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08.05.2012

Red Bull Salzburg vor Titel

Starke Zentralachse und schwacher Schiedsrichter

Stefan Maierhofer

Stefan Maierhofer war die Reizfigur beim Spitzenspiel (© dapd)

Mit einem knappen 1:0-Sieg beim SK Rapid Wien hat Red Bull Salzburg einen großen Schritt Richtung Meistertitel gemacht. Vor 17.500 Zuschauern waren im Meisterschaftsgipfel zwei Faktoren maßgeblich für den Ausgang des Spiels verantwortlich: Salzburgs Überlegenheit im Zentrum und die inferiore Leistung von Schiedsrichter Robert Schörgenhofer.

So hätte Siegtorschütze Maierhofer zum Zeitpunkt seines Treffers nichtmehr am Platz stehen dürfen. Nicht mal eine gelbe Karte, die er kurz zuvor wegen eines Remplers gegen Rapid-Goalie Königshofer sah, konnte den Angreifer davon abhalten seinen Ellbogen Gegenspieler Pichler ins Gesicht zu rammen. Da die beiden Kontrahenten bereits zuvor einige Male aneinandergeraten waren, hätte Schörgenhofer diesem Duell mehr Aufmerksamkeit schenken müssen. Auch Maierhofers Handspiel im eigenen Strafraum hätte geahndet werden müssen, veränderte er mit einer unnatürlichen Handbewegung doch entscheidend die Flugkurve des Balls – Gelb-Rot und Elfmeter wären hier richtig gewesen.

Da der Referee auch in den Fällen Leonardo – der Brasilianer leistete sich eine große Summe an kleineren Vergehen, für die er Gelb-Rot sehen hätte müssen – und Kulovits, dessen Revanchefoul ungeahndet blieb, falsch entschied, muss man sich die Frage stellen ob Österreichs Top-Schiedsrichter nicht eine kleine Pause gut tun würde. Einige Wochen im Regionalfußball könnten den ÖBB-Angestellten neue Energie sammeln lassen.

Aber Schiedsrichterentscheidungen hin oder her: Aus sportlicher Sicht kann man am Erfolg von Red Bull Salzburg nichts schlechtreden. Die Bullen machten sich Rapids größte Schwäche zunutze. Die Hütteldorfer haben die ganze Saison über schon Probleme auf der zentralen Achse, die von den Innenverteidigern, zentralen Mittelfeldspielern und dem Stürmer gebildet wird. Pichler und Sonnleitner fehlt es an spielgestalterischen Fähigkeiten und Mut mit dem Ball am Fuß nach vorne zu dribbeln. Ähnlich verhält es sich auf Doppelsechs. Da Rapids Zehner, gegen Salzburg waren dies entweder Hofmann oder Burgstaller, und der Stürmer das Spiel zusätzlich strecken, ist kein geordneter Spielaufbau möglich.

Auf abseits.at finden Sie sowohl eine umfangreiche Taktikanalyse als auch eine kritische Betrachtung der Schiedsrichterleistung.

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