Kuriose Maßnahme

13. Oktober 2017 09:00; Akt: 13.10.2017 09:57 Print

So rasiert Coach Scharner seine Spieler im Unterhaus

Ex-Teamspieler Paul Scharner polarisiert auch als Spielertrainer im Unterhaus. Er beendete ein Match freiwillig zu acht.

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Der Zug zur WM-Endrunde nach Russland ist abgefahren! "Heute" hat die Übersicht über die WM-Quali-Partien des Österreichischen Nationalteams. Zum Auftakt gab es drei Punkte! Aleks Dragovic (li.) und Co. erkämpften auswärts bei Georgien einen 2:1-Sieg. Dann der erste Hochkaräter! Wales gastierte mit Superstar Gareth Bale (re.) im Happel-Stadion. Im zweiten WM-Quali-Match gab es am Ende einen Punkt - nach einem 1:2-Pausenrückstand stand es am Ende ein 2:2. Arnautovic sorgte per Doppelpack (28., 48.) für das Remis. Drittes Match: das Gastspiel in Serbien. Eine enge Partie. Zwei Mal gingen die Hausherren in Führung, zwei Mal gelang der ÖFB-Auswahl der Ausgleich. Am Ende setzte es aber eine Niederlage für Marc Janko (re.) und Co. - 2:3. Am 12. November 2016 folgte das Heimspiel gegen Irland - und die nächste Abfuhr. McClean schoss die Iren zum 1:0-Auswärtssieg. Das WM-Ticket drohte damit schon vorzeitig in weite Ferne zu rücken. Im Heimspiel gegen Moldawien war ein Sieg bereits Pflicht. Durch Tore von Arnautovic (75.) und Harnik (90.) gelang ein 2:0-Erfolg. Dann wieder ein Rückschlag. Gegen Irland verspielten Sebastian Prödl (li.) und Co. eine 1:0-Führung. Am Ende setzte es ein glückliches 1:1. In der Tabelle liegt Österreich damit punktegleich mit Wales auf Platz vier. Auf die Leader Serbien und Irland fehlen vier Punkte. Alles ist noch möglich, aber es wird immer enger ... In Irland sah es lange Zeit nach Sieg aus. Hinteregger hätte das ÖFB-Team in der 31. Minute in Führung gebracht, Walters glich kurz vor Schluss aus (85.). Ernüchterung! Vier Spiele vor dem Ende der WM-Qualifikation betrug der Rückstand auf Serbien und Irland vier Punkte. Nur ein Sieg in Wales hätte die Hoffnung am Leben gehalten. Mit einem Sieg gegen Wales wäre die Tür zum WM-Ticket weit offen gewesen. Das ÖFB-Team spielte gut, doch der Treffer gelang nicht. Marko Arnautovic vergab die größte Chance in der 33. Minute. Kaltschnäuziger präsentierte sich der 17-jährige Ben Woodburn, der die Waliser zum 1:0-Sieg schoss. Damit war es nun endgültig besiegelt. Der WM-Traum ist geplatzt. Gegen Georgien kamen die Österreicher nicht über ein 1:1 hinaus. Louis Schaub erzielte als Ersatzmann für David Alaba, der verletzt ausgewechselt wurde, den Ausgleich (43.). Valerian Gvilia hatte die Gäste im Happel-Oval in Führung gebracht (8.). Im letzten Heimspiel unter Marcel Koller feierte Österreich noch einen 3:2-Prestigeerfolg über Gruppenleader Serbien. Gruppenplatz vier war vor dem finalen Match in Moldawien dennoch fix. In der abschließenden WM-Quali-Partie in Moldawien hatten Baumgartlinger und Co, lange Zeit zu kämpfen... ...doch dann erzielte Schaub das Goldtor zum 1:0-Auswärtssieg und... ...und bescherte Teamchef Marcel Koller damit einen gebührenden Abschied von der österreichischen Nationalmannschaft.

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Paul Scharner trat in den vergangen Jahren hauptsächlich durch kontroverse Wortmeldungen in Erscheinung. Er kritisierte medienwirksam den scheidenden Teamchef Marcel Koller oder Austria-Neuzugang Heiko Westermann, lieferte sich harte Wortgefechte. Damit machte er sich nicht nur Freunde.

Seit der aktuellen Saison kanalisiert der Ex-Teamspieler seine Emotionen in eine neue Rolle als Spielertrainer beim FK Hagenbrunn in der 2. Klasse.

Scharner platzt der Kragen

Da dort in den ersten Runden nicht alles nach Wunsch lief, bekamen die Spieler seine extrovertierte Persönlichkeit bereits am eigenen Leib zu spüren. Bei der 0:2-Heimniederlage gegen den SV Stetteldorf platzten Scharner Ende September der Kragen.

Er wählte eine ungewöhnliche Methode, um als Coach ein Zeichen zu setzen. Knapp zehn Minuten vor Schluss nahm Scharner drei seiner Kicker vom Platz. Eingewechselt wurde allerdings niemand. Scharner spielte das Match lieber freiwillig zu acht fertig.


Paul Scharner, Bild: GEPA

An alle Trainer, die diese Zeilen lesen: Vorsicht! Wer überlegt, den Scharner'schen Motivations-Trick in sein Re­per­toire aufzunehmen, sollte sich das Ergebnis des Folgespiels zu Gemüte führen. Zu Gast bei Großmugl ging Hagenbrunn mit 0:5 unter.

Das zehnte Liga-Match steigt schon am Samstag. Um 15:30 Uhr empfängt die Scharner-Truppe Göllersdorf. Nach neun Saisonspielen hält Hagenbrunn übrigens bei neun Punkten.

(Heute Sport)

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