Trauer um David Poisson

14. November 2017 14:05; Akt: 14.11.2017 14:05 Print

ÖSV-Läufer waren auf Todesstrecke gebucht

David Poisson starb nach einem Trainingssturz in Kanada. Eine ÖSV-Gruppe hätte danach auf der Strecke trainieren sollen.

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FIS-Rennen fuhr Poisson ab Dezember 1997, den ersten Start im Europacup hatte er im Januar 2001. Er konnte zwei Podestplätze im Europacup erreichen und wurde in der Saison 2006/07 Dritter der Abfahrtswertung. Im Weltcup debütierte Poisson am 14. Februar 2004, in der Abfahrt von St. Anton am Arlberg, bei der er als 29. gleich die ersten Weltcuppunkte gewann. Für Aufmerksamkeit sorgte er bei der Weltmeisterschaft 2005 in Bormio, als er sowohl in der Abfahrt als auch im Super-G als jeweils bester Franzose den neunten Platz erreichte. Im Weltcup war zuvor ein 25. Rang sein bestes Ergebnis gewesen. is Poisson auch im Weltcup ein Top-10-Ergebnis erreichte, dauerte es bis zum 29. Februar 2008, als er in der Abfahrt von Kvitfjell Zehnter wurde. Weitere Top-10-Resultate in Weltcupabfahrten folgten am 24. Januar 2009 in Kitzbühel und am 5. Dezember 2009 in Beaver Creek. Sein bisher bestes Ergebnis im Weltcup ist der vierte Rang in der Abfahrt von Bormio am 29. Dezember 2009. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver erreichte er Platz sieben in der Abfahrt. Auf der Streif in Kitzbühel egalisierte er am 26. Januar 2013 als Vierter der Hahnenkammabfahrt sein bestes Weltcupergebnis. Zwei Wochen später gewann er bei der Weltmeisterschaft 2013 etwas überraschend die Abfahrts-Bronzemedaille. Seine erste Podestplatzierung in einem Weltcuprennen erzielte Poisson am 29. Dezember 2015, als er in der Abfahrt von Santa Caterina Valfurva auf den dritten Platz fuhr. Aufgrund seines kraftvollen Fahrstils trägt Poisson den Beinamen Caillou ("Kieselstein"). Er starb am 13.11.2017 nach einem Trainingsunfall in Kanada.

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Einen Tag nach der schrecklichen Meldung von David Poissons Ableben herrscht im Ski-Zirkus Schockstarre. Der WM-Bonzemedaillen-Gewinner von Schladming starb nach einem Trainingssturz in Nakiska, Kanada. Der Franzose schoss durch zwei B-Fangnetze und kollidierte laut Insider-Angaben frontal mit einem Baum.

Eineinhalb Stunden lang sei neben der Strecke vergeblich um das Leben des 35-Jährigen gekämpft worden. Poisson hinterlässt eine Ehefrau und einen eineinhalbjährigen Sohn.

ÖSV am Unglücksort

Die entsetzlichen Szenen erlebten auch andere Rennfahrer und Trainer mit. Wie nun bekannt wurde, war neben dem französischen und Schweizer Speed-Team auch eine Trainingsgruppe des ÖSV in Nakiska.

Die "Trainingsgruppe Speed 3" von Trainer Florian Raich wäre unmittelbar nach der Trainingseinheit der Franzosen eingeplant gewesen, bestätigte der ÖSV. Die sechs ÖSV-Fahrer Stefan Babinsky, Daniel Danklmaier, Niklas Köck, Christoph Krenn, Maximilian Lahnsteiner und Clemens Nocker bereiten sich in Kanada auf den Weltcup-Start in Lake Louise vor.

Strecke nicht sicher?

Nach dem schrecklichen Unglück wurde harte Kritik an der Strecke in Nakiska laut. Die Strecke sei nicht sicher genug. "Es kann ja auch hier etwas Schlimmes passieren, aber auf jeden Fall ist Copper Mountain die einzige Trainingsstrecke, die mit sehr viel widerstandsfähigeren A-Netzen abgesichert ist", sagt ein Funktionär, der derzeit mit seinem Team in Copper Mountain (Colorado, USA) weilt. "Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es in Nakiska bezüglich der Sicherung besonders kritisch ist, weil dort einige B-Netze lediglich ein knapper Meter hinter der Waldgrenze stehen."

(Heute Sport)