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16.08.2012

Gegenseitige Beschuldigungen

Scharner vs. ÖFB: Jetzt fliegen die Fetzen

Scharner Koller

Paul Scharner und Teamchef Marcel Koller werden keine Freunde mehr. (© GEPA pictures)

Österreichs Teamspieler sind trotz des 2:0-Siegs gegen die Türkei vom turbulenten Abgang von Paul Scharner überrumpelt worden. Die Kicker erfuhren erst wenige Stunden vor dem Anpfiff beim Mittagessen vom Abschied des 32-Jährigen, der dem Fußballbund nun Verdrehung der Tatsachen vorwirft.

Auf der Internetseite seines neuen Arbeitgebers HSV sagt Paul Scharner, "dass die Darstellung des ÖFB rund um meine Abreise aus dem Trainingslager der Nationalmannschaft absolut nicht zutreffend ist. Schon bei meiner Ankunft in Österreich war den Medien zu entnehmen, dass ich gegen die Türkei und auch in Zukunft nicht mehr spielen werde."  Bereits im Magazin News hatte er sich - wohl geplant und vorbereitet - Luft verschafft .

Gegenüber Sport1 legte der Niederösterreicher weiter nach: "Ich bin nicht abgereist, ich wurde entlassen. Marcel Koller hat die Situation vor versammelter Mannschaft erklärt und mir nahegelegt, das Teamcamp zu verlassen."

"Koller setzt auf andere, da widme ich mich dem HSV"
Der Abwehrspieler sieht ein abgekartetes Spiel, bei dem er nicht mitmachen wollte. Teamchef Marcel Koller hätte ihm bestätigt, dass er trotz seiner guten Leistungen zuletzt auf andere Spieler setzt. "Stattdessen hat er mich in den Mannschaftsrat beordert, weil ich das Team pushen und führen sollte", sagt Scharner.

"Diese Rolle kann ich nicht akzeptieren und dafür kann ich mich auch nicht zur Verfügung stellen. Das kommt der Funktion eines Trainers gleich. Koller hat daraufhin die Aussage gemacht, dass ich unter ihm nicht mehr spielen werde. Deswegen habe ich die Mannschaft verlassen. Dann kann ich mich besser mit voller Kraft dem HSV widmen."

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"Stammplatzforderung gibt es nicht"
Seine jetzt Ex-Teamkollegen der Nationalmannschaft weinen Scharner nicht nach. "Damit hat keiner gerechnet", erklärt Neo-Kapitän Christian Fuchs. "Man ist natürlich schon enttäuscht. Paul hat sich dafür entschieden. Damit ist es für uns abgehandelt." Auch Andreas Ivanschitz hat wenig Verständnis. "Eine Stammplatzforderung gibt es im modernen Fußball nicht. Das ist kein Punkt, den man fordern kann."

Der Teamchef hätte laut Ivanschitz gesagt, dass wir 24, 25 Spieler sind, von denen jeder die Berechtigung hat, zu spielen. Jeder von uns müsse sich aber auch beweisen. "Das ist ein gesunder Mannschaftsgeist und Konkurrenzkampf, so soll es im heutigen Fußball ablaufen. Ich kann die Entscheidung des Teamchefs nachvollziehen."

Koller selbst hatte bereits kurz vor dem Match gegen die Türkei unmissverständlich klargestellt: "Ich kann es nicht akzeptieren, wenn einer einen Stammplatz fordert. So war die Situation. Unter mir wird er sicher nicht mehr spielen." Am Donnerstag legt auch er noch einmal nach: "Der Brief ist eine reine Selbstdarstellung von ihm. Vorher war alles gut, und als er wusste, dass er nicht spielt, war auf einmal alles schlecht."

Stimmung im Team jetzt sogar besser
Das Thema Scharner sei mannschaftsintern jedenfalls schnell angehakt gewesen. Sebastian Prödl, Scharners Ex-Konkurrent um einen Platz in der Innenverteidigung, bemerkte nach dem Abschied sogar eine positive gruppendynamische Entwicklung. "Die Mannschaft ist sehr gut mit dieser Entscheidung umgegangen. Gegen die Türkei hat man auf dem Feld gesehen, dass wir zusammengerückt sind, dass unsere Marschroute nur 'gemeinsam' lauten kann."

Achselzuckend nahm Goalie Robert Almer die Posse zu Kenntnis. "Das ist zu akzeptieren." Veli Kavlak meinte: "Er war ein Kollege von uns. Wir haben ihn geschätzt, aber so ist es im Fußball."



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