Abgang bei RTL

27. November 2017 18:54; Akt: 27.11.2017 18:54 Print

TV-Aus: Das steckt hinter dem Rücktritt von Lauda

Niki Lauda ist nicht mehr Formel-1-Experte bei RTL! Nach 21 Jahren gibt die PS-Ikone das Mikro endgültig ab. Hier die Gründe für seine Entscheidung.

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Bevor er seine große F1-Karriere begann, durchlief Lauda die Formel 3 und die Formel 2, zusätzlich fuhr er Langstrecken-Rennen, um Geld für die Formel 1 zu verdienen. Beim Grand Prix von Österreich 1971 feiert Lauda sein Formel 1-Debüt, im March-Ford schied er aber aus. Lauda war für fünf Formel 1-Teams als Fahrer tätig: 1971-1972 March, 1973 B.R.M., 1974-1977 Ferrari, 1978-1979 Brabham und 1982-1984 McLaren. 1974 und 1975 wurde Lauda mit Ferrari Formel-1-Champion, 1984 mit McLaren. Nach seinem Feuerunfall 1976 am Nürburgring gab ihm ein Priester die letzte Ölung. Lauda überlebte, holte ein Jahr später seinen zweiten WM-Titel. 1979 trat er zurück, 1982 gab er sein Comeback, 1984 der dritte WM-Titel. Beim Feuer-Crash am Nürburgring sitzt Lauda minutenlang im brennenden Ferrari, im Klinikum Mannheim retten Ärzte sein Leben. 1979 ging Lauda unter die Airline-Betreiber und gründete seine Fluglinie Lauda-Air 1991 kam es zu einer der gröten Katastrophen der österreichischen Geschichte: In Thailand stürzte eine Lauda Air-Maschine ab, 223 Menschen starben. 2003 stieg Lauda wieder ins Airline-Business ein und gründete FlyNiki, das er 2011 komplett verkaufte. Lauda hat aus seinen beiden Ehen jeweils zwei Kinder, sein Sohn Mathias (36) ist selbst auch Rennfahrer und fährt Langstreckenrennen. Das bewegte Leben Laudas mit dem Crash am Nürburgring wurde im Film "Rush" verewigt. Aufgrund der starken Medikamentendosis nach seinem Unfall am Nürburgring ließ die Nierenfunktion bei Lauda nach. 1997 spendete ihm sein Bruder Florian und 2005 seine Partnerin Birgit eine neue Niere. In Spielberg stieg Lauda beim Legenden-Rennen 2015 noch einmal in seinen Weltmeister-McLaren von 1984. Niki Lauda ist auch ein gern gesehener Gast bei diversen Charity-Events. Hier macht er mit seinem Freund Bernie Ecclestone die Streif in Kitzbühel unsicher. Lauda ist immer wieder für einen flotten Spruch gut: "Völliger Schwachinn" und "vollkommen logisch" sind mittlerweile Kult. Lauda fährt immer noch Legenden-Rennen, hier im Ferrari in Monaco. Beim Fernsehsender RTL war Lauda 21 Jahre lang als Experte tätig. Im November 2017 gab er seinen TV-Rücktritt bekannt. Hier interviewt er gerade Sebastian Vettel. Im Moment ist Lauda als Vorstandsvorsitzender des Mercedes Formel-1-Teams tätig.

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"Ich habe eine persönliche Entscheidung getroffen, und zwar, dass ich nicht mehr RTL-Experte sein werde!" Mit diesen Worten schockte Niki Lauda nach dem Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi die Motorsport-Fans. 21 Jahre analysierte er die Rennen der PS-Königsklasse auf RTL. Jetzt wird sich der 68-Jährige ganz auf seinen Job als Mercedes-Aufsichtsratsboss konzentrieren können. "Heute" kennt die Gründe für den TV-Abgang des Wieners.

Fehlende Perspektive: Der Vertrag von RTL für die TV-Übertragungen der Formel-1-Rennen läuft aus. Um eine Fortsetzung ab 2018 wird gepokert. Die Gespräche laufen seit Monaten, eine Einigung gibt es bisher allerdings noch nicht.

Streit mit dem Chef: Dementsprechend stockten auch die Verhandlungen mit Lauda über eine Fortsetzung des Engagements (Geschätztes Honorar: 1 Million Euro). Schon zuvor hatte er Ärger mit den RTL-Bossen. Man einigte sich darauf, dass Lauda nur noch bei 13 Rennen als Experte auftrat.

Schwierige Doppelrolle: Seit September 2012 ist Lauda auch Aufsichtsrats-Boss bei Mercedes. Obwohl der Österreicher selbst 10 Prozent des Rennstalls besitzt, trat er stets als "neutraler" Experte im TV auf – und gab seinen eigenen Piloten damit nicht immer uneingeschränkt Rückendeckung. Das gefiel einigen Mitarbeitern bei Mercedes nicht. Ebenso wenig die Tatsache, dass Lauda auch interne Informationen ausplauderte.

Unglückliche Aussagen

Ein Beispiel: Im Juli 2016 bestätigte Lauda auf "ServusTV", dass Hamilton nach der Qualifikation für das Rennen in Baku in seinem Quartier ausgerastet war. Eine Information, die bis dahin nur als Gerücht existierte. Mercedes dementierte umgehend mit einer Pressemitteilung: "Niki be­dau­ert es sehr, wenn da­durch Miss­ver­ständ­nis­se ent­stan­den sein soll­ten. Seine Aus­sa­gen wur­den in einem lo­cke­ren Um­feld ge­tä­tigt und ver­gli­chen damit stark aus dem Zu­sam­men­hang ge­ris­sen."

Reaktionen auf Rücktritt

Fest steht: Fans wie Kollegen bedauern den Abgang Laudas bei RTL. "Ich habe erst gedacht, Niki verarscht mich. Aber dann habe ich ihm tief in die Augen geschaut und gemerkt, dass es ihm ernst ist", meint Moderatoren-Kollege Florian König. Sebastian Vettel ergänzt: "Er war immer sehr direkt und geradeaus. Aber er wird sicher immer noch seine Meinung sagen, wenn man ihn fragt." Mercedes-Weltmeister Lewis Hamilton: "Er redet nicht um den heißen Brei, sondern sagt klar, was Sache ist. Für mich ist er die große Legende dieses Sports."


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(gr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • RedBull am 28.11.2017 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Verstappen

    Was ich gesehen habe war nur der Hr. König schockiert. Der Nico hat gegrinst bis über beide Ohren. Die angegebenen Gründe sind sehr plausible. Vielleicht wars aber auch nur eine Retourkutsche an die Deutschen wegen dem Nico sein ebenfalls überraschenden Rücktritt ? Wer weiß............

Die neusten Leser-Kommentare

  • RedBull am 28.11.2017 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Verstappen

    Was ich gesehen habe war nur der Hr. König schockiert. Der Nico hat gegrinst bis über beide Ohren. Die angegebenen Gründe sind sehr plausible. Vielleicht wars aber auch nur eine Retourkutsche an die Deutschen wegen dem Nico sein ebenfalls überraschenden Rücktritt ? Wer weiß............