Kraetschmer erklärt

12. Oktober 2017 08:53; Akt: 12.10.2017 10:46 Print

ÖFB: Darum stimmte die Bundesliga für Schöttel

Peter Schöttel ist neuer ÖFB-Sportdirektor! Markus Kraetschmer erklärte nun, warum er für ihn stimmte.

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Der Zug zur WM-Endrunde nach Russland ist abgefahren! "Heute" hat die Übersicht über die WM-Quali-Partien des Österreichischen Nationalteams. Zum Auftakt gab es drei Punkte! Aleks Dragovic (li.) und Co. erkämpften auswärts bei Georgien einen 2:1-Sieg. Dann der erste Hochkaräter! Wales gastierte mit Superstar Gareth Bale (re.) im Happel-Stadion. Im zweiten WM-Quali-Match gab es am Ende einen Punkt - nach einem 1:2-Pausenrückstand stand es am Ende ein 2:2. Arnautovic sorgte per Doppelpack (28., 48.) für das Remis. Drittes Match: das Gastspiel in Serbien. Eine enge Partie. Zwei Mal gingen die Hausherren in Führung, zwei Mal gelang der ÖFB-Auswahl der Ausgleich. Am Ende setzte es aber eine Niederlage für Marc Janko (re.) und Co. - 2:3. Am 12. November 2016 folgte das Heimspiel gegen Irland - und die nächste Abfuhr. McClean schoss die Iren zum 1:0-Auswärtssieg. Das WM-Ticket drohte damit schon vorzeitig in weite Ferne zu rücken. Im Heimspiel gegen Moldawien war ein Sieg bereits Pflicht. Durch Tore von Arnautovic (75.) und Harnik (90.) gelang ein 2:0-Erfolg. Dann wieder ein Rückschlag. Gegen Irland verspielten Sebastian Prödl (li.) und Co. eine 1:0-Führung. Am Ende setzte es ein glückliches 1:1. In der Tabelle liegt Österreich damit punktegleich mit Wales auf Platz vier. Auf die Leader Serbien und Irland fehlen vier Punkte. Alles ist noch möglich, aber es wird immer enger ... In Irland sah es lange Zeit nach Sieg aus. Hinteregger hätte das ÖFB-Team in der 31. Minute in Führung gebracht, Walters glich kurz vor Schluss aus (85.). Ernüchterung! Vier Spiele vor dem Ende der WM-Qualifikation betrug der Rückstand auf Serbien und Irland vier Punkte. Nur ein Sieg in Wales hätte die Hoffnung am Leben gehalten. Mit einem Sieg gegen Wales wäre die Tür zum WM-Ticket weit offen gewesen. Das ÖFB-Team spielte gut, doch der Treffer gelang nicht. Marko Arnautovic vergab die größte Chance in der 33. Minute. Kaltschnäuziger präsentierte sich der 17-jährige Ben Woodburn, der die Waliser zum 1:0-Sieg schoss. Damit war es nun endgültig besiegelt. Der WM-Traum ist geplatzt. Gegen Georgien kamen die Österreicher nicht über ein 1:1 hinaus. Louis Schaub erzielte als Ersatzmann für David Alaba, der verletzt ausgewechselt wurde, den Ausgleich (43.). Valerian Gvilia hatte die Gäste im Happel-Oval in Führung gebracht (8.). Im letzten Heimspiel unter Marcel Koller feierte Österreich noch einen 3:2-Prestigeerfolg über Gruppenleader Serbien. Gruppenplatz vier war vor dem finalen Match in Moldawien dennoch fix. In der abschließenden WM-Quali-Partie in Moldawien hatten Baumgartlinger und Co, lange Zeit zu kämpfen... ...doch dann erzielte Schaub das Goldtor zum 1:0-Auswärtssieg und... ...und bescherte Teamchef Marcel Koller damit einen gebührenden Abschied von der österreichischen Nationalmannschaft.

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Die erste von zwei wichtigen Personal-Entscheidungen ist gefallen! Peter Schöttel folgt Willi Ruttensteiner als Sportdirektor des ÖFB nach. Das steht seit Samstag fest. Er wurde beauftragt, den Nachfolger für Teamchef Marcel Koller zu suchen.

Bis Freitag soll er der ÖFB-Taskforce bestehend aus Präsident Windtner, Geschäftsführer Neuhold, Generalsekretär Hollerer und Austria-Vorstand Markus Kraetschmer eine Liste mit zehn Kandidaten vorlegen.

Die Bestellung von Schöttel wurde nicht allerorts positiv aufgenommen. Bei seiner Vorstellung überraschte vor allem seine Aussage, dass er dem Präsidium noch kein vollständiges Konzept vorgelegt habe.

Kraetschmer nimmt Stellung

Im Interview mit laola1.at erklärte nun Präsidiums-Mitglied Kraetschmer, warum die Bundesliga trotzdem einstimmig für Schöttel stimmte. Schöttel sei "die beste Alternative" gewesen, "das war keine Kompromiss-Entscheidung". Die drei Bundesliga-Vertreter im ÖFB-Präsidium – Erwin Fuchs, Hans Rinner und Kraetschmer – hatten schon im Vorfeld entschieden, sich im Sinne der Liga auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen.

Auf das fehlende Konzept angesprochen, antwortete Kraetschmer: "Das wird jetzt als der große Nachteil herausgearbeitet. Das stimmt natürlich nicht. Er hat vielleicht keine 20-seitige Powerpoint-Präsentation vorgelegt, aber er ist seit einigen Wochen als U19-Teamchef im Verband."

Kraetschmer vergleicht Schöttel mit seinem Vorgänger: "Dass Willi Ruttensteiner nach 18 Jahren, wo er extrem viel aufgebaut hat, einen gewissen Informationsvorsprung hat, ist ja kein Geheimnis. Aber Peter Schöttel hat schon sehr klar sein Arbeitsprogramm sowie seine Schwerpunkte und in den einzelnen Teilbereichen seine Vorstellungen dargelegt. Dass er noch keinen detaillierten Masterplan abliefern kann, ist klar."

(Heute Sport)