Mercedes vermisste Signal Formel1

Teamchef Brawn: "Schumi war immer unsicher"

Teamchef Brawn: "Schumi war immer unsicher"

Mercedes vermisste ein klares Signal von Michael Schumacher (© JULIEN WARNAND (EPA))

Michael Schumacher
Mercedes vermisste ein klares Signal von Michael Schumacher
Offenbar gab es für Mercedes gleich zwei Gründe, der Zusammenarbeit mit Schumi ein Ende zu setzen. Während Daimler-Chef Dieter Zetsche am Freitag den Misserfolg als Grund nannte, deutete Teamchef Ross Brawn nun an, dass sich der Rennstall vom siebenfachen Weltmeister offenbar mehr Entschlossenheit erwartet hätte.

Teamchef Ross Brawn kritisierte, dass sich Michael Schumacher zu unentschlossen verhalten habe. "Michael war immer unsicher, was er machen will", wurde Brawn am Samstag von der BBC zitiert. Der siebenfache Champion habe dem Team nie ein klares Signal gegeben, ob er über das Saisonende hinaus bleiben wolle. Möglicherweise hatte der 43-Jährige genug davon, in einem Auto mit geringer Aussicht auf Erfolg zu sitzen.

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Während der Deutsche zögerte, habe das Management von McLaren-Pilot Lewis Hamilton Verhandlungen über einen Wechsel des Briten zu Mercedes forciert. Hamiltons wachsendes Interesse habe schließlich den Ausschlag gegeben. "Michael wusste immer von den Gesprächen. Er ist froh, dass sich das Team so eine gute Alternative für die Zukunft gesichert hat", versicherte Brawn.

Am Freitag hatte der Rennstall bekanntgegeben, dass Schumachers am Saisonende auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. Hamilton erhielt einen Kontrakt bis 2016 und wird neuer Teamkollege von Nico Rosberg. Brawn betonte, dass der Neuzugang keinen Nummer-1-Status erhalten wird. "Lewis hat das in keinem Gespräch erwähnt. Er wollte sicher sein, dass er gleich behandelt wird, aber hat nie einen Nummer-1-Status verlangt", sagte Brawn.

+++ Schumi wollte es noch einmal wissen +++

Sensationswechsel: "Schritt in der Geschichte", "sportlicher Selbstmord"
Die britische Presse sieht den Sensationstransfer mit geteilter Meinung. Vom "Schritt in die Geschichte", den der britische Guardian sieht bis hin zum "sportlichen Selbstmord", wie es der Independent beurteilt, reichte am Samstag die Skala. Klar ist: Hamilton verlässt ein über Jahrzehnte erprobtes Siegerteam und kommt zu einem Rennstall, der drei Jahre mit vielen Tiefs und wenigen Höhen hinter sich hat.

Ob Hamilton mit Mercedes Erfolge feiern kann, wird sich zeigen. Zuvor geht die Formel-1-Saison aber mit einer skurrilen Situation weiter: Hamilton braucht im Titelrennen die Unterstützung des Teams, für das er nicht mehr fahren will. Schumacher braucht für einen ordentlichen Abschied die Hilfe des Teams, das ihn nicht mehr haben will.

Was will Schumi?
Während die Saisonplaungen bei Mercedes mit den Neuzugängen von Hamilton und Niki Lauda als Aufsichtsratchef so gut wie abgeschlossen sind, ist die Zukunft von Michael Schumacher weiter offen.

Das Management schweigt, von Ruhestand über Funktionärskarriere bis zu einem Wechsel zu einem anderen Team scheint noch alles möglich. Sogar ein Sensations-Comeback bei Ferrari, wo Felipe Massas Vertrag ebenfalls am Saisonende ausläuft, erscheint für manchen Branchenkenner nicht ausgeschlossen. "Ein Kapitel für Schumacher geht zu Ende, aber vielleicht noch nicht die Ära. Von ihm kommt jedenfalls keine Ankündigung eines Abschieds", stellte die Ferrari-nahe Gazzetta dello Sport fest.


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