Marek gibt Fanszene-Job ab Fußball

Rapid: Jeder Becherwurf bedeutet Ausschluss!

Rapid stellt nach den Fan-Randalen in Saloniki die Fanarbeit endgültig auf neue Beine. Klubservice-Leiter Andreas Marek, der sich aus der Kern-Fanarbeit zurückzieht betonte jedoch, dass dies als Folge des Platzsturms 2011 ohnehin bis Oktober passiert wäre. Die "aktive Fanszene" wusste von Mareks Entscheidung nichts. Kommt es beim Europa-League-Rückspiel gegen PAOK am Donnerstagabend zu neuerlichen Vorfällen, muss Rapid mit dem Ausschluss aus dem Europacup rechnen.

Dementsprechend deutlich fielen am Mittwoch im Zuge einer Pressekonferenz die Worte von Rapid-Präsident Rudolf Edlinger und Andi Marek selbst aus. Die Nulltoleranz-Politik, die eigentlich schon nach dem Platzsturm im Hanappi-Stadion 2011 durchgesetzt hätte werden müssen, jedoch mittels Stimmungsboykott der Fanszene erfolgreich aufgeweicht wurde, sei jetzt endgültig an der Tagesordnung.

"Wer Rapid schadet, wird entfernt"
Die Rapid-Verantwortlichen stehen mit dem Rücken zur Wand. Nicht zuletzt, weil die UEFA beim Strafausmaß für die Saloniki-Ausschreitungen nationale Vorfälle wie den Platzsturm oder Pyrotechnik-Einsätze berücksichtigt hat. "Jedem, der am Donnerstag ins Stadion komm, muss bewusst sein, dass selbst der kleinste Pyrotechnik-Vorfall oder selbst ein Becherwurf den Ausschluss aus dem Europacup bedeuten kann", warnte Edlinger eindringlich.

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Auf die Frage, was im Fall der Fälle passiere, sagten die Rapid-Verantwortlichen unisono: "Wenn es nach Platzsturm und Saloniki noch immer jemanden gibt, der dem SK Rapid Schaden zufügen will, wird er sofort von der Tribüne entfernt. Es steht zuviel auf dem Spiel. Die Kurve wird das auch selbst regeln."

Marek gibt Kompetenzen ab
Marek wollte zwar keinen Zusammenhang mit Saloniki hergestellt wissen, wird sich aber aus der Betreuung der "aktiven Fanszene" zurück ziehen. Bis Oktober wird die "Fanarbeit neu" mit zwei neuen Mitarbeitern präsentiert werden.

"Es war eine sehr schöne und intensive Zeit, doch ich werde nicht mehr an vorderster Front auftreten und mit der Fanszene zusammen arbeiten. Ich bleibe beratend tätig, die stundenlange tägliche Arbeit und Kommunikation mit den Fans, sei es wegen Choreografien oder Auswärtsfahrten, übernehmen aber andere."

Die führenden Fanklubs waren über den Entschluss des Klubservice-Leiters nicht informiert. Marek wird sich künftig ausschließlich um das Merchandising, die Mitglieder-Betreuung und die Renovierung des Hanappi-Stadions kümmern.

Fan-Planungen laufen seit Monaten
Die Planungen für ein neues Fanzentrum und die künftige Fanarbeit (inklusive Sozialarbeiter) sind seit Monaten in Arbeit. Rapid könne sich da einer stetig wachsenden Fangemeinde und modernen Anforderungen nicht mehr entziehen. "Ich kapituliere nicht", meinte Marek weiter. "Ich schaffe es nur nicht mehr alleine. Der Dialog, der lange möglich war, ist mit manchen Fans nicht mehr möglich."

Der Rapid-Präsident glaubte nach dem Platzsturm "das Problem im Griff zu haben." Eine Minderheit zerstöre aber wieder den Ruf eines Klubs, bei dem eine große Mehrheit für Stimmung und Support steht, wie man in vielen Spielen im Hanappi-Stadion und in Birmingham oder Hamburg gesehen hat. "Wir waren zu tolerant. Das wird es nicht mehr geben. Das sind wir der Mehrheit der Fans und dem Ruf des Klubs schuldig."

Dass dies das Aus der geliebten Pyrotechnik, um die die organisierten Fans nach dem Platzsturm kämpften, bedeutet, scheint nach der harten UEFA-Strafe klar. Bleibt es am Donnerstag ruhig, wird Rapid gegen das Urteil trotzdem in jedem Fall Berufung einlegen. Marek sagte abschließend: "Ich habe hunderte Mails bekommen, wo uns zu liberale Fanpolitik nach dem Platzsturm vorgeworfen wurde. Ich will nicht ablenken. Die Wunderpille im Umgang mit manchen Fans gibt es aber nicht."


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