Nach Startunfall Formel1

Herbe Kritik an Grosjean und Sicherheit

Herbe Kritik an Grosjean und Sicherheit

Nur mit viel Glück hat sich bei diesem Unfall niemand verletzt (© APA)

Romain Grosjean
Nur mit viel Glück hat sich bei diesem Unfall niemand verletzt
Noch immer ist die Formel 1 nach dem Startunfall beim Grand Prix von Belgien im Schockzustand. Während die einen über Unfallverursacher Romain Grosjean und die jungen, respektlosen Piloten schimpfen, fordern die anderen noch mehr Sicherheitsvorkehrungen.

"Der ist talentiert, aber manchmal unwahrscheinlich blöd. Er zeigt keine Einsicht. Es war alles Pech, er ist froh, dass niemandem etwas passiert ist. Also wie dumm ist der wirklich?", brachte es Niki Lauda wie gewohnt unverblümt bei RTL auf den Punkt. Gemeint ist Romain Grosjean, der den gefährlichen Unfall in der ersten Kurve in Spa-Francorchamps ausgelöst hatte und nun von der FIA einen Rennen Nachdenkpause bekommen hat (Heute.at berichtete).

+++ Tops und Flops beim Belgien-GP +++

Auch Fernando Alonso schloss sich der Kritik am Franzosen an. Kein Wunder, nur mit viel Glück überlebte er den Crash, der Bolide von Grosjean verfehlte nur um Zentimeter den Kopf des Ferrari-Piloten. "Was passiert ist, ist eine Schande! Nachdem ich die Bilder im Fernsehen gesehen habe, habe ich erkannt, wie nahe er an meinem Kopf vorbeigeflogen ist", meinte der Spanier.

Grand Prix von Belgien

McLaren Formula One driver Button of Britain leads the pack at the start of the Belgian F1 Grand Prix in Spa Francorchamps
Während Button einen sauberen Start hinlegt, kracht es im Hintergrund gewaltig
"Ich denke, dass bestimmte Fahrer versuchen sollten, beim Start weniger Risiko einzugehen. Es gibt diese Tendenz gerade bei jungen Fahrern, aber es wäre besser, wenn sie gerade am Anfang ihrer Karriere die Regeln mehr respektieren und ihr Verhalten auf der Strecke den Vorschriften anpassen würden", fügte der Spanier hinzu. Lauda befürwortete die Strafe gegen Grosjean, der in Monza vermutlich durch Ersatzpilot Jerome D'Ambrosio ersetzt wird: "Von alleine kommt er nicht drauf, weil der Kopf nicht gescheit genug ist. Diese Aktion war ein heller Wahnsinn!"

Sicherheitsdebatte wieder entflammt
Seit dem schwarzen Wochenende von Imola 1994, als Roland Ratzenberger und Ayrton Senna tödlich verunglückten, gab es keinen weiteren Todesfall mehr in der Formel 1. Die Sicherheitsbestimmungen wurden drastisch erhöht. Doch nach wie vor ist der Kopf der am wenigsten geschützte Körperteil von Formel-Piloten.

Dies zeigte der tödliche Unfall von Henry Surtees beim Formel-2-Lauf in Brands Hatch 2009. Der Sohn des ehemaligen Formel-1- und Motorradweltmeisters John Surtees wurde bei voller Fahrt von einem Reifen am Kopf getroffen, der sich bei einem Unfall eines anderen Piloten gelöst hatte.

Glaskuppel, weiterer Überrollbügel oder strengere Strafen?
Deswegen gibt es Überlegungen, die Cockpits ähnlich wie bei Kampfjets mit Glaskuppeln abzudecken (Heute.at berichtete). Diese könnten schon ab 2014 zum Einsatz kommen. Für manchen Formel-1-Fan würde dadurch aber der ursprüngliche Flair verloren gehen. Eine weitere Überlegung wäre ein weiterer Überrollbügel vor dem Cockpit.

Ferrari-Teamchef Stefano Domenical fordert hingegen, schon in den Nachwuchsserien härter zu bestrafen, damit die Regeln auf der Strecke befolgt werden.


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