Fußball

Suizid: Die Fußball-Welt trauert um Goalie Enke

"Es war Selbstmord", erklärte Enkes Berater Jörg Neblung gestern Abend, nachdem bekannt geworden war, dass der achtfache deutsche Team-Torwart gegen 18:25 Uhr von einem Zug erfasst und tödlich verletzt wurde. "Über weitere Hintergründe möchte ich heute nicht sprechen", fügte Neblung hinzu.

Notbremsung ohne Erfolg
Nach Angaben der Polizei stellte Enke seinen Pkw an einem Bahnübergang in Eilvese etwa zehn Meter von den Gleisen entfernt ab. Sein Portmonnaie ließ der 32-Jährige auf dem Beifahrersitz des nicht verschlossenen Wagens liegen. Daraufhin ist er wohl mehrere 100 Meter an den Gleisen entlang gegangen, bevor er von dem aus Bremen in Richtung Hannover fahrenden Regionalzug erfasst wurde. In einer ersten Befragung gab der Zugführer gegenüber der Polizeidirektion Hannover zu Protokoll, dass er eine Person auf den Gleisen habe stehen sehen und sofort eine Notbremsung einleitete - ohne Erfolg.

*** Die Reaktionen zum Enke-Tod ***

"Das ist ganz furchtbar. Man rechnet mit vielem, aber nicht mit so etwas", zeigte sich Martin Kind, der Präsident von Enkes Club Hannover 96, in einer ersten Stellungnahme schockiert. "Er war labil", berichtete Kind. Das sei in der Öffentlichkeit wohl nicht aufgefallen, er habe das überlagert.

Tochter vor drei Jahren verstorben
Erst vor drei Jahren fiel der achtmalige Teamtorhüter privat in ein tiefes Loch, nachdem seine zweijährige Tochter Lara, die an einem angeborenen Herzfehler litt, gestorben war. Dennoch schien im Mai 2009 das Glück in das Leben der Familie Enke zurückgekehrt zu sein. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Teresa hatte der Fußballprofi ein zwei Monate altes Mädchen namens Leila adoptiert. "Wir sind sehr, sehr glücklich und dankbar für diesen kleinen Menschen, der in unser Leben getreten ist“, erklärte er damals.

Hunde-Liebhaber und PETA-Aktivist
Unter seinen Fußballer-Kollegen und Fans galt Enke als introvertierter Familienmensch, tadelloser Sportsmann und großer Tierfreund. Als er während seines Engagements beim FC Barcelona das Schicksal der spanischen Straßenhunde miterlebte, entschloss er sich kurzerhand einige kranke Vierbeiner mit nach Hause zu nehmen. Zuletzt kümmerte sich der 32-Jährige um mehr als fünf Hunde und setzte sich auch für die Tierschutzorganisation PETA ein.

Favorit als WM-Torhüter
Sportlich schien der Weltenbummler (u.a. bei Benfica Lissabon, FC Barcelona und Fenerbahçe Istanbul) mit 32 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt zu sein. Der Hannoveraner galt bei DFB-Coach Joachim Löw als Favorit auf die Nummer eins bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Erst am Wochenende war Enke wieder ins Tor seines Klubs zurückgekehrt, nachdem er zuvor wegen einer Erkrankung, die als Bakterien-Infektion des Darmes angegeben wurde, insgesamt vier Länderspiele verpasst hatte.


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