Unterstützungs-Post

08. Februar 2018 11:32; Akt: 13.02.2018 16:12 Print

Verurteilter Neonazi wirbt für Grazer FP-Gemeinderat

Der in die Kritik geratene neue Grazer Gemeinderat Heinrich Sickl (FP) bekommt jetzt Schützenhilfe vom rechtskräftig verurteilten Neonazi Franz Radl.

Neonazi Franz Radl (links) und Grazer FP-Gemeinderat Heinrich Sickl (Rehts): Aufregung Identitären-Demos. Credit: IStock, FPÖ-Graz, Archivbild (Bild: zVg)

Neonazi Franz Radl (links) und Grazer FP-Gemeinderat Heinrich Sickl (Rehts): Aufregung Identitären-Demos. Credit: IStock, FPÖ-Graz, Archivbild (Bild: zVg)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nachdem in den vergangenen Tagen die jahrelange berufliche Tätigkeit des neuen FP-Gemeinderats Franz Radl in Graz für die als rechtsextrem eingestufte Aula scharf kritisiert worden war, wendet sich jetzt der rechtskräftig wegen Wiederbetätigung verurteilte Neonazi Franz Radl mit einem Unterstützungsschreiben an die Öffentlichkeit.

Neonazi wettert gegen Zeitung

In einem Facebook-Posting bricht der oststeirische Rechtsextreme eine Lanze für den umstrittenen Gemeinderat, der am Donnerstag angelobt wurde.


FPÖ-Gemeinderat mit Neonazi-Kontakten? (Video: Glomex)

In dem Posting wettert Radl aufs Schärfste gegen die "Besatzer-Zeitung" Kurier, die für die Causa zuständige Redakteurin wird als "Antifa-Journalistin" abgetan, deren "übermäßiger Alkoholkomsum zu regelmäßigen Falschmeldungen" führe, und der es nicht gelinge, die "Zeichen der Zeit" richtig zu deuten.

Geht es nach Radl sollten Politiker wie die "Grenzöffner" Mikl-Leitner (ÖVP) und Christian Kern (SP) künftig "ausgegrenzt" werden, jedoch nicht der in die Kritik geraten, frisch gebackene Gemeinderat.

Gemeinsame Vergangenheit

Der Grund für Radls Unterstützungserklärung dürfte in ihrer gemeinsamen Vergangenheit liegen. Sickl hätte 1991 für Radls Freilassung demonstriert, als er selbst das erste mal wegen NS-Wiederbetägung vor Gericht gestanden hatte. Eine Tat, die Radl heute, seiner späteren rechtskräftigen Verurteilung zum Trotz, als "humanitäres Engagement" und als "vorbildhaftes Verhalten" würdigt.

Aktiv wurde Radl am Donnerstag nach einem Kurier-Artikel, in dem Sickls Verwicklungen in die heimische Neonazi Szene analysiert, und auf die besagte Demo 1991 eingegangen wurde. Demnach liegen polizeiliche Ermittlungsakten vor, die belegen sollen, dass Sickl an der damaligen Demo gemeinsam mit dem mehrfach rechtskräftig verurteilten österreichischen Neonazi Gottfried Küssel demonstriert haben soll, dabei soll auch das NS-Lied "Es zittern die morschen Knochen..." gesungen worden sein, was jedoch sowohl Sickl als auch Radl dementieren.

FP-Graz: "Können Radl nicht an Facebook-Postings hindern"

Die Grazer FPÖ distanzierte sich auf heute.at Anfrage umgehend von Radls Facebook Posting. Er habe mit der Grazer FP absolut "gar nichts" gemeinsam, aber man könne Funktionäre eben auch nicht an Postings hindern. Erwünscht seien solche Unterstützungserklärungen mehrfach rechtskräftig verurteilter Neo-Nazis aber selbstverständlich nicht, so ein Sprecher der Grazer FP.

