"Opfer" des Transfer-Theaters?

01. Februar 2018 11:04; Akt: 01.02.2018 11:16 Print

Jetzt spricht Stöger über Skandal-Stürmer "Auba"

Sorgenkind Pierre-Emerick Aubameyang tanzte Dortmund auf der Nase rum. Peter Stöger darf endlich durchschnaufen und spricht nun erstmals Klartext.

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Der Aufstieg von Peter Stöger: Vom Bundesliga-Kicker bis zum Coach von Borussia Dortmund. Peter Stöger startete seine Fußballer-Karriere beim Favoritner AC. Über Worwärts Steyr kam der Wiener 1987 zur Vienna. Hier zog er unter Coach Ernst Dokupil gemeinsam mit Rapid-Leihgabe Andreas Herzog die Fäden im Mittelfeld. Und empfahl sich für höhere Aufgaben. 1988 startet Peter Stöger so richtig durch. Der damals 22-Jährige wird als Nachfolger von Spielmacher Herbert Prohaska zur Wiener Austria geholt. Mit den Veilchen wird der Mittelfeldspieler drei Mal Meister. Nach einem Gastspiel in Tirol wechselt Stöger 1995 zum Austria-Erzrivalen Rapid Wien. Mit den Hütteldorfern wird er Meister und erreicht das Finale des Europacups der Cupsieger. Stöger debütierte 1988 im österreichischen Nationalteam und bestritt 65 Spiele für den ÖFB. Dabei erzielte er 15 Tore. Höhepunkt der Team-Karriere war die WM 1998. Stöger kam in zwei Spielen zum Einsatz. Über den LASK kam Stöger 1998 zur Austria zurück. Bei den Favoritnern konnte er nicht an alte Erfolge anschließen. 2004 hängte Peter Stöger die Fußballschuhe nach einem Engagement beim Zweitliga-Klub SC Untersiebenbrunn an den Nagel. 2005 folgte die Rückkehr zu "seiner" Austria. Stöger begann als Manager des Amateurteams, übernahm dann mit Frenkie Schinkels als Trainer-Duo die Veilchen. Ende 2005 zog er sich zurück, leitete die Geschicke der Wiener als Sportdirektor. 2006 durfte Stöger erstmals als Sportdirektor jubeln. Gemeinsam mit Schinkels führte er die Austria zum Titel. 2007 startete Stöger so richtig als Trainer durch. Als Coach und Sportdirektor in Personalunion führte er die Vienna in die zweithöchste Spielklasse. Von der Vienna ging es für eine Saison zum Grazer AK. Der Vertrag wurde schließlich einvernehmlich aufgelöst, als Stöger ein Bundesliga-Angebot bekam. 2011 folgte das erste Bundesliga-Engagement beim SC Wiener Neustadt. Stöger hielt mit den Niederösterreichern die Klasse und empfahl sich so für höhere Aufgaben. Und die folgte im Sommer 2012! Peter Stöger kehrte zur Wiener Austria zurück. Eine Zusammenarbeit, die von Erfolg gekrönt war. Dabei war der Wunschkandidat von Austria-Sportdirektor Thomas Parits Franco Foda gewesen. Kurios war das erste Treffen. Stöger kam in die Austria-Geschäftsstelle, um einen Spielertransfer zu verhandeln. Da sprach ihn Parits an. Besonders pikant: Stöger feierte die Titel-Party ausgerechnet in Salzburg. Neben ihm lehnte der Meisterteller auf der Trainerbank. Die "Bullen" hatten eine Provokation gewittert. Stöger führte die Austria zum Meistertitel mit dem Punkterekord von 82 Zählern. Bis heute ungebrochen. Mit dem Meistertitel im Gepäck folgte der Karrieresprung nach Deutschland. Peter Stöger übernahm im Sommer 2013 den 1. FC Köln. Stöger und Freundin Ulrike Kriegler wurden zum Society-Traumpaar im Kölner Fußball. Der Erfolgslauf von Peter Stöger setzte sich mit dem 1. FC Köln fort. Gleich in der ersten Saison (2014) führte er den "Effzeh" als Zweitliga-Meister in die Bundesliga zurück. Zu Köln gehört einfach der Karneval! So auch für Peter Stöger, der sich auch in die Rosenmontags-Umzüge mischte. Hier als Muskelmann verkleidet. Im Herbst 2017 führte Stöger die Kölner erstmals seit 25 Jahren wieder in den Europacup. In der Gruppenphase der Europa League kam es zum Duell mit Arsenal London und dem Trainer-Urgestein Arsene Wenger. Das Heimspiel in Köln konnte der "Effzeh" sogar mit 1:0 für sich entscheiden. Am 2. Dezember 2017 endete die Ära von Peter Stöger in Köln. Unmittelbar nach dem 2:2-Remis auf Schalke wurde er entlassen. Noch im Stadion verabschiedete er sich von den mitgereisten Kölner Fans. Stöger holte in 14 Spielen nur drei Unentschieden. Sein Vertrag wäre noch bis 2020 gelaufen. Gerade einmal eine Woche später folgte der Paukenschlag! Peter Stöger wurde nach der Entlassung von Peter Bosz als neuer Dortmund-Trainer vorgestellt. Gegen Mainz gab es gleich einen Einstand nach Maß! Bei Stögers Premiere gewann der BVB mit 2:0.

