Franz Lederer

27. September 2011 01:05; Akt: 29.09.2011 13:17 Print

Stress-Job Teamchef: "Der Trainerjob ist extrem"

Stress-Job Fußballtrainer! Immer mehr Coaches - zuletzt Ralf Rangnick (D) - müssen den intensiven Anforderungen Tribut zollen. Heute warf einen Blick auf die heimischen Trainer: Wie kräfteraubend ist ihr Alltag? Was zermürbt sie? Was treibt sie an? Franz Lederer, der längstdienende Trainer der Bundesliga, gibt die Antworten.

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Amtszeiten der Bundesliga-Trainer

Franz Lederer (Mattersburg) 6 Jahre, 10 Monate, 11 Tage

Franco Foda (Sturm Graz) 5 Jahre, 2 Monate, 27 Tage

Werner Gregoritsch (Kapfenberg) 5 Jahre, 0 Monate, 12 Tage

Karl Daxbacher (Austria Wien) 3 Jahre, 4 Monate, 7 Tage

Walter Kogler (Wacker Innsbruck) 3 Jahre, 3 Monate, 27 Tage

Paul Gludovatz (Ried) 3 Jahre, 2 Monate, 17 Tage

Didi Kühbauer (Admira) 5 Monate, 2 Tage

Ricardo Moniz (Salzburg) 5 Monate, 20 Tage

Peter Schöttel (Rapid) 3 Monate, 27 Tage

Peter Stöger (Wr. Neustadt) 2 Monate, 28 Tage

Ihr Kollege Ralf Rangnick zog vor Kurzem die Notbremse. Die Diagnose: vegetative Erschöpfung. Geht der Trainerjob wirklich so an die Gesundheit?

"Ja, dieser Job ist extrem, der Druck riesig. Du bist für alles verantwortlich,musst rund um die Uhr Fußball leben. Und du musst die Resultate liefern."

Wie sieht Ihr Alltag aus?

"Viele Fans glauben, der Job besteht nur aus 90 Minuten Spiel - das stimmt leider nicht. Training, Matchanalysen, Zukunftspläne, Gespräche mit Spielern und Klubverantwortlichen, Termine mit Sponsoren und Medien - das alles kostet viel Zeit und geht mitunter auch stark an die Substanz."

Sie sind seit fast sieben Jahren Mattersburg-Trainer.Wollten Sie schon einmal aufgeben?

"Vor zwei Jahren, als wir tief im Abstiegssumpf steckten, stellte ich mir diese Frage. Letztendlich siegte aber die Herausforderung über die Resignation."

Arsenal-Coach Wenger meinte einst: Bei mir verdient kein Spieler mehr als ich. Verdienen Sie in Mattersburg am meisten?

"Das weiß ich nicht. Ich bin aber zufrieden mit dem Gehalt, das ich hier bekomme."

Klaus Pfeiffer