Historische Salzburg-Blamage Fußball

Bullen-Dodel gehen gegen Düdelingen unter

Bullen-Dodel gehen gegen Düdelingen unter

F91 Düdelingen, Semi-Profis aus Luxenburg schaffen die historische Sensation und werfen Österreichs Meister Red Bull Salzburg aus der Champions League. (© APA)

RED BULL SALZBURG - F91 DÜDELINGEN
David Mendes da Silva verursacht gegen Düdelingen das 0:1. Der Anfang vom Ende einer ganz traurigen Salzburger Vorstellung.
Red Bull Salzburg ist mit Pauken und Trompeten aus der Champions League-Qualifikation geflogen. Gegen F91 Düdelingen aus Luxenburg siegte man nach dem 0:1 im Hinspiel im Rückspiel in Salzburg zwar 4:3, kann das historische Aus aber nicht mehr verhindern.

Österreichs Meister und Double-Gewinner hat das Ziel Champions League-Gruppenphase nach einer peinlichen Vorstellung damit ganz klar verpasst.

Selbst gegen zehn Luxenburger Halb-Profis (Benzouien sieht in der 74. Minute Gelb-Rot) gelang in der Schlussphase das fünfte Tor nicht mehr, welches doch noch für den Aufstieg in die dritte Quali-Runde gereicht hätte. Düdelingen erreichte mit dem Gesamtscore von 4:4 dank der Auswärtstorregel sensationell die nächste Runde.

Eine der schlimmsten Pleiten
Eine der schlimmsten Niederlagen der österreichischen Europacup-Geschichte ist traurige Realität. Der Traum von Salzburg, erstmals unter dem Red Bull-Banner in die Gruppenphase einzuziehen, endete in einem Fiasko.

Zur Pause führte Salzburg noch dank Treffern von Jakob Jantscher (28.) und Martin Hinteregger (37.) nach Rückstand (Steinmetz/26.) mit 2:1, geriet nach 57 Minuten aber neuerlich mit 2:3 ins Hintertreffen. Ein Foulelfmeter von Cristiano (81.) und ein Tor von Gonzalo Zarate (82.) zum 4:3 ließ die Bullen in der Schlussphase noch einmal kurz Hoffnung schöpfen - vergeblich.

Salzburg gegen Düdelingen

F91 Düdelingen, Semi-Profis aus Luxenburg schaffen die historische Sensation und werfen Österreichs Meister Red Bull Salzburg aus der Champions League.
F91 Düdelingen, Semi-Profis aus Luxenburg schaffen die historische Sensation und werfen Österreichs Meister Red Bull Salzburg aus der Champions League.
Ein Dolchstoß für die Fünfjahreswertung
Bitter ist das Salzburger Aus auch für die österreichischen Ambitionen, in der UEFA-Fünfjahreswertung den fünften Startplatz ab der kommenden Saison zu verteidigen. Noch ist freilich das Trio Rapid, Ried, Admira in der Europa League vertreten.

Im Vergleich zum Hinspiel nahm Neo-Trainer Roger Schmidt mehrere Veränderungen vor, seine Elf glich jener vom 2:0-Sieg bei Sturm Graz am letzten Samstag. Als Solospitze durfte allerdings wieder Stefan Maierhofer ran, weil sich der Doppeltorschütze gegen Sturm, Jonathan Soriano, im Hinspiel mit einer Schwalbe Gelb-Rot eingehandelt hatte. Stefan Ilsanker rückte für Franz Schiemer (Kopfblessur) aus dem defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung. Seinen Platz nahm Christoph Leitgeb ein.

Das Konzept der Salzburger, die freilich nicht nur gegen Außenseiter mit viel Pressing und offensiver Ausrichtung spielen wollen, war von Beginn an klar ersichtlich, aber kaum von sehenswerten Angriffen gekrönt. So kamen die geforderten steilen Pässe in die Spitze nur selten, auch Flanken auf Maierhofer waren die Ausnahme. Einzig ein elferwürdiges Foul von Düdelingen-Goalie Joubert an Maierhofer sorgte zu Beginn für Aufregung.

Das 0:1 - der Anfang vom Ende
Vielmehr nützten die Gäste die sich bietendenden Räume für mehrere gefährliche Konter und gingen in der 26. Minute durch Steinmetz sogar in Front - Mendes hatte mit einem schweren Abspielfehler völlig unbedrängt an der Mittellinie großen Anteil am Fehlstart.

Salzburg fand dank Fortuna die perfekte Antwort: Zwei Minuten später brachte Mendes mit Hilfe eines Luxemburger Verteidigers den Ball am Sechzehner zu Jantscher, der trocken zum Ausgleich ins lange Eck einschoss. Und wieder neun Minuten darauf war Hinteregger zur Stelle: Ein Jantscher-Eckball fiel ihm auf den angelegten Arm und in der Folge ins Tor der Gegner, die vergeblich auf Handspiel reklamierten.

