Snowboard-Fiasko

12. Februar 2018 06:06; Akt: 12.02.2018 08:09 Print

Gasser über Wind-Farce: "Mädchen hatten Angst"

von Gerald Richter - Der erste Medaillentraum ist geplatzt. Snowboarderin Anna Gasser scheiterte im Slopestyle. Die 26-Jährige hadert mit der Olympia-Jury.

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105 Athleten gehen bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang für Österreich an den Start. "Heute" zeigt die größten Stars und Hoffnungsträger. Snowboard-Queen Anna Gasser. Im Slopestyle und Big Air zweifelsfrei die Beste der Welt. Ski-Star Anna Veith holte in Sotschi Gold im Super-G. Entsprechend locker kann sie in Südkorea an den Start gehen. Vanessa Herzog schaffte heuer im Eisschnelllauf den Durchbruch. Bei der EM holte sie einen kompletten Medaillen-Satz. Im Weltcup feierte sie ihre ersten Siege. Marcel Hirscher ist DAS rot-weiß-rote Aushängeschild bei den Spielen. Seine Erfolge sind bekannt. 16 Weltcup-Rennen hat er seit seiner Knöchelverletzung bestritten. 15 davon beendete er in den Top 5. Snowboarder Andreas Prommegger ist zum vierten Mal bei Winterspielen dabei. Vincent Kriechmayr ist in den Speed-Bewerben trotz Kälte ein heißes Eisen. Alessandro Hämmerle ist im Snowboard Cross eine große Nummer. Genau genommen, die Nummer drei des Winters. Rodel-Ass Wolfgang Kindl (l.) musste sich im Kampf um den Gesamtweltcup nur dem Deutschen Felix Loch geschlagen geben. Langläuferin Teresa Stadlober ist in der Weltspitze angekommen. Die prestigeträchtige Tour de Ski beendete sie als Fünfte. Alexander Payer rechnet sich im Parallel-Riesentorlauf gute Chancen aus. Wilhelm Denifl ist zum dritten Mal bei Olympischen Spielen dabei. Vor allem im Teambewerb der Nordischen Kombinierer ein Hoffnungsträger. Stephanie Brunner fuhr im Olympia-Winter im Riesentorlauf vier Mal unter die ersten Fünf. Allerdings nie aufs Podest. Hannes Reichelt zählt mit seinen 37 Jahren unter den Abfahrern zu den Evergreens. Claudia Riegler feierte vor 23 (!) Jahren ihr Weltcup-Debüt. Die Snowboard-Ikone ist mit 44 Jahren die älteste rot-weiß-rote Olympia-Teilnehmerin. Matthias Mayer. Seit seiner Abfahrts-Goldenen vor vier Jahren hat er seinen Platz in den Sport-Geschichtsbüchern sicher. Skispringer Stefan Kraft fliegt an einem guten Tag der Konkurrenz auf und davon. Lukas Klapfer drückt der nordischen Kombination regelmäßig mit Spitzenplätzen seinen Stempel auf. Biathlon-Duo! Dominik Landertinger (l.) und Simon Eder (r.) haben Edelmetall im Visier. Ihr Kollege Julian Eberhard ebenfalls. Gestatten, Franz. Max Franz. Abfahrer aus Leidenschaft. Die Doppelsitzer-Rodler Peter Penz und Georg Fischler wissen, wo es zu den Medaillen geht. Slalom-Hoffnung Bernadette Schild vertreibt sich die Zeit mit Tischfußball. Nicole Schmidhofer reiste als amtierende Super-G-Weltmeisterin nach Korea. Comeback-Kid Daniela Iraschko-Stolz musste ein Jahr lang pausieren. Die Skispringerin flog auf Anhieb wieder in die Weltspitze. Gregor Schlierenzauer hat Olympia-Medaillen in allen Farben daheim hängen. Trotzdem wäre eine weitere eine Sensation. Michael Matt macht im Slalom Hirscher und Co. Konkurrenz. Vor vier Jahren gewann sein Bruder Mario Olympia-Gold. Ein gutes Omen? Cornelia Hütter will in Südkorea ihrem Spitznamen Vollgas Conny alle Ehre machen. Das Steirer-Girl reist mit einem Saisonsieg (Abfahrt) und einem Super-G-Stockerl an. Schneller Manuel Feller. Kommt er fehlerfrei ins Ziel, ist bei ihm in den technischen Ski-Disziplinen auch Gold drin. Benjamin Karl erholte sich pünktlich vor den Spielen in Rekordzeit von einer Knöchelverletzung. Wie, bleibt vorerst sein Geheimnis. Snowboard-Queen Julia Dujmovits eroberte in Sotschi Gold. Fix: Sie bestreitet ihre letzten Spiele. Vielleicht sogar ihre letzte Saison. Stephanie Venier ist amtierende Vize-Weltmeisterin in der Abfahrt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Snowboarderin Anna Gasser muss weiter auf eine Olympia-Medaille warten. Im Slopestyle kam die 26-Jährige nach Stürzen in beiden Läufