Große Ehre

10. Januar 2018 18:07; Akt: 10.01.2018 18:30 Print

Stöger wird in Dortmund mit Held Klopp verglichen

Am Sonntag wird es für Peter Stöger ernst, trifft Dortmund zum Start der Bundesliga-Rückrunde auf Wolfsburg. Der Wiener macht viel wie Jürgen Klopp.

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Der Aufstieg von Peter Stöger: Vom Bundesliga-Kicker bis zum Coach von Borussia Dortmund. Peter Stöger startete seine Fußballer-Karriere beim Favoritner AC. Über Worwärts Steyr kam der Wiener 1987 zur Vienna. Hier zog er unter Coach Ernst Dokupil gemeinsam mit Rapid-Leihgabe Andreas Herzog die Fäden im Mittelfeld. Und empfahl sich für höhere Aufgaben. 1988 startet Peter Stöger so richtig durch. Der damals 22-Jährige wird als Nachfolger von Spielmacher Herbert Prohaska zur Wiener Austria geholt. Mit den Veilchen wird der Mittelfeldspieler drei Mal Meister. Nach einem Gastspiel in Tirol wechselt Stöger 1995 zum Austria-Erzrivalen Rapid Wien. Mit den Hütteldorfern wird er Meister und erreicht das Finale des Europacups der Cupsieger. Stöger debütierte 1988 im österreichischen Nationalteam und bestritt 65 Spiele für den ÖFB. Dabei erzielte er 15 Tore. Höhepunkt der Team-Karriere war die WM 1998. Stöger kam in zwei Spielen zum Einsatz. Über den LASK kam Stöger 1998 zur Austria zurück. Bei den Favoritnern konnte er nicht an alte Erfolge anschließen. 2004 hängte Peter Stöger die Fußballschuhe nach einem Engagement beim Zweitliga-Klub SC Untersiebenbrunn an den Nagel. 2005 folgte die Rückkehr zu "seiner" Austria. Stöger begann als Manager des Amateurteams, übernahm dann mit Frenkie Schinkels als Trainer-Duo die Veilchen. Ende 2005 zog er sich zurück, leitete die Geschicke der Wiener als Sportdirektor. 2006 durfte Stöger erstmals als Sportdirektor jubeln. Gemeinsam mit Schinkels führte er die Austria zum Titel. 2007 startete Stöger so richtig als Trainer durch. Als Coach und Sportdirektor in Personalunion führte er die Vienna in die zweithöchste Spielklasse. Von der Vienna ging es für eine Saison zum Grazer AK. Der Vertrag wurde schließlich einvernehmlich aufgelöst, als Stöger ein Bundesliga-Angebot bekam. 2011 folgte das erste Bundesliga-Engagement beim SC Wiener Neustadt. Stöger hielt mit den Niederösterreichern die Klasse und empfahl sich so für höhere Aufgaben. Und die folgte im Sommer 2012! Peter Stöger kehrte zur Wiener Austria zurück. Eine Zusammenarbeit, die von Erfolg gekrönt war. Dabei war der Wunschkandidat von Austria-Sportdirektor Thomas Parits Franco Foda gewesen. Kurios war das erste Treffen. Stöger kam in die Austria-Geschäftsstelle, um einen Spielertransfer zu verhandeln. Da sprach ihn Parits an. Besonders pikant: Stöger feierte die Titel-Party ausgerechnet in Salzburg. Neben ihm lehnte der Meisterteller auf der Trainerbank. Die "Bullen" hatten eine Provokation gewittert. Stöger führte die Austria zum Meistertitel mit dem Punkterekord von 82 Zählern. Bis heute ungebrochen. Mit dem Meistertitel im Gepäck folgte der Karrieresprung nach Deutschland. Peter Stöger übernahm im Sommer 2013 den 1. FC Köln. Stöger und Freundin Ulrike Kriegler wurden zum Society-Traumpaar im Kölner Fußball. Der Erfolgslauf von Peter Stöger setzte sich mit dem 1. FC Köln fort. Gleich in der ersten Saison (2014) führte er den "Effzeh" als Zweitliga-Meister in die Bundesliga zurück. Zu Köln gehört einfach der Karneval! So auch für Peter Stöger, der sich auch in die Rosenmontags-Umzüge mischte. Hier als Muskelmann verkleidet. Im Herbst 2017 führte Stöger die Kölner erstmals seit 25 Jahren wieder in den Europacup. In der Gruppenphase der Europa League kam es zum Duell mit Arsenal London und dem Trainer-Urgestein Arsene Wenger. Das Heimspiel in Köln konnte der "Effzeh" sogar mit 1:0 für sich entscheiden. Am 2. Dezember 2017 endete die Ära von Peter Stöger in Köln. Unmittelbar nach dem 2:2-Remis auf Schalke wurde er entlassen. Noch im Stadion verabschiedete er sich von den mitgereisten Kölner Fans. Stöger holte in 14 Spielen nur drei Unentschieden. Sein Vertrag wäre noch bis 2020 gelaufen. Gerade einmal eine Woche später folgte der Paukenschlag! Peter Stöger wurde nach der Entlassung von Peter Bosz als neuer Dortmund-Trainer vorgestellt. Gegen Mainz gab es gleich einen Einstand nach Maß! Bei Stögers Premiere gewann der BVB mit 2:0.

