Masse rechte Hasstriaden zum Besten zu geben. HC ist nicht belehrbar und das Wahlvolk auch nicht. Schade um unser Österreich. Bin viel auf ausländischen Kongressen und geniere mich echt Österreicher zu sein.

    • Sonja am 16.02.2018 10:31 Report Diesen Beitrag melden

      schönes Österreich

      ich habe Verständnis für die ängstlicheren Mitbürger unseres Landes, sie wurden über Jahre von der richtigen Partei "bearbeitet" und manipuliert. Sie brauchen einfach den Schutz von uns. Und ich finde es auch gut das es unterschiedliche Medienvertreter und Parteien gibt, das braucht es um die Waage zu halten. Extreme, egal in welche Richtung sind nie gut. Aber ich weiß, was sie meinen wenn man sich öffentlich fremdschämen muss.

    • hueher am 17.02.2018 03:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @AustriaLaw

      Ihre Meinung ist eher in Richtung rassistisch ausgelegt..........

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  • Censorship am 15.02.2018 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wolfilein wird wieder klagen.. Schmoll..

    "Dem ORF glaubt man nicht einmal die Uhrzeit" Offenbar macht das der ORF selbst auch nicht.. Wieso sonst stimmen keine Startzeiten von Sendungen??

  • Sonja am 15.02.2018 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Jammern, Sudern, typisch Österreich

    und bitte, warum jammert der Österreicher bitte ständig. Wo gehts uns denn schlecht? Es will keiner wahr haben, aber uns geht es gut!!!! Und leider ist es so, umso mehr die Menschen haben umso umzufriedener sind sie. Ich kann es nicht mehr hören. Und nein ich habe kein Haus, Garten & Co und bin trotzdem zufrieden mit meiner Arbeit in der ich mittelmäßig verdiene, etc. pp. und warum? WEIL ICH MICH NICHT AN ANDEREN ORIENTIERE.

    • Gustl am 15.02.2018 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      @Sonja-AUGEN AUF!

      Dann haben Sie wahrscheinlich keine Kinder - deshalb kann es Ihnen ja auch egal sein! Wenn man sich aber um eine Familie kümmern und mit ansehen muss, wie ideologiegesteuerte Linke Realitätsverweigerer das Land immer mehr Richtung Abgrund treiben (Invasion 2015), dann muss man halt mal auch IM INTERESSE NACHFOLGENDER Generationen (bei Wahlen) die Notbremse ziehen, damit wir Einheimische auch noch in 20 Jahren hier leben können/dürfen.

    • teer und federn am 15.02.2018 20:07 Report Diesen Beitrag melden

      den armen österreichern gehts immer

      schechter. die weltmeister im sudern sind der fettgefressene mittelstand und die reichen denen fast alles in österreich gehört beteiligen sich nicht am gemeinwohl weil sie keine steuern zahlen. je reicher desto weniger steuern zahlt man in österreich, das meiste zahlen die ärmsten: die mwst ist die ertragreichste steuer. sie sagen es würde sich nicht rentieren eine erbschaftssteuer einzuheben, die enteignung der ausgesteuerten zahlt sich trotz der peanuts die es einbringt, aus. über füfzig milliarden euro wurden vererbt seit die erbschaftssteuer abgeschafft wurde.

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  • Josef Müller am 15.02.2018 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Uhrzeit im ORF

    Wenn Ö3 erst 2 Minuten zu spät sagt es ist 7 Uhr verlieren wir bei 30 Mitarbeitern genau 1 Stunde