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Das Transfer-Theater um Pierre-Emerick Aubameyang hat sich endlich erledigt. Am letzten Tag des Winter-Transferfensters tütete Arsenal den 64-Millionen-Deal ein. Der Gabuner übersiedelt nach London. Arsenal ließ Olivier Giroud zu Chelsea ziehen, damit Michy Batshuayi von den Blues zum BVB wechseln konnte – das kuriose Transfer-Dreieck ist perfekt!

Dortmund verliert mit "Auba" seinen Torgaranten. Nach seinen Eskapaden in den vergangenen Wochen trauern ihm aber nur wenige nach. Der Stürmer machte kein Geheimnis daraus, dass er mit Dortmund längst abgeschlossen hatte. Das sorgte im Team für Unruhe, setzte den österreichischen Trainer Peter Stöger gehörig unter Druck, da bis zuletzt nicht feststand, ob er nicht doch noch mit seinem Problem-Kicker weiterarbeiten müsse.

Kein Auba-Opfer

Jetzt herrscht Gewissheit. Wenige Stunden nach der Angreifer-Rochade sprach Stöger über die letzten Wochen mit Aubameyang. Im Interview mit der Bild Zeitung wurde er direkt gefragt, ob er sich als Opfer des 'Enfant terrible' sehe. "Nein!", schoss es aus Stöger heraus. Er vertraue den jungen Spielern: Christian Pulisic, Jadon Sancho. "Dazu hat Andre Schürrle Qualität, die wir wecken möchten. Und auch Marco Reus kommt bald zurück."

Kein Opfer also - Spuren hat das Hickhack aber allemal hinterlassen. "Es ist gut, dass es vorbei ist, weil das Thema so enorm viel öffentlichen Raum eingenommen hat." Stöger gesteht: "Die Berichterstattung hat sich auf alles andere übertragen, was mit der Mannschaft zu tun hat."

Ein Nachtreten erspart sich der Österreicher. Ja, Aubameyang habe eine Teamsitzung geschwänzt, ein Mal schlecht trainiert. Ansonsten habe er sich aber nichts zu Schulden kommen lassen. "Und da Auba in der letzten Woche gut trainiert hat, habe ich ihn spielen lassen." Stöger hatte die schwierige Aufgabe, den Gabuner bei Laune zu halten, für den Fall, dass sich der Transfer in letzter Minute doch noch zerschlagen hätte.

Dann wäre Aubameyang in Dortmund gestrandet, hätte sich mit seinen zunehmend verärgerten Kollegen und dem Trainer zusammenraufen müssen. "Hätten wir ihn auf die Tribüne gesetzt und womöglich noch bis Sommer gehalten, wäre das Thema nie erledigt gewesen."

(Heute Sport)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peda M. am 01.02.2018 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibts da nicht

    die Möglichkeit einen Auba der nicht mehr will, sich dermaßen aufführt, mal kalt zu stellen? Den brumm ich doch eine Verhaltensstörung auf, die sich gewaschen hat! Unruhestiftung, Arbeitsverweigerung .... usw. Jetzt ists zu spät.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peda M. am 01.02.2018 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibts da nicht

    die Möglichkeit einen Auba der nicht mehr will, sich dermaßen aufführt, mal kalt zu stellen? Den brumm ich doch eine Verhaltensstörung auf, die sich gewaschen hat! Unruhestiftung, Arbeitsverweigerung .... usw. Jetzt ists zu spät.