Kurz vor der Pause offenbarte dann Maierhofer technische Schwächen, verstolperte nach einer guten Aktion Jouberts gegen Jantscher den Ball nur wenige Meter vor dem Tor kläglich. Für ihn kam zur Pause Cristiano, und der erlebte den nächsten Schock gleich hautnah: Wieder leisteten sich die Salzburger einen Fehler im Mittelfeld, Joachim ließ auf der rechten Seite drei Gegenspieler gekonnt aussteigen und machte das 2:2 (48.).

Gelb-Rot und ein Elfer am Ende
Ein neuerlicher Steinmetz-Treffer brachte das endgültige k.o. Der Doppeltorschütze ließ erst Mendes stehen und setzte mit einem nicht besonders scharfen, aber präzisen Flachschuss Salzburgs Goalie Alexander Walke schachmatt.

Drei Tore benötigte Salzburg zu diesem Zeitpunkt, um den Aufstieg doch noch zu schaffen. Lange Zeit schienen die apathisch wirkenden Gastgeber aber nicht in der Lage, das Spiel noch zu drehen - auch nachdem Benzouien in der 74. Minute mit Gelb-Rot vom Platz musste. Dank eines Foulelfmeters von Cristiano (81.) und eines Tors von Gonzalo Zarate (82.) zum 4:3 schöpfte man in der Schlussphase noch einmal kurz Hoffnung. Auch fünf Minuten Nachspielzeit und ein Sturmlauf konnten am Salzburger Drama aber nichts mehr ändern.

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4 Kommentare
Sunking Newcomer (7)

Antworten Link Melden 0 am 25.07.2012 14:08

bitte schenken Sie 80% der Spielergehälter an wirklich arme Menschen. Damit wäre Gutes getan.

ursel Routinier (61)

Antworten Link Melden 0 am 25.07.2012 11:03

Salzburg besiegt vor einigen Tagen Sturm in Graz 2:0 - scheidet bei der CL-Quali an "DÖDELINGEN" !!!

Das sagt alles über Österreichs Fußball !!!

Bei der Spielweise kommt einem das GRAUSEN.

Entweder wird der Ball zurückgespiilt - oder hoch in den Strafraum - waurm ???

Fast kein Spieler kann einen anderen ausspielen - siehe Maierhofer, kann nicht einmal einen Hydranten überspielen, DAHER Bälle hoch in den Strafraum.

Der österreichische Fußball ist LETZTKLASSIG - aber eines können die "MÖCHTEGERNKICKER" Geld nehmen.

Fat bei jedem Livespiel der Bundesliga gibt es hunderte von Fehlpässen - und was sagen unsere so genannten Experten danach: Ein gutes Spiel auf hohem Niveau.

Ja vielleicht für österreichische Verhältinisse - aber International halt LETZTKLASSIG.

Ich frage mich nur immer, wieso werden die Fußballvereine überhaupt von Sponsoren unterstützt ???

fischereiverein Newcomer (5)

Antworten Link Melden 1 am 25.07.2012 00:34

Mein Gott,
was könnten diese ganzen Mateschitz, Stronachs etc. mit ihrem vielen Geld Gutes tun.
Ich denke da an Waisenhäuser, Altersheime, Sozial-Projekte, Tierschutz, Naturschutz etc..
Statt dessen machen sie - vorsichtig ausgedrückt - "mittelmäßige", meist noch ausländische, Anti-Kicker zu vielfachen Millionären.
Dies mag vielleicht insgesamt mehr Werbung bringen, aber in den "Himmel" kommen sie damit sicher nicht.........
Aber wie sagte schon Franz Strohsack (Frank Stronach) so schön - "Wer das Gold hat, macht die Regeln".
Hoffentlich spielt er in der Politik nie eine Rolle, das würde wahrscheinlich so ausgehen wie all seine diversen "Fußball-Intermezzos"....

skyrider Veteran (872)

Antworten Link Melden 0 am 24.07.2012 22:06

nur auf die Idee, ein Trainer mit deutschem Landesliga-Niveau, passe in die Ö-Bundesliga? Wenn er Österreichs Bundesliga so tief einstuft - warum läßt er sich dann herab, einen Ö-Bundesligisten als Sport-Chef zu übernehmen? Allein - wegen des Geldes? Dann hat er sich - zu aller Überraschung - bereits jetzt abqualifiziert!
Ein heimischer Trainer hätte keine schlechtere Figur geboten als dieser deutsche Null-Meridian!

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