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23.10.2012

Leverkusen "kleiner Favorit"

Sportdirektor Rudi Völler mit Respekt vor Rapid

Rudi Völler

"Vienna Calling" - Rudi Völler rechnet mit Punken gegen Rapid. (© DPA)

Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler warnt im Vorfeld des Wien-Gastspiels am Donnerstag (19.00 Uhr/live ORF eins/Heute.at-Liveticker) in der Fußball-Europa-League vor Rapid. Die Hütteldorfer seien bei den beiden Niederlagen in Gruppe K unter ihrem Wert geschlagen worden, betonte der Weltmeister von 1990 und hob weiters den Heimvorteil im Happel-Stadion als möglichen Trumpf für die Grün-Weißen hervor.

"Wir haben großen Respekt vor der Kulisse und dem Gegner. Die Rapidler haben zweimal knapp verloren, es war aber nicht so, dass sie in diesen Spielen klar unterlegen waren", meinte Völler, der 1986 mit der DFB-Auswahl im Prater mit 1:4 verlor und dabei das Tor der Gäste erzielte. "Das war damals ein Feiertag für ganz Österreich", erinnerte sich der einstige Weltklasse-Stürmer.

Beinahe wäre vor einem Monat ein ähnliches Szenario eingetreten. "Beim 1:2 in der WM-Qualifikation gegen Deutschland war ich von der österreichischen Mannschaft tief beeindruckt, sie hat eine überragende Leistung geboten und Deutschland hat sehr glücklich gewonnen. Österreich hat viele talentierte Spieler, die wecken Begehrlichkeiten", erklärte Völler. Nach dessen Angaben wollte Bayer 2008 Christian Fuchs verpflichten, ehe sich der nunmehrige ÖFB-Kapitän für Bochum entschied.

Punkte für Leverkusen wahrscheinlich
Trotz aller höflicher Wortmeldungen kalkuliert der Sportdirektor aber mit Punktezuwachs im Happel-Stadion, womit ein weiterer Schritt in Richtung Aufstieg ins Sechzehntelfinale geschafft wäre. "Wir sind in der Gruppe kleiner Favorit, aber dennoch müssen wir in jedem Spiel alles abrufen, um weiterzukommen", erklärte Völler, dessen Club in der Tabelle mit vier Punkten aus zwei Partien auf Platz zwei liegt.

Im Vorjahr überstand der deutsche Spitzenverein noch die Gruppenphase der Champions League, ehe im Achtelfinale gegen den FC Barcelona das Aus kam. Diesmal muss Leverkusen mit der unattraktiveren und weniger lukrativen Europa League vorliebnehmen, was für Völler jedoch kein großes Problem darstellt. "Wir müssen die jetzige Situation akzeptieren und das Beste daraus machen. Vielleicht sehen die Bayern die Europa League als Verlierer-Bewerb, wir aber nicht. Wir nehmen sie sehr ernst und wollen weit kommen."

"Vizekusen" schmeichelhafter Spitzname
Das Ziel seines Vereins sei es, jedes Jahr international zu spielen. "Wenn es geht, wollen wir Champions League spielen. Wenn es die Europa League wird, ist es auch in Ordnung. Wir sehen uns in der Bundesliga irgendwo zwischen den Rängen drei und acht."

Völlers Arbeitgeber zählt seit Jahren zur Elite des deutschen Club-Fußballs, doch das Image der "grauen Maus" konnte die Werks-Elf bisher nicht wirklich ablegen. Seit einer erfolgreichen Image-Kampagne vor rund fünf Jahren hat sich das Bild des Vereins in der Öffentlichkeit laut Völler aber verändert. "Wir sind eine Werks-Elf und stehen zur Bayer AG. Wir haben ein tolles Stadion, ein junges, dynamisches Team mit großen Talenten und wollen attraktiven Fußball spielen."

Der Spitzname "Vizekusen" aufgrund der vielen zweiten Plätze stört Völler nicht. "Dass wir ab und zu Zweiter geworden sind, gehört zu unserer Vita dazu. Aber da würden viele Vereine gern mit uns tauschen."

Lesen Sie auf Seite 2 die heimische Statistik gegen deutsche Klubs...

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