Vorgaben aus Brüssel

20. Juli 2017 14:11; Akt: 20.07.2017 14:33 Print

Wirte schäumen: EU will dunkle Pommes verbieten

Die EU hat gesundheitsfördernde Regeln für Lebensmittelhersteller erarbeitet. Das krebserzeugende Acrylamid soll etwa in Pommes und Chips reduziert werden.

EU will zu dunkle Pommes verbieten, da sie krebserregenden Stoff enthalten können. (Bild: iStock)

EU will zu dunkle Pommes verbieten, da sie krebserregenden Stoff enthalten können. (Bild: iStock)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ab 2019 soll die neue EU-Regel gelten. Derzeit ist sie noch ein Entwurf, der wurde aber am Mittwoch von Experten aller EU-Länder gebilligt – und kann damit in Begutachtung gehen. Die Gastronomie schäumt angesichts neuer, drohender Vorschriften. Sie hatte in den vergangenen Jahren schon die Registrierkassen- und die Allergen-Verordnung "geschluckt".
"Eine zweite Allergen-Verordnung akzeptieren wir nicht. Sollten neue Aufzeichnungspflichten oder sogar Strafen durch das Ministerium eingeführt werden, steigen wir auf die Barrikaden“, sagt der Obmann des Fachverbands Gastronomie in der Wirtschaftskammer, Mario Pulker.

Umfrage
Finden Sie die neue EU-Regel sinnvoll?
15 %
84 %
1 %
Insgesamt 498 Teilnehmer

Die neuen EU-Regeln geben gar eine Art Kochanleitung, so wird vorgegeben, Kartoffelsorten mit wenig Stärke zu verwenden und Pommes vor dem Frittieren einzuweichen oder zu blanchieren, um die Stärke auszuwaschen. Zudem sollen die Hitze beim Garen auf das Nötigste begrenzt und die Waren so wenig wie möglich gebräunt werden. Droht knusprig-dünkleren Pommes das Aus?

"Es sieht so aus, als ob die Einwände der europäischen Gastronomieverbände im Konsultationsverfahren nicht berücksichtigt wurden. Das bedeutet, dass sich die Betriebe europaweit wieder auf neue gesetzliche Vorgaben einstellen müssen und damit die bereits stark überregulierte Gastronomie weiter belastet wird", analysiert Mario Pulker den Verordnungsentwurf. Gemeinsam mit den anderen Europäischen Gastronomieverbänden hat der Fachverband Gastronomie im Vorfeld für freiwillige Informationskampagnen anstelle von neuen gesetzlichen Verpflichtungen plädiert.


Gastronomen schlagen Info-Kampagne vor
"Mit gut gemachten Informationskampagnen könnte man die vermeintliche Acrylamidbelastung viel effektiver reduzieren, da die Konsumenten solche Maßnahmen auch Zuhause umsetzen können. Jetzt haben wir die Situation, dass das Thema von Anfang an eine negative Konnotation aufweist und von der Bevölkerung - insbesondere den Unternehmerinnen und Unternehmern - als unverhältnismäßige Bevormundung und sinnlose Bürokratie wahrgenommen wird."

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


(uha)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • myopinion am 20.07.2017 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Hat die EU keine anderen Sorgen?

    Gastronomen haben schon jetzt unzählige Auflagen. Ich als Konsument will selbst entscheiden, ob ich meine Pommes hell oder dunkel konsumieren dürfte. Hat die EU nicht wesentlich dringendere Probleme zu lösen?

    einklappen einklappen
  • Erwin S. am 20.07.2017 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kampfmaßnahmen

    Liebe Wirte, bietet keine Pommes mehr an und ihr habt Millionen Verbündete die für euch auf die Barrikaden steigen.

    einklappen einklappen
  • WolfgangHeute am 20.07.2017 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verordnungswut?

    Ich fürchte demnächst wird der H2O Gehalt von Wasser reglementiert.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • 1002Himmelszelt am 22.07.2017 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Die EU hat Recht, Ö. Justiz schläft

    Die Lebensmittelhersteller (und gelernte Köche!) wissen seit 10-15 Jahren, dass bei stärkehältige Lebensmitteln (Mehl, Brot, Kuchen, Pizza, Paniermehl bei z.B. Schnitzel, Getreide- und Kartoffelprodukten) und bei nicht hitzefestem Öl über 180° C das stark krebserzeugende Acrylamid entsteht! Daher dürfen diese Lebensmittel auch nie zu hohen Temperaturen ausgesetzt werden und nie dunkelbraun bzw. schwarz geröstet bzw. gebacken werden! Wird Zeit, dass man das diesem ungelernten Personal in den Kneipen und Buden auch mal beibringt! Dunkelbraune Pommes oder Paniertes vorsetzen = wie Mordversuch!

  • Karl am 21.07.2017 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Politiker unfähig

    Je höher der Status eines Politikers ist, desto geringer ist sein Intelligenzquotient, nur so können solch blöde Überlegungen entstehen !

    • 1002Himmelszelt am 22.07.2017 08:33 Report Diesen Beitrag melden

      Das Volk ist einfach strutzdumm

      Nur total ungebildete Menschen kapieren nicht, dass sie Gift fressen! Alle anderen wissen nämlich seit 20 Jahren, dass Acrylamid hochgiftig ist! Auch gelernte Köche und Bäcker! Aber besagte Dummies lassen sich ja jeden Dreck vorsetzen, also auch verbrannte Pommes, Schnitzel und Pizzen und rauchendes verkohltes Fett von ungelernten Wirten, und zahlen auch noch dafür!

    einklappen einklappen
  • Manuela am 21.07.2017 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Pommes

    im prinzip ist es mir egal weil ich keine pommes esse vielleicht einmal im jahr und da müssen sie schon ein wenig braun sein aber nicht verbrannt die eu sollte sich um wichtigere dinge kümmern

  • purplevienna am 21.07.2017 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Pommes Frites

    Wenn die fleißigen, nichtsahnenden Poster hier wissen würden, was Ihnen über Pommes an minderwertigstem Frittierfett untergejubelt wird, wären sie wohl starr vor Ekel, andererseits verstehe ich, dass die fachliche Qualifikation logischerweise nicht soweit gehen kann, um diese Problematik in vollem Umfang zu erahnen. Mal davon abgesehen: Wer die gute, österreichische Küche schätzt, greift ohnehin nicht zu Pommes Frites aus der Tiefkühltruhe, so wie sie die Gastronomie zu 95% serviert, sondern bestellt gute Braterdäpfel zum Schnitzel .......

    • WolfgangHeute am 22.07.2017 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @purplevienna

      Allerdings ist bei Braterdafeläpfeln nach dem Braten der gleiche Schadstoff drauf.

    • 1002Himmelszelt am 22.07.2017 08:37 Report Diesen Beitrag melden

      Einfach Unbildung

      Kein Mensch sagt, die Leute dürfen keine Pommes mehr essen. Sie sollen nur keine braunverbrannten Pommes essen, die übererhitzt (über 180 ° C) in schlechtem Fett geröstet wurden. Und kein anständiger gelernter Koch würde so was jemanden vorsetzen! Übrigens soll man auch die Braterdäpfel nicht ankohlen...

    einklappen einklappen
  • WEISSSEHER am 21.07.2017 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    es ist langsam genug

    Dann werden Pommes und Chips eben daheim selbst gemacht wie man es persönlich will und da kann die EU nichts dagegen machen. Oder muss man es dann geheim machen weil es auch den Privaten verboten wird? Was wird noch reglementiert, haben die EU Bürokraten keine andere Arbeit