Musterlehrling

06. September 2018 16:14; Akt: 06.09.2018 17:28 Print

Vilimsky gibt Anschober die Schuld an FP-Blamage

FPÖ warf einem Lehrling fälschlich Terror-Sympathie vor und gibt jetzt Landesrat Anschober die Schuld. Der wehrt sich und fordert Entschuldigungen.

OÖ-Landesrat Rudi Anschober und der zu Unrecht beschuldigte Lehrling.  (Bild: Screenshot Facebook)

OÖ-Landesrat Rudi Anschober und der zu Unrecht beschuldigte Lehrling. (Bild: Screenshot Facebook)

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FP-Klubobmann Johann Gudenus hat einem Lehrling ungerechtfertigt Terrorismus-Sympathien vorgeworfen. FP-Generalsekretär Harald Vilimsky warf sich für seinen Parteifreund in die Bresche und versuchte den Spieß umzudrehen.

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"Anschober hat den besagten Lehrling selbst in Misskredit gebracht, in dem er wochenlang auf seiner Facebook Seite falsch verlinkt war. Damit hat Anschober diese Person selbst mit einem Terror-Liker in Verbindung gebracht“, meldete der blaue Politiker am Donnerstag unbeirrt: "Wir haben die richtige Person angezeigt, auf der Facebook-Seite Anschobers wurde die Person mit einem Hisbollah-Fan falsch verlinkt“. Der Landesrat sei für eine Verwechslung "alleinig verantwortlich“, so Vilimsky.

"Akt der Feigheit der FPÖ"

Rudi Anschober spielte den Ball sofort zurück. „Das ist ein Akt der Feigheit“, wehrte sich der Landesrat: „Wenn man einen Skandal produziert, dann soll man auch dazu stehen und nicht immer den anderen die Schuld zuschieben“. Die FPÖ sollte sich entschuldigen und dafür sorgen, dass man den Jugendlichen rehabilitiere, forderte Anschober gegenüber „Heute“.

Obwohl Anschober die FPÖ gebeten habe, ihre angeblichen Beweise offenzulegen, habe niemand bei ihm nachgefragt: „Wir hätten sofort gemerkt, dass die Personen nicht ident sind“. Mit seiner Retourkutsche habe Vilimsky allerdings eindrucksvoll bewiesen, dass er sich mit Sozialen Medien „nicht auskennt“. Nachsatz: „Oder er will sich nicht auskennen“.

Lehrling hat ein "Auffangnetz"

Der Lehrling sei durch die Terrorismus-Vorwürfe aus allen Wolken gefallen. Jedoch habe der junge Mann „einen Super-Chef und Super-Kollegen“, die zu ihm halten, meinte Anschober. Hätte der Lehrling dieses „Auffangnetz“ nicht, wäre die Vorgangsweise der FPÖ „eine Katastrophe“.

SPÖ entrüstet

Naturgemäß entrüstet zeigte sich auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher. „Entweder war Gudenus‘ Facebook-Recherche tatsächlich so stümperhaft und er ist nicht nur am rechten, sondern auf beiden Augen blind. Oder Gudenus hat vorsätzlich gehandelt, um politisches Kleingeld zu wechseln. Dann reden wir von Verleumdung“, wetterte Lercher. Diese „Fake News-Politik“ sei letztklassig.

Liste Pilz im Furor

Auch die Liste Pilz kühlte ihr Mütchen an den Blauen. FPÖ-Gudenus habe mit seinen falschen Vorwürfen „wieder einmal einen neuen moralischen Tiefpunkt innerhalb der FPÖ erreicht“. Sein Handeln sei „menschlich widerlich und politisch verantwortungslos“, kritisiert die integrations- und sicherheitspolitische Sprecherin der Liste Pilz, Alma Zadic.

Gudenus auf Tauchstation

Gudenus selbst verharrte auf Tauchstation und wollte nicht zur FPÖ-Blamage Stellung nehmen. Ein Pressesprecher von Gudenus verwies auf die oben zitierte Aussendung von Vilimsky.

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(GP)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lore am 06.09.2018 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibst der Anstand

    Wenn Gudenus anstand hätte würde er sich wenigstens entschuldigen. Egal ob Flüchtling oder nicht man kann nicht öffentlich jemanden als Terroranhänger bezeichnen ohne das es dafür Beweise gibt. Und nun will man die Schuld jemand anderen geben. Derjeniger der es Öffentlich gesagt hat, also Gudenus, soll wenigstens so viel sein und sich bei dem jungen Mann entschuldigen. Das ist rein Anstandssache.

  • Mama Renate am 06.09.2018 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    "Gudenus verharrte auf Tauchstation"

    Jeder Prolet hätte sich wenigstens sofort entschuldigt. Das deutet wieder einmal darauf hin, wer so nach "oben" gespült wird. Österreichische Kultur und Werte sind etwas anderes.

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  • Ludwig am 06.09.2018 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Geht's noch?

    Und täglich grüsst das FPÖ-Schwammerl.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • kurt wierer am 07.09.2018 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    überflüssige Diskussion

    Das wäre alles kein Thema wenn man bisher nach den Gesetzen gehandelt hätte.Der Lehrling dürfte hier nicht arbeiten.Ende

  • frank jubsuf am 07.09.2018 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wie gehabt

    Immer das Gleiche. Zuerst ungerechtfertigt beschuldigen und dann die Schuld anderen in die Schuhe schieben wollen. So wird das nichts mit "Staatstragend" liebe FPÖ. das werdet ihr euch noch abgewöhnen müssen! Oder ..

  • Toni am 06.09.2018 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oje

    Alter Schwede, wie viel Zeit hat Herr Gudenus wenn er nebenbei Privatdetektiv spielen kann. Auf diese Art würde ich auch gerne ca. 9500 im Monat verdienen.

  • Ein echter Österreicher am 06.09.2018 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Politiker wie Vilimsky und Anschober sind nur peinlich. Bedenklich finde ich ist, wer bringt solche Typen in die Politik.

    • Otto am 06.09.2018 23:27 Report Diesen Beitrag melden

      Vilimsky nicht gut

      Vilimsky ist für die Politik nicht gut,da er geradeaus die Wahrheit anspricht.Das Volk sollte maximal 30-40% Wahrheit und Info von der Politik erhalten und nicht mehr.Er Vertuscht nichts und umgeht keine Fragen und sagt mehr was er soll.Genau so,wenn ein Geschäftsführer eine Konserness zu viel an die Angestellten weitergibt.

    • Hannes Sommer am 07.09.2018 00:35 Report Diesen Beitrag melden

      @ ein echter Österreicher

      Einfache Antwort, jeder Wähler sowie Nichtwähler außer denen welche ihr Stimme ungültig machen.

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  • hans am 06.09.2018 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    blaue logik

    klar irgendjemanden anzeigen ohne vorher zu eruieren ob es auch rechtens ist und dann sind die anderen schuld. wirklich eine truppe vom feinsten !

    • scotland yard am 06.09.2018 22:12 Report Diesen Beitrag melden

      hans unlogik

      ein sonderschulmäßiger Purzelbaum, den du hier vorführst. Eine Anzeige zu erstatten ist immer rechtens; ob der Vorwurf, der in der Anzeige zum Ausdruck kommt, zutrifft oder nicht, beurteilt dann die Justiz, also Staatsanwaltschaft und gegebenenfalls der Richter. Wenn man den konkreten Verdacht auf eine strafbare Handlung hat, ist es sogar Pflicht des Staatsbürgers, die Anzeige zu erstatten. Damit ist keine "Schuld" verknüpft und daher auch eine "Entschuldigung" unsinnig.

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