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Es war in der Pause des Spiels gegen den FC Bayern München, als Neo-Dortmund-Trainer Peter Stöger seine Spieler bei der Ehre packte. Nach einer katastrophalen Startphase und einer mutlosen ersten Halbzeit rüttelte er seine Spieler wach. Laut "Sportbild" sei das weder laut noch wütend passiert, sondern eher lässig: Endlich als Männer sollen die BVB-Profis in der Allianz Arena auftreten.
Das saß! Es folgte eine ansehnliche zweite Hälfte. Bayern siegte 2:1, aber beinahe hätte Dortmund den Pokal-Hit noch gedreht.

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Ansprache Marke "Kloppo"

Solche Ansprachen hatte es in der Dortmund-Kabine zuletzt unter Jürgen Klopp gegeben. Der Liverpool-Coach genießt nach wie vor Heldenstatus beim Ruhrpott-Klub – nicht nur wegen den Erfolgen, auch weil Klopp ein Typ war und die Sprache der Fans sprach.
Jetzt ist Stöger ein Monat Trainer in Dortmund und deutsche Medien orten mehr Parallelen zwischen Stöger und Klopp als den ähnlichen Look mit BVB-Kappe, Brille und Trainingsanzug.
Stöger ist locker, er geht offen auf die Leute zu – und er kehrte auch zum Spielsystem von Jürgen Klopp zurück.

System wie unter Klopp

Klopps 4-2-3-1 war das Erfolgssystem beim BVB. Damit feierte Dortmund zwei Meistertitel, einen Pokalsieg und erreichte das Champions-League-Finale. Nachfolger Thomas Tuchel setzte auf ein 3-4-2-1-System mit mehr Ballbesitz. Peter Bosz war ein Verfechter des 4-3-3 mit extremer Offensive – und scheiterte daran.

Kapitän Schmelzer: "Da ähneln sich Stöger und Klopp"

Stöger wandte sich vom hohen Attackieren ab, er brachte die Sicherheit zurück. So wie in der Ära Klopp.
Die Spieler bestätigen das: "Wir reden viel übers Verteidigen und darüber, nicht mehr so hoch anzugreifen. Ähnlich wie unter Jürgen Klopp: hinten gut stehen und schnell umschalten", verrät Lukas Piszczek.
"Jeder Mannschaftsteil und jeder einzelne Spieler soll wissen, welche Aufgaben er in der Defensive und wie er zu verteidigen hat. Da ähneln sich Jürgen Klopp und Peter Stöger", stellt Kapitän Marcel Schmelzer klar.

Stöger: "Wir arbeiten beide gerne mit Menschen"

Stöger will sich nicht mit Klopp vergleichen: "Jürgen hat hier sieben Jahre lang erfolgreich gearbeitet. Ich bin erst vier Wochen da". Eine Parallele sieht er schon: "Ich glaube, dass wir beide gerne mit Menschen zusammenarbeiten. Und das sieht man uns beiden an."
Am Sonntag wird es ernst: Dortmund gastiert in Wolfsburg.


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(Heute Sport)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 10.01.2018 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten!

    Also ich schätze Stöger sehr, aber ihn jetzt schon mit Klopp zu vergleichen ist eindeutig zu verfrüht! Laßt ihn einmal arbeiten, dann wird sich der Erfolg auch sicher einstellen! Ich wünsche Stöger auf jeden Fall viel Glück dafür und bin mir ziemlich sicher das er es schaffen wird!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Peter am 10.01.2018 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten!

    Also ich schätze Stöger sehr, aber ihn jetzt schon mit Klopp zu vergleichen ist eindeutig zu verfrüht! Laßt ihn einmal arbeiten, dann wird sich der Erfolg auch sicher einstellen! Ich wünsche Stöger auf jeden Fall viel Glück dafür und bin mir ziemlich sicher das er es schaffen wird!

    • walter rupprechter am 10.01.2018 20:47 Report Diesen Beitrag melden

      Stöger auf dem Weg zur CL!

      Werter Peter Stöger! Sie machen alles richtig, starten sie mit dem BVB richtig durch und lassen Sie sich von den "Fachleuten" nicht dreinreden. Viel Erfolg für 2018 Ihnen und Ihrer Mannschaft! Lg aus Tirol

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