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16.09.2012

In Memoriam der 96 Tote

Liverpool-Fans bringen Vereinshymne auf Platz 1

BRITAIN SOCCER ENGLISH PREMIER LEAGUE

In Liverpool wurden durch die Veröffentlichung des Berichts viele alte Wunden neu aufgerissen. (© FOTOSPORTS)

Am 15. April 1989 starben bei einem Cup-Match zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forrest 96 Fans. 23 Jahre später deckt nun ein Bericht auf, dass damals von seiten der Polizei und Retter viele Fehler gemacht wurden. Die Anhänger der "Reds" gedachten der Opfer von damals auf eine ganz besondere Art - durch das Downloaden der Vereinshymne. "You'll Never Walk Alone" erreichte am Wochende Platz 1 der britischen iTunes-Charts.

Den Ausgang genommen hat die rührende Aktion in einem Tweet des Parlamentariers Steve Rotheram. Auf Twitter schrieb er nach Veröffentlichung des Berichts: "Die Leute fragen sich nun, was wir tun können. Ladet alle You'll Never Walk Alone herunter. Das wird dem restlichen Land eine Botschaft senden". Und tatsächlich - tausende folgtem dem Aufruf und ladeten den Song, der seit Mitte der 60er vom Liverpool-Anhang vor jedem Match intoniert wird, herunter. Am Wochenende führte der eigentlich aus einem Musical stammende Hit die britischen iTunes-Charts an. Ein schönes Zeichen für die damals Verunglückten.

BRITAIN-SOCCER-SHEFFIELD 89

96 Leute starben damals bei der Massenpanik im Stadion. (© PA)

Viele Fehler und späte Entschuldigung
Der vergangene Woche veröffentlichte Bericht zur Hillsborough-Tragödie hat schwere Fehler der Polizei- und Rettungskräfte sowie falsche Schuldzuweisungen festgestellt. Polizei und Retter hätten bei der Massenpanik in dem Fußball-Stadion in Sheffield mit 96 Toten am 15. April 1989 nicht schnell genug reagiert. Später hätten sie versucht, die Verantwortung auf die Opfer zu schieben, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung. Der britische Premierminister David Cameron entschuldigte sich im Namen der Regierung für die Fehler.

Bei der Panik beim Cup-Match zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest waren 96 Fans ums Leben gekommen. Hunderte wurden verletzt. Wenn die Einsatzkräfte schneller gehandelt hätten, hätten mindestens 41 der Opfer überleben können. Dies wird in dem neuen Bericht betont, der von einer unabhängigen Kommission vorgelegt wurde. Sie hatte über 18 Monate rund 450.000 Dokumente durchgesehen, die von der Regierung freigegeben worden waren. Festgestellt wurde auch, dass die Polizei aus Berichten Passagen entfernt hatte, die sie in negativem Licht darstellten.


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