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14.07.2012

Blatter ortet Kampagne

FIFA-Boss wehrt sich in Schmiergeld-Affäre

Joseph Blatter

Joseph Blatter (© GEPA )

Joseph Blatter, der Präsident des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA), hat sich gegen die jüngsten Vorwürfe gegen seine Person zur Wehr gesetzt.

In einem Exklusiv-Interview mit dem Sonntags-Blick bestritt der FIFA-Boss, dass er Schmiergeldzahlungen innerhalb der FIFA gutgeheißen und davon profitiert habe. Es handle sich bei den Vorwürfen um eine Kampagne gegen ihn. "Sie wollen mich weg", betonte der 76-jährige Schweizer. Von den Bezügen des früheren FIFA-Chefs Joao Havelange und des langjährigen Exekutiv-Mitglieds Ricardo Teixeira (beide BRA) habe er erst später erfahren.

"Nach dem Kollaps von der ISL im Jahr 2001. Es war die FIFA, die damals Strafanzeige erstattet hat und den ganzen ISL-Fall ins Rollen brachte. Wenn ich nun sage, es sei schwierig, die Vergangenheit an heutigen Maßstäben zu messen, dann ist das eine generelle Feststellung. Ich heiße weder Bestechung gut, noch unterstütze oder rechtfertige ich sie", erklärte Blatter.

Alles Auslegungssache
Die Veröffentlichung der Gerichtsakten legte Blatter im Sonntags-Blick zu seinen Gunsten aus: "Das Schweizer Bundesgericht hat diese Woche all jene Leute Lügen gestraft, die Jahre lang behaupteten, ich hätte Schmiergelder empfangen. Es ist amtlich, was ich schon immer gesagt habe: Ich habe nie irgendwelche Schmiergelder bekommen."

Speziell in Deutschland haben im Zuge der gerichtlichen Offenlegung des ISL-Skandals hochrangige Fußball-Funktionäre ihren Unmut geäußert. Liga-Chef und DFB-Vize-Präsident Reinhard Rauball forderte am Freitag den Rücktritt Blatters. "Nach dem derzeitigen Stand sollte Sepp Blatter seine Amtsgeschäfte schnellstmöglich in andere Hände geben", gab Rauball zu Protokoll.

"Sie wollen mich weg"
Der DFB-Vorsitzende Wolfgang Niersbach legte dann am Samstag nach: "Die Reaktion des FIFA-Präsidenten hat mich geschockt." Der deutsche Verband distanziere sich von der Haltung Blatters klar.

Blatter nahm in dem Zeitungs-Interview auch zu den persönlichen Angriffe gegen ihn Stellung. Die "gleichen Leute" würden nun versuchen, ihn auf einer anderen Ebene zu attackieren: "Ok, er hat zwar kein Schmiergeld kassiert, aber er muss davon gewusst haben. Nein, nochmals: Erst nach dem Kollaps von ISL, Jahre später." Der Schweizer fühlt sich daher als Opfer einer Kampagne. "Die Leute, die mich attackieren, wissen, dass es so ist, aber sie lassen nicht locker. Sie wollen mich weg."

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