"Unglücklicher Ausrutscher" Fußball

Koller spielt Dragovic-"Tätschler" herunter

Koller spielt Dragovic-"Tätschler" herunter

Dragovic kommt erst am Samstag ins Teamcamp - das hätte aber mit der "Glatzenwatschen"-Affäre nicht zu tun, so Koller (© APA)

Marcel Koller Aleksandar Dragovic
Dragovic kommt erst am Samstag ins Teamcamp - das hätte aber mit der "Glatzenwatschen"-Affäre nicht zu tun, so Koller
Österreichs Fußball-Nationaltrainer Marcel Koller hat am Freitag die "Tätschler"-Affäre von Abwehrspieler Aleksandar Dragovic heruntergespielt. Hinsichtliche des Trainingscamps in Seefeld bestätigte der Schweizer seine hohen Erwartungen noch einmal.

Über die Schweizer "Staatsaffäre" um Dragovic wollte der Teamchef nicht wirklich Stellung beziehen. Der Basel-Innenverteidiger hatte nach dem Double-Gewinn seines Vereins die Glatze von Bundesrat Ueli Maurer dreimal getätschelt. Nach großer Aufregung legte der 21-Jährige am Mittwoch bei der Meisterfeier vor den Fans nach und sagte, ihm habe diese Aktion Spaß gemacht und "euch hat es auch gefallen. Jetzt entschuldige ich mich halt."

Koller: "Wo Kahle sind, sind meist auch Politiker in hoher Position"
Die neuerliche Aufregung war programmiert. Dragovic wurde von seinem Club zurück nach Bern beordert, um sich beim Bundesrat offiziell und persönlich zu entschuldigen. Dass Dragovic erst am Samstag in das Teamcamp in Seefeld einrückt, habe aber mit dieser Aktion nichts zu tun. "Das war schon vorher abgesprochen, weil er am Mittwoch noch einen Termin hatte", bestätigte Koller.

"Grundsätzlich ist es etwas anderes, ob man dies im Team macht. Bei einem Staatsoberhaupt ist das etwas anderes, da muss man überlegen, denn wo Kahle sind, sind meistens Politiker in hoher Position", meinte der Eidgenosse. Die neue Aufregung habe Koller aber nach eigenen Aussagen gar nicht mitbekommen, er erklärte jedoch: "Wenn er diese Aussage gemacht hat, dann ist sie etwas unglücklich."

Stark dezimiertes ÖFB-Team
Koller konzentrierte sich stattdessen voll und ganz auf das kommende Trainingscamp. Mit 25 Spielern bereitet sich der 51-Jährige nun zwölf Tage auf die kommende WM-Qualifikation vor, auf dem Programm stehen auch zwei Testspiele gegen die Ukraine (1. Juni) und Rumänien (5. Juni) in Innsbruck.  Nach den ersten Trainingseinheiten bestätigte er, dass alle Spieler hochmotiviert seien. "Ich hoffe, wir können dieses hohe Niveau halten." In den zwölf Tagen werde viel im taktischen Bereich gearbeitet, besonderes Augenmerk werde auf das Defensivverhalten gelegt, individuell und in der Gruppe.

"In den beiden Testspielen werden wir sehen, wie weit wir sind, ob wir das eine oder andere schon umsetzen können", betonte der Teamchef. Dass für das Camp gleich zehn Spieler wegen Verletzungen oder privater Termine (Franz Schiemer heiratet) abgesagt haben, berührte Koller zumindest offiziell nicht besonders. "Wir wollten auch andere Spieler kennenlernen. Ich kann jetzt mit diesen über Fußball, aber auch Privates sprechen. Es ist eine Chance für diese Spieler", sagte der Teamchef.

Weitere "Problemkinder" für den Schweizer
Und Koller hat noch drei weitere "Problemkinder". Christoph Leitgeb kann aufgrund seiner Knieprobleme nicht trainieren. Ob für den Salzburger Mittelfeldspieler noch ein neuer Mann nachnominiert wird, ist offen. Sein Vereinskollege Jakob Jantscher leidet an Schulterproblemen. "Für Trainingseinheiten fitspritzen, das zahlt sich aber nicht aus", betonte Koller.

Auch Robert Almer kann aufgrund seiner Oberschenkelblessur nicht mitmachen. In den nächsten Tage wird entschieden, ob er weiter im Team gepflegt wird, damit er zumindest im zweiten Test gegen Rumänien eingesetzt werden kann.

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