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15.07.2012

DFB weist Vorwurf zurück

WM 2006 war laut FIFA-Boss Blatter gekauft

Joseph Blatter

Joseph Blatters Vorwurf, dass die WM 2006 gekauft war, sorgt beim Deutschen Fußballbund (DFB) für Aufregung (© Christian Hartmann/Reuters)

FIFA-Chef Joseph Blatter hat in einem Interview angedeutet, dass es Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der WM 2006 nach Deutschland gab. Mit diesem verbalen Gegenschlag wehrt er sich gegen die zunehmende Kritik deutscher Fußball-Funktionäre.

In einem Exklusiv-Interview mit der Schweizer Boulevardzeitung SonntagsBlick deutete der Boss des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA) Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der WM 2006 nach Deutschland an.

"Gekaufte WM... Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verließ. Und man so statt 10 zu 10 bei der Abstimmung ein 10 zu 9 für Deutschland hatte. Ich bin froh, musste ich keinen Stichentscheid fällen. Aber, na ja, es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu gutmütig und zu naiv", sagte Blatter.

Auf die Nachfrage, ob er vermute, dass die WM gekauft worden sei, antwortete der FIFA-Boss: "Nein, ich vermute nichts. Ich stelle fest."

DFB und "Kaiser" Beckenbauer irritiert
Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Äußerungen von FIFA-Präsident Sepp Blatter zu möglichen Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der Fußball-WM 2006 zurückgewiesen. "Diese nebulösen Andeutungen sind völlig haltlos und scheinen vor allem den Zweck zu haben, von den aktuellen und aktenkundigen Vorgängen ablenken zu wollen", sagte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock am Sonntag.

"Kaiser" Franz Beckenbauer, der die WM als Chef des Organisationskomitees nach Deutschland geholt hatte,
bestritt ebenfalls Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe. "Ich kann die Äußerungen und Andeutungen von Sepp Blatter nicht nachvollziehen. Er irrt ja schon beim Ergebnis. Es war 12:11 für uns, nicht 10:9", sagte Beckenbauer der Bild-Zeitung

Funktionär: "Blatters Angaben sind falsch"
Fedor Radmann, ehemaliger Vizepräsident des Organisationskomitees der Fußball-WM 2006 in Deutschland, hat die kolportierten Unregelmäßigkeiten bei der WM-Vergabe zurückgewiesen. "Blatters Angaben sind falsch", sagte Radmann dem "Tagesspiegel" (Montag-Ausgabe).

"Wir haben die Abstimmung 12:11 gewonnen und nicht 10:9, und durch die Enthaltung von Charles Dempsey haben wir seine Stimme verloren und nicht gewonnen. Dempsey hatte dem DFB zugesichert, zuerst für England zu stimmen und nach einem Ausscheiden Englands für Deutschland."


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1 Kommentar von unseren Lesern

0

skyrider (830)
15.07.2012 19:05

Wo sind die beiden Journalisten, . . .
die einem CH-Gericht (Basel oder Zürich?) anklagereife Beweise vorgelegt haben, zu denen eben dieses Gericht dann urteilte: "Herr Blatter ist zu alt (über 65), um noch vor Gericht zitiert zu werden?"
Da ging es doch um Stimmen für die WM 2006 in Deutschland, und im Gegenzug würde D + ein paar andere, für die WM 2010 in S-Afrika, votieren?
Der Vorgang und die Berichte darüber, müssen doch in den Archicen zu finden sein - oder will man den DFB mit Zwanziger an der Spitze, noch immer schonen? Warum eigentlich?


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