Formel-1-Kolumne Formel1

Wenn Wäschetrocknen zur Nebensache wird

Wenn Wäschetrocknen zur Nebensache wird

Markus Miksch ist Sportchef bei Heute.at. (© Hertel)

Markus Miksch
Markus Miksch ist Sportchef bei Heute.at.
Ganz ehrlich, als Sebastian Vettel nach 25 Runden mit gut 20 Sekunden führte, entschloss ich mich, die Wäsche zum Trocknen aufzuhängen. Bis zum nächsten Boxenstopp geht sich das schon aus und es sah nach dem üblich langweiligen Valencia-Rennen aus.

Doch dann kam die Kollision von Jean-Eric Vergne und Heikki Kovalainen dazwischen, die eine Safety-Car-Phase einläutete. Bis zu deren Ende hing die Wäsche und dann konnte ich nicht mehr wegschauen. Unglaublich, welches Rennen sich da noch entwickelte und wie überraschend es endete.

Vettel als schlechter Verlierer?
Die Szene des Rennens war natürlich, als Sebastian Vettel nach überlegener Führung nach der Safety-Car-Phase ausrollte. Er behauptet, das langsame Fahren hinter dem Pacecar hätte den Defekt herbeigeführt. Dass er der Rennleitung nachher unterstellte, die Gelbphase absichtlich herbeigeführt zu haben, um Spannung zu erzeugen, ist eines Weltmeisters nicht würdig.

Die Piste war bereits übersäht mit Wrackteilen, die einen Reifen rasch aufschlitzen können. Bei diesem Highspeed-Stadtrennen kann das rasch ins Auge gehen. So überlegen, wie er bis zur Safety-Car-Phase unterwegs war, wäre er dem Feld nach dem Restart ohnehin wieder davongezogen, aber die Technik spielte nicht mit.

Aufreger: Kollision zwischen Hamilton und Maldonado
Für die meiste Aufregung sorgte der Crash zwischen Lewis Hamilton und Pastor Maldonado. Naturgemäß schoben sich die beiden die Schuld gegenseitig zu. Für mich war es ein normaler Rennunfall in Folge des hohen Adrenalinpegels zum Rennende und egoistischer Fahrweise.

Hamilton drängte Maldonado im Rahmen der Regeln von der Piste. Doch er rechnete nicht damit, dass der Venezolaner trotzdem am Gas bleibt. Der Williams-Pilot widerum hätte den Unfall verhindern können, indem er zurücksteckt. Da Hamiltons Reifen ohnehin am Ende waren, hätte er ihn vermutlich noch überholt.

Somit wurden beide um ein gutes Ergebnis gebracht. Lachender Dritter war Michael Schumacher, der mit dem ersten Podestplatz seit dem Comeback belohnt wurde. Und es gibt kaum einen, der ihm aufgrund des Pechs, das seither auf ihm lastet, diesen Erfolg nicht gönnt.


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