Schwere Vorwürfe

08. Januar 2018 17:43; Akt: 08.01.2018 17:44 Print

Ibrahimovic klagt über "Undercover"-Rassismus

Schwedische Medien kritisieren Zlatan Ibrahimovic oftmals heftig. "Undercover-Rassismus", urteilt der 35-Jährige. "Weil ich kein Andersson oder Svensson bin."

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Zlatan Ibrahimovic hatte es auf seinem Weg in die absolute Spitze des Fußballs nie leicht. Bereits als Jung-Profi bei Malmö bekam der Angreifer zu spüren, was es heißt, dass sein Vater in Bosnien und nicht in Schweden geboren wurde.

"Ich wurde nicht so akzeptiert wie alle anderen. Ich spürte, dass ich nicht dort hineinpasste. Ich war das schwarze Schaf, sie akzeptierten mich nicht, mochten meine Attitüde nicht", erinnert sich der heute 35-Jährige. "Ich war nicht so wie die anderen, war nicht blond, hatte keine schwedisch helle Haut. Ich ragte deshalb so heraus, weil ich gezwungen war, zehnmal so viel zu leisten wie andere."

"Würde ich Svensson heißen, würden sie mich verteidigen – selbst, wenn ich eine Bank ausgeraubt hätte"

Von den Medien in seiner Heimat Schweden fühlt er sich bis heute ungerecht behandelt. "Ich weiß doch, wie es funktioniert", erklärt der Stürmer von Manchester United. "Bekommen sie nicht, was sie wollen, spielen sie verrückt. Die können ruhig jeden Mist über mich schreiben, das berührt mich nicht. Mich macht das nur stärker, denn ich brauche sie nicht, aber sie brauchen mich."

Für den Umstand, dass scheinbar stets er als "Sündenbock" herhalten muss, hat er eine Erklärung parat. "Es hat mit Rassismus zu tun. Ich sage nicht: Das hier ist Rassismus, aber es gibt eine Art Undercover-Rassismus, da bin ich mir zu 100 Prozent sicher. Weil ich kein Andersson oder Svensson bin", übt er scharfe Kritik. "Hieße ich so, würden sie mich verteidigen, selbst, wenn ich eine Bank ausgeraubt hätte. Aber sie verteidigen mich nicht so, wie sie das tun sollten. Ich bin vermutlich der beste schwedische Spieler überhaupt. Das, was ich erreicht habe, hat niemand anders erreicht."


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(red.)

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