RTL-Kollege packt aus

06. Dezember 2017 11:29; Akt: 06.12.2017 11:33 Print

"Niki Lauda verbot mir, im Flugzeug zu pinkeln"

21 Jahre lang war Niki Lauda Formel-1-Experte bei RTL. Jetzt plaudert sein Kollege Florian König die lustigsten Episoden aus.

Bildstrecke im Grossformat »
Bevor er seine große F1-Karriere begann, durchlief Lauda die Formel 3 und die Formel 2, zusätzlich fuhr er Langstrecken-Rennen, um Geld für die Formel 1 zu verdienen. Beim Grand Prix von Österreich 1971 feiert Lauda sein Formel 1-Debüt, im March-Ford schied er aber aus. Lauda war für fünf Formel 1-Teams als Fahrer tätig: 1971-1972 March, 1973 B.R.M., 1974-1977 Ferrari, 1978-1979 Brabham und 1982-1984 McLaren. 1974 und 1975 wurde Lauda mit Ferrari Formel-1-Champion, 1984 mit McLaren. Nach seinem Feuerunfall 1976 am Nürburgring gab ihm ein Priester die letzte Ölung. Lauda überlebte, holte ein Jahr später seinen zweiten WM-Titel. 1979 trat er zurück, 1982 gab er sein Comeback, 1984 der dritte WM-Titel. Beim Feuer-Crash am Nürburgring sitzt Lauda minutenlang im brennenden Ferrari, im Klinikum Mannheim retten Ärzte sein Leben. 1979 ging Lauda unter die Airline-Betreiber und gründete seine Fluglinie Lauda-Air 1991 kam es zu einer der gröten Katastrophen der österreichischen Geschichte: In Thailand stürzte eine Lauda Air-Maschine ab, 223 Menschen starben. 2003 stieg Lauda wieder ins Airline-Business ein und gründete FlyNiki, das er 2011 komplett verkaufte. Lauda hat aus seinen beiden Ehen jeweils zwei Kinder, sein Sohn Mathias (36) ist selbst auch Rennfahrer und fährt Langstreckenrennen. Das bewegte Leben Laudas mit dem Crash am Nürburgring wurde im Film "Rush" verewigt. Aufgrund der starken Medikamentendosis nach seinem Unfall am Nürburgring ließ die Nierenfunktion bei Lauda nach. 1997 spendete ihm sein Bruder Florian und 2005 seine Partnerin Birgit eine neue Niere. In Spielberg stieg Lauda beim Legenden-Rennen 2015 noch einmal in seinen Weltmeister-McLaren von 1984. Niki Lauda ist auch ein gern gesehener Gast bei diversen Charity-Events. Hier macht er mit seinem Freund Bernie Ecclestone die Streif in Kitzbühel unsicher. Lauda ist immer wieder für einen flotten Spruch gut: "Völliger Schwachinn" und "vollkommen logisch" sind mittlerweile Kult. Lauda fährt immer noch Legenden-Rennen, hier im Ferrari in Monaco. Beim Fernsehsender RTL war Lauda 21 Jahre lang als Experte tätig. Im November 2017 gab er seinen TV-Rücktritt bekannt. Hier interviewt er gerade Sebastian Vettel. Im Moment ist Lauda als Vorstandsvorsitzender des Mercedes Formel-1-Teams tätig.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Niki Lauda machte beim letzten Formel-1-Rennen der Saison in Abu Dhabi Schluss mit RTL. Nach 21 Jahren. Lauda verzichtet auf rund eine Million Euro Jahresgage.

"Jetzt kommt was Extremes"

RTL-Moderator Florian König, der mit Lauda seit 1996 die Formel-1-Rennen analysierte, war geschockt: "Ich merkte gleich, jetzt kommt was Extremes. Niki hat vorher tief ein- und ausgeatmet. Das tat er sonst nie. Er erwischte mich in diesem Moment ein bisschen auf dem falschen Fuß. Aber jetzt mit etwas Abstand muss ich sagen: größter Respekt", erinnert sich König in der "Sport Bild".

Das überraschte am meisten an Lauda

König hat bei RTL viel erlebt mit Lauda. 1996 beim Grand Prix in Australien analysierten sie ihr erstes Rennen gemeinsam. "Ich hatte unheimliche Ehrfurcht vor ihm. Da war der Unfall am Nürburgring, der Absturz mit vielen Toten bei seiner Airline und so weiter. Den hat er mir aber schnell genommen, weil er ja doch ein umgänglicher Typ ist. Keiner der Superstar-Allüren hat."
Was König am meisten an Lauda überraschte: "Wie klar und teilweise emotionslos er Entscheidungen trifft, wie strukturiert er denkt. Obwohl er ja überhaupt kein emotionsloser Mensch ist."

Die orangefarbene Unterhose

Bei der schönsten Lauda-Anekdote muss König schmunzeln.
"Ich bin mal mit ihm zurückgeflogen aus der Türkei nach Wien. Ich musste dringen und fragte: ,Hast du eine Toilette im Flugzeug?', und er meinte: ,Ja, aber die ist nicht zum Benutzen.' Wieso? ,Das nervt immer so, die zu reinigen.' Und dann hat er mich verdonnert, am Rasen neben der Landebahn mein Geschäft zu erledigen. Und da ist natürlich die Sache mit seiner offenen Hose. In der ersten Sendung blitzen da irgendwie so orangefarbene Boxershorts durch, und ich war mir nicht so sicher, ob das jetzt die Unterhose war. Aber das war sie. Ich hab ihn dann gebeten, die Hose doch zuzumachen. Dann hat er mir erklärt: Das gibt es nicht. Er hat den unteren Knopf offen gelassen, und das ist bis heute so geblieben."

(Heute Sport)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ak am 06.12.2017 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlichkeit

    Herr Lauda ist ein großes Vorbild für mich. Seine Denkweise ist genial und seine direkte Art!! Es gibt in Österreich viel zu viele A kricher. Es würde den Politiker auch nicht schaden wenn Sie öfter sagen würden was Sie denken

  • Iris am 06.12.2017 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das wäre mein Präsident

    Ein wirklich großer Österreicher!

Die neusten Leser-Kommentare

  • ak am 06.12.2017 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlichkeit

    Herr Lauda ist ein großes Vorbild für mich. Seine Denkweise ist genial und seine direkte Art!! Es gibt in Österreich viel zu viele A kricher. Es würde den Politiker auch nicht schaden wenn Sie öfter sagen würden was Sie denken

  • Iris am 06.12.2017 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das wäre mein Präsident

    Ein wirklich großer Österreicher!