"Wo zieht man die Linie?"

05. März 2018 14:55; Akt: 05.03.2018 16:57 Print

Liga-Boss vergleicht Pep-Schleife mit Hakenkreuz

Mit einer gelben Schleife wirbt Pep Guardiola für ein unabhängiges Katalonien. Sein Liga-Boss findet das genauso schlimm wie ein Hakenkreuz.

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Pep Guardiola ist eines der Gesichter der Bewegung für ein unabhängiges Katalonien. Seit Oktober trägt der Trainer von Manchester City als Zeichen der Solidarität für seine katalonischen Landsleute eine gelbe Schleife am Revers.

Dass er damit gegen die Regel der Premier League verstößt, die das Tragen von politischen Symbolen verbietet, ist dem 47-Jährigen offensichtlich egal.

Nach zwei erfolglosen Verwarnungen platzt Englands Liga-Boss Martin Glenn jetzt der Kragen. "Um ehrlich und klar zu sein. Guardiolas gelbe Schleife ist ein politisches Symbol und ich kann ihren sagen, dass es eine Menge Spanier gibt, die ziemlich sauer sind", regt sich der FA-Geschäftsführer im Interview mit der "Times" auf. "Wo zieht man die Linie – soll es jemanden geben, der ein ISIS-Abzeichen trägt? Darum müssen wir hart bleiben."

Einmal in Fahrt, ist Glenn kaum noch zu bremsen. Es gibt eine Liste an Dingen, die der Verband nicht sehen will. Laut ihm sind das "starke religiöse Symbole, der Davidstern, Hammer und Sichel, das Hakenkreuz und so etwas wie Robert Mugabe auf dem Shirt."

"Ich werde sie immer tragen"

Doch Guardiola denkt nicht daran, die gelbe Schleife wieder abzulegen. "Ich werde sie immer tragen", gesteht er. "Es geht nicht um Politiker, es geht um Demokratie. Es geht darum Leuten zu helfen, die absolut nichts getan haben." Bereits zuvor erklärte er: "Wenn Männer und Frauen eine pinke Schleife tragen, geht es darum, Brustkrebs-Initiativen zu unterstützen. Die Idee ist dieselbe."

Eine Argumentation, die bei Englands Fußballverband aber nicht zieht. Die FA hat jetzt ein Verfahren gegen den Star-Trainer eingeleitet.

Glenn selbst entschuldigte sich bereits für seinen Vergleich mit dem jüdischen Davidstern. Dieser sei ein "sehr wichtiges Symbol für Juden in aller Welt", erklärte er, nachdem die jüdische Gemeinde mit Empörung auf seine Aussage reagiert hatte.


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(red.)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heuchler am 05.03.2018 20:41 Report Diesen Beitrag melden

    Sport und Politik.

    Es gab Campagnen gegen Rassismus, Schwulenfeindlichkeit,... das mag zwar nett sein, ist aber Politik und hat im Sport nichts verloren. In Wirklichkeit sind beide eng verwoben, vom Sponsoring, über Bauprojekte bis zu Publicity.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Heuchler am 05.03.2018 20:41 Report Diesen Beitrag melden

    Sport und Politik.

    Es gab Campagnen gegen Rassismus, Schwulenfeindlichkeit,... das mag zwar nett sein, ist aber Politik und hat im Sport nichts verloren. In Wirklichkeit sind beide eng verwoben, vom Sponsoring, über Bauprojekte bis zu Publicity.