(mat)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Plot am 08.02.2018 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Hm

    Was gibt es schöneres, das Gesocks schießt sich demnächst selbst ab :-))

  • Das omen am 08.02.2018 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    eigendynamik

    das ganze bekommt eine eigendynamik die gefährlich wird. die fpö muss das unterbinden sonst wächst es uns über den kopf.

    einklappen einklappen
  • Patriot am 08.02.2018 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Rechte und FPÖ?

    Komisch das die Rechtsextremisten nur auf der Seite der FPÖ stehen,warum nur? Warum nur?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • teer und federn am 09.02.2018 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    das mit dem täglichen einzelfall

    geht sich gar nicht mehr aus. inzwischen sind es mehrere pro tag. ab wievielen einzelfällen kann man denn von einer tendenz sprechen?

  • Censorship am 09.02.2018 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Darwin Award wartet...

    "die "Besatzer-Zeitung" Kurier" Wie soll man solche Leute ernst nehmen?? ;) Ich denke die Evolution erledigt das.... Allerdings ist die Aussage weit weniger Gewalt fordernd, als es die jungen Grünen seinerzeit machten...

    • teer und federn am 10.02.2018 17:35 Report Diesen Beitrag melden

      wir schreiben das jahr 2018

      während ewiggestrige noch im jahre 1945 verweilten und die niederlage des 2. wk's noch nicht überwunden haben. frage: wie alt ist ein ewiggestriger wie sie eigentlich?

    einklappen einklappen
  • zachaeus am 08.02.2018 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    An "heute"

    Ihr schrammt aber schon arg an - § 113 StGB Vorwurf einer schon abgetanen gerichtlich strafbaren Handlung.

    • teer und federn am 09.02.2018 20:25 Report Diesen Beitrag melden

      und die poster/innen hier erst

      die wissen gar nicht wie sehr sie anschrammen. täglich hunderte verstöße gegen das verbotsgesetzt alleine hier in diesem hetzforum.

    einklappen einklappen
  • martin k. am 08.02.2018 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Seeelenverwandtschaft

    mancher User fragt selbst bei fortgeschrittener Tageszeit noch warum nur ? warum nur ?--- Rechtsextremos ziehts halt dorthin wo der Stallgeruch annähernd der gleiche ist oder nochmal anders-- wenn man sonst überall mit einem Fußtritt vor der Türe landet dann gehen R.Extremos zu der Partei die was noch übrig ist

  • Kritischer Geist am 08.02.2018 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Strafbarkeit des Vorwurfs ...

    Es ist strafbar, Menschen eine Straftat vorzuwerfen, für die sie bereits abgeurteilt wurden. Letztlich ist ein solches Vorgehen nichts nur rechtswidrig sondern zeugt auch von der Hilflosigkeit der politischen Linken. Man setzt offenbar alles auf eine Karte und die heißt "Schmutzkübel". Aber auch das wird den Abstieg der Linken in Europa nicht aufhalten können.

    • Doris Burda am 08.02.2018 16:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Kritischer Geist

      Können Sie uns den Pagragraphen und das Gesetzbuch nennen wo dies steht??

    • Plot am 08.02.2018 17:10 Report Diesen Beitrag melden

      Gs

      Bei dem Namen Radl, Stichwort Küssel, braucht man keine Schmutzkübel mehr, und wer die Geschichte jetzt als abgehandelt betrachtet, der darf sich dann nicht wundern, als Rechtsextrem bezeichnet zu werden. Das Linken-Bashing zieht nicht mehr, außer bei den Ewiggestrigen

    • Rorschach am 08.02.2018 22:56 Report Diesen Beitrag melden

      War um lesens nicht lieber

      unzensuriert, info-direkt und wochenblick? Dort steht alles drin was genehm erscheint. Dort wird nämlich geschmutzkübelt gegen alles was nicht rechts ist.

    einklappen einklappen