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17.08.2012

ÖFB-Eklat

Deutsche machen sich über Scharner lustig

Scharner und Koller

Paul Scharner und Marcel Koller gehen getrennte Wege (© ROBERT JAEGER (APA))

Paul Scharner hat sich mit seinem unrühmlichen Abgang nach der wahnwitzigen Forderung nach einem Stammplatz vor dem ÖFB-Länderspiel gegen die Türkei keinen Gefallen getan. Deutsche Medien, österreichische und deutsche Fans kritisieren das Verhalten des HSV-Legionärs und machen sich über den 32-Jährigen lustig. In Hamburg hat er nach wie vor einige Fürsprecher.

Nicht nur ÖFB-Teamchef Marcel Koller hat nach dem Scharner-Eklat die Nase voll. Die Bild-Zeitung hat sich bereits auf den Neuzugang beim HSV eingeschossen und fragt in ihrer Online-Ausgabe nicht unberechtigt: "Dreht Scharner auch beim HSV durch?" Im Pokal bei Karlsruhe habe er einen Stammplatz auf der Bank, ätzte die Zeitung.

Die deutschen Medien werden Scharner in den nächsten Wochen genau beobachten. HSV-Trainer Thorsten Fink ist noch zuversichtlich, dass ihm sein Schützling keine Probleme bereiten wird. "Paul weiß wie die Situation bei uns ist. Ihm wurde im Vorfeld erklärt, dass Bruma und Mancienne in der Innenverteidigung erst mal spielen. Er wird ruhig bleiben", sagte Fink der Bild.

Bis dato blieb Scharner in Hamburg auch ruhig - er ist aber auch noch nicht lange dort: "Ich habe kein Problem, wenn ich draußen bleiben muss". Doch wie lange, ist die Frage. "Mein Ziel ist es, bald für Hamburg zu spielen", so Scharner.

Kurios: "Schafft dieses Schnitzel mehr Fans als Paul Scharner?"
Auch auf Facebook bekommt "Gepard" Scharner Gegenwind zu spüren. Ein User hat die Gemeinschaft "Schafft dieses Schnitzel mehr Fans als Paul Scharner?" ins Leben gerufen. Der Name spielt auf den Vorwurf Scharners an, Koller sei mittlerweile "weichgeklopft wie ein Schnitzel" und müsse nur noch paniert werden. Ziel der Gemeinschaft ist es, mehr Facebook-Fans zu haben als Scharner.

Auch in Hamburger Fanforen wie auf der Website rauten-forum.de geht die Post ab. Die Fans ärgern sich über Scharners Verhalten. "Diesen Scheiß lesen wir in der Bild noch hundertmal. Jedesmal wieder wird darauf verwiesen werden", postete ein Anhänger.

Hamburg fürchtet nächsten Skandal-Profi
Der HSV-Anhang hat genug von Profis, die Probleme machen. Paolo Guerrero traf 2010 einen Fan mit einer Flasche am Kopf, wurde 2012 nach einer Tätlichkeit acht Spiele gesperrt und spielt nicht mehr in Hamburg. Slobodan Rajkovic sorgte erst kürzlich für Aufregung, als er bei den Vorbereitungen zur neuen Saison mit einem Mitspieler in die Haare geriet und dabei einem unbeteiligten Kollegen eine Platzwunde zufügte.

Andere Fans verteidigen Scharner und nehmen die österreichischen Fans aufs Korn: "Aber ist schon cool, wie sich die Ösis aufregen. So als Fußballweltmacht hat man natürlich extreme Ansprüche", lästerte ein User. Viele Fans sind nach wie vor zuversichtlich, dass der 32-Jährige der richtige ist und zeigen Respekt vor seinen 207 Spielen in der englischen Premier League.

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