Dortmund-Hit gegen Bullen

08. März 2018 11:19; Akt: 08.03.2018 11:55 Print

Engster Vertrauter: Das ist Stögers "spezielle Gabe"

von A. Klein aus Dortmund - Dortmund gegen Salzburg! Beim Hit steht Trainer Peter Stöger im Mittelpunkt. "Heute" traf am Abend davor seinen engsten Vertrauten: Werner Zöchling.

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Der Aufstieg von Peter Stöger: Vom Bundesliga-Kicker bis zum Coach von Borussia Dortmund. Peter Stöger startete seine Fußballer-Karriere beim Favoritner AC. Über Worwärts Steyr kam der Wiener 1987 zur Vienna. Hier zog er unter Coach Ernst Dokupil gemeinsam mit Rapid-Leihgabe Andreas Herzog die Fäden im Mittelfeld. Und empfahl sich für höhere Aufgaben. 1988 startet Peter Stöger so richtig durch. Der damals 22-Jährige wird als Nachfolger von Spielmacher Herbert Prohaska zur Wiener Austria geholt. Mit den Veilchen wird der Mittelfeldspieler drei Mal Meister. Nach einem Gastspiel in Tirol wechselt Stöger 1995 zum Austria-Erzrivalen Rapid Wien. Mit den Hütteldorfern wird er Meister und erreicht das Finale des Europacups der Cupsieger. Stöger debütierte 1988 im österreichischen Nationalteam und bestritt 65 Spiele für den ÖFB. Dabei erzielte er 15 Tore. Höhepunkt der Team-Karriere war die WM 1998. Stöger kam in zwei Spielen zum Einsatz. Über den LASK kam Stöger 1998 zur Austria zurück. Bei den Favoritnern konnte er nicht an alte Erfolge anschließen. 2004 hängte Peter Stöger die Fußballschuhe nach einem Engagement beim Zweitliga-Klub SC Untersiebenbrunn an den Nagel. 2005 folgte die Rückkehr zu "seiner" Austria. Stöger begann als Manager des Amateurteams, übernahm dann mit Frenkie Schinkels als Trainer-Duo die Veilchen. Ende 2005 zog er sich zurück, leitete die Geschicke der Wiener als Sportdirektor. 2006 durfte Stöger erstmals als Sportdirektor jubeln. Gemeinsam mit Schinkels führte er die Austria zum Titel. 2007 startete Stöger so richtig als Trainer durch. Als Coach und Sportdirektor in Personalunion führte er die Vienna in die zweithöchste Spielklasse. Von der Vienna ging es für eine Saison zum Grazer AK. Der Vertrag wurde schließlich einvernehmlich aufgelöst, als Stöger ein Bundesliga-Angebot bekam. 2011 folgte das erste Bundesliga-Engagement beim SC Wiener Neustadt. Stöger hielt mit den Niederösterreichern die Klasse und empfahl sich so für höhere Aufgaben. Und die folgte im Sommer 2012! Peter Stöger kehrte zur Wiener Austria zurück. Eine Zusammenarbeit, die von Erfolg gekrönt war. Dabei war der Wunschkandidat von Austria-Sportdirektor Thomas Parits Franco Foda gewesen. Kurios war das erste Treffen. Stöger kam in die Austria-Geschäftsstelle, um einen Spielertransfer zu verhandeln. Da sprach ihn Parits an. Besonders pikant: Stöger feierte die Titel-Party ausgerechnet in Salzburg. Neben ihm lehnte der Meisterteller auf der Trainerbank. Die "Bullen" hatten eine Provokation gewittert. Stöger führte die Austria zum Meistertitel mit dem Punkterekord von 82 Zählern. Bis heute ungebrochen. Mit dem Meistertitel im Gepäck folgte der Karrieresprung nach Deutschland. Peter Stöger übernahm im Sommer 2013 den 1. FC Köln. Stöger und Freundin Ulrike Kriegler wurden zum Society-Traumpaar im Kölner Fußball. Der Erfolgslauf von Peter Stöger setzte sich mit dem 1. FC Köln fort. Gleich in der ersten Saison (2014) führte er den "Effzeh" als Zweitliga-Meister in die Bundesliga zurück. Zu Köln gehört einfach der Karneval! So auch für Peter Stöger, der sich auch in die Rosenmontags-Umzüge mischte. Hier als Muskelmann verkleidet. Im Herbst 2017 führte Stöger die Kölner erstmals seit 25 Jahren wieder in den Europacup. In der Gruppenphase der Europa League kam es zum Duell mit Arsenal London und dem Trainer-Urgestein Arsene Wenger. Das Heimspiel in Köln konnte der "Effzeh" sogar mit 1:0 für sich entscheiden. Am 2. Dezember 2017 endete die Ära von Peter Stöger in Köln. Unmittelbar nach dem 2:2-Remis auf Schalke wurde er entlassen. Noch im Stadion verabschiedete er sich von den mitgereisten Kölner Fans. Stöger holte in 14 Spielen nur drei Unentschieden. Sein Vertrag wäre noch bis 2020 gelaufen. Gerade einmal eine Woche später folgte der Paukenschlag! Peter Stöger wurde nach der Entlassung von Peter Bosz als neuer Dortmund-Trainer vorgestellt. Gegen Mainz gab es gleich einen Einstand nach Maß! Bei Stögers Premiere gewann der BVB mit 2:0.

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Das L'Arrivee-Hotel in Dortmund, exakt 24 Stunden vor dem Anpfiff des Europa-League-Hits Dortmund gegen Salzburg. Jener Ort, an dem vor knapp elf Monaten das feige Attentat auf den BVB-Mannschaftsbus verübt wurde. Die Spuren des Anschlags sind längst mit deutscher Gründlichkeit beseitigt.

"Heute" trifft Werner Zöchling (67). Der Soziologe und Personalentwickler steht Peter Stöger als Vertrauensperson eng zur Seite und polt ihn auf Erfolg. Keiner weiß besser, wie der Wiener Erfolgscoach tickt.

Stögers "spezielle Gabe"

"Stöger hat eine spezielle Gabe, mit Menschen umzugehen", erklärt Zöchling. "Unser gemeinsamer Ansatz lautet wertschätzendes Akzeptieren. Menschen so zu nehmen, wie sie sind. Aber gleichzeitig nicht jeden Blödsinn durchgehen zu lassen."

Das Handy läutet, Stöger ist dran. Ein kurzes Telefonat später führt Zöchling weiter aus: "Spieler sollen Fähigkeiten entwickeln. So wie Durchsetzungskraft – die kann man wie Flanken üben. Qualität setzt sich aus Talent plus Persönlichkeit zusammen."

"Spieler waren am Boden"

Die Führung der Spieler zählt laut dem Steyrer zu den wichtigsten Aufgaben eines Trainers. "Sie benötigen Unterstützung, um voranzukommen. Alle 21 Mann müssen das Gefühl haben, dass sie gebraucht werden. Und genau das gibt ihnen Stöger."

"Heute" fällt zuvor in Gesprächen mit Dortmund-Fans auf, dass diese ihren Trainer sehr kritisch sehen. Trotz der Serie von zehn Liga-Spielen in Folge ohne Niederlage. "Peter wird unterschätzt", weiß Zöchling.

"Aber seine Arbeit spricht für sich. Spieler wie Andre Schürrle oder Ömer Toprak waren am Boden, er hat sie wieder aufgerichtet. Das Selbstvertrauen ist entscheidend. Ist das wieder intakt, kommt auch der 'schöne' Fußball." Schon heute im Schlager gegen Salzburg?

"Heute" auf Besuch im Dortmunder Fan-Shop


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