14 Mal so teuer, aber kein WM-Ticket

12. Oktober 2017 22:41; Akt: 12.10.2017 22:47 Print

Panamas Billig-Kader lässt ÖFB-Team alt aussehen

Panama fährt zur WM nach Russland, Österreich bleibt zu Hause. Und das mit einem Kader, der 14 Mal so teuer ist. Hier der Vergleich.

Jubel in Panamas Team (Bild: imago sportfotodienst)

Jubel in Panamas Team (Bild: imago sportfotodienst)

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In der aktuellen Weltrangliste trennen Österreich und Panama nur drei Plätze. Das ÖFB-Team rangiert auf Rang 57, Panama ist 60. Trotzdem: Die Mittelamerikaner fahren zur WM nach Russland, Österreich nicht. Und das, obwohl der rot-weiß-rote Kader 14 Mal so teuer ist, wie der des WM-Debütanten.

Bisher größter Erfolg

Panama hat sich bisher nicht als große Fußball-Nation hervorgetan. Die USA und Mexiko spielten in Nord- und Mittelamerika immer die große Rolle. Trotzdem gelang dem Staat mit dem bekannten Kanal zwischen dem Atlantik und Pazifik nun erstmals die Quali. Dabei scheinen die Voraussetzungen auch im Vergleich mit Ländern wir Österreich nicht so gut. Panama hat nur 3,9 Millionen Einwohner, ist mit einer Fläche von 75.517 Quadratkilometern kleiner als die Alpenrepublik. Bei der Bevölkerung ist Baseball beliebter als Fußball. Vor der historischen ersten WM-Quali waren die Teilnahme am Copa America Centenario 2016 und am CONCACAF-Gold-Cup die größten Erfolge.

Geringer Marktwert

Auch im Kader sucht man große Namen vergeblich. Torjäger Roberto Nurse hat mit 800.000 Euro den höchsten Marktwert, der Gesamtwert des Teams beläuft sich auf 8 Millionen Euro. Zum Vergleich: Österreichs Bayern-Star David Alaba ist alleine 38 Millionen Euro wert. Gesamter Kader: 113,38 Millionen Euro (ohne David Alaba im letzten WM-Quali-Match gegen Moldawien: 75,3 Millionen Euro).

Teamchef mit Erfahrung

Panamas Teamchef ist Hernan Gomez. Als Spieler blieb ihm eine große internationale Karriere versagt. Als Trainer-Assistent holte der gebürtige Kolumbianer mit Atletico Nacional die Copa Libertadores 1989. Auch für Kolumbiens Nationalteam war er zunächst als Assisten tätig und jubelte über Platz drei bei der Copa America 1987 und die WM-Teilnahme 1990 (Aus im Achtelfinale, 1:2 nach Verlängerung gegen Kamerun), sowie 1994 (Vorrunden-Aus). Gomez übernahm das Nationalteam von Ecuador (1999 bis 2004) und Guatemala (2006 bis 2008). Nach einem kurzen Gastspiel als Kolumbien-Teamchef 2010 heuerte der 62-Jährige bei Panama an.

Richtige Einstellung

Und da leistete der Coach starke Aufbauarbeit. Die WM-Quali für Brasilien 2014 wurde nur knapp verpasst. "Da hat uns ein wenig das Glück gefehlt", meint Stürmer Luis Tejada. "Diesmal ist uns der letzte Schritt gelungen. Der Schlüssel zum Erfolg? "Wir sind eine kleine, bescheidene Mannschaft. Wir lernen ständig weiter, korrigieren unsere Fehler, sind fleißig."

(Heute Sport)