Salzburg muss schwitzen

12. September 2018 19:34; Akt: 12.09.2018 19:35 Print

Regel neu! Red Bulls Leih-Imperium vor dem Ende?

Red Bull Salzburg verleiht aktuell 16 Spieler, teils an die direkte Konkurrenz. Dem Leih-Imperium droht das Aus durch die FIFA.

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Diese Regeländerung könnte die Top-Klubs vieler Nationen erschüttern. Die FIFA plant, Leih-Imperien einen Riegel vorzuschieben. Viele Vereine nutzen Leihen längst als lukratives Geschäftsmodell.

Der Transfermarkt droht so aber zu einer Plattform für Menschenhandel zu verkommen. Klubs kaufen sich billige Talente, verleihen sie, um sie später mit gestiegenem Marktwert zum Verkauf anzubieten. So können Millionen lukriert werden. Der Sport und vor allem die Personen rücken dabei leider in den Hintergrund, werden zu Handelsobjekten.

Die "Sport Bild" weiß von einer FIFA-Task-Force, die sich dem Thema annehme. Bald sollen demnach nur noch acht Leihspieler pro Verein und Saison erlaubt sein.

Red Bull muss schwitzen

Das könnte dramatische Auswirkungen auf das Fußball-Modell von Red Bull haben. Salzburg verleiht in der aktuellen Saison 16 Spieler. Mit Ausnahme von Marc Rzatkowski (New York Red Bulls, 27) sind alle 22 Jahre oder jünger. Viele sind an die direkte Liga-Konkurrenz verliehen. Das führte schon oft zu Kritik. Rapids sportliche Leitung monierte nicht erst ein Mal, dass die, über ganz Österreich verteilten, Leihspieler den Wettbewerb verzerren würden.

Prominentes Beispiel: Dimitri Oberlin. Der junge Schweizer wurde von Salzburg an Altach verliehen, zerballerte ein halbes Jahr lang förmlich die Bundesliga und bugsierte die Vorarlberger damit an die Tabellenspitze. Im Winter der Saison 2016/17 reagierte der Liga-Krösus. Red Bull beendete die Oberlin-Leihe, holte ihn vorzeitig zurück nach Salzburg, wo er nur die zweite Geige spielte. Altach, das fast zeitgleich auch Trainer Damir Canadi an Rapid verlor, ging nach der Winterpause die Luft aus. Salzburg wurde Meister.

Auch Verflechtungen wie jene zwischen RB Leipzig und Red Bull Salzburg sind der FIFA ein Dorn im Auge. Der vergangene Transfersommer war der erste seit langer Zeit, in dem Salzburg keine Leistungsträger an den Schwestern-Klub abgeben musste. Die Mozartstädter galten gemeinhin als Ausbildungsverein des deutschen Klubs. Das gedenkt der Weltverband nun zu erschweren.

Talente unter 21 Jahre, die schon länger im Klub sind, dürften weiter unbeschränkt verliehen werden, schreibt die "Sport Bild" in ihrem Bericht. Eine genaue Angabe, wie lange ein Spieler in der Jugend eines Klubs verbracht haben muss, gibt es nicht.


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(S. Klein)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schlechte Idee am 12.09.2018 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Systemfrage

    Die sollten sich lieber einmal um das "financial fairplay" kümmern und nicht Ausbildungsvereinen(Monaco, Benfica, Sporting, Hoffenheim, Leipzig, Salzburg,...) das Leben schwer machen. Diese Regelung hilft nur den ganz Großen(Real, PSG, ManU...), die es sich leisten können fertige Spieler zu kaufen und sich damit weniger um Nachwuchsarbeit kümmern.

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  • karli am 12.09.2018 20:17 Report Diesen Beitrag melden

    keine leihe mehr

    gscheid - endlich mal eine richtige entscheidung der fifa

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  • Durchdenker am 13.09.2018 01:01 Report Diesen Beitrag melden

    Na hoffentlich...

    .. dreht die FIFA den ganzen Dosenblödsinn zu. Ein Farmteam eines deutschen Bundesligisten sollte in Österreich maximal in der Regionalliga spielen dürfen. Alles andere verzerrt den Wettbewerb in kleinen Ligen und kostet seriös wirtschaftende Traditionsvereine Sponsorgelder und Prämien.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Durchdenker am 13.09.2018 01:01 Report Diesen Beitrag melden

    Na hoffentlich...

    .. dreht die FIFA den ganzen Dosenblödsinn zu. Ein Farmteam eines deutschen Bundesligisten sollte in Österreich maximal in der Regionalliga spielen dürfen. Alles andere verzerrt den Wettbewerb in kleinen Ligen und kostet seriös wirtschaftende Traditionsvereine Sponsorgelder und Prämien.

  • Schlechte Idee am 12.09.2018 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Systemfrage

    Die sollten sich lieber einmal um das "financial fairplay" kümmern und nicht Ausbildungsvereinen(Monaco, Benfica, Sporting, Hoffenheim, Leipzig, Salzburg,...) das Leben schwer machen. Diese Regelung hilft nur den ganz Großen(Real, PSG, ManU...), die es sich leisten können fertige Spieler zu kaufen und sich damit weniger um Nachwuchsarbeit kümmern.

    • Matthias am 13.09.2018 04:27 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch verstanden

      Es geht nicht um normale Nachwuchsarbeit. Es geht um gezielte Geldmacherei. Vereine die Spieler kaufen von denen sie wissen das sie niemals spielen werden und sie nur kaufen um sie mal teurer zu verkaufen hat nichts mit Nachwuchsarbeit zu tun.

    • Nobody ist perfect am 13.09.2018 08:00 Report Diesen Beitrag melden

      Fehleinschätzungen gibt es immer wieder.

      Dieses Verhalten trifft dann nur Vereine wie Manchester City, Chelsea,... Denn Leipzig und Salzburg(Monaco, Hoffenheim...) kaufen nur Spieler von denen sie sich erwarten später einmal in der Kampfmannschaft spielen zu können. Wenn daraus nichts wird, Pech gehabt. Von zehn schaffen es hier vermutlich 4-5, der Rest hatte lediglich die Chance. Man kann eine zukünftige Entwicklung eines Spielers zwar erahnen, bestätigen muss er es aber selber. Das verzerrt für mich den Markt nicht auf eine Art und Weise wie es die Bayern, Real, Juve, ManCity, ManU, Chelsea, Celtic,... tun.

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  • karli am 12.09.2018 20:17 Report Diesen Beitrag melden

    keine leihe mehr

    gscheid - endlich mal eine richtige entscheidung der fifa

    • Franz am 12.09.2018 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @karli

      Aber bitte auch das Trainerabwerben während der Saison verbieten (siehe Rapid, aber das ist ja für die Grünen ok!?!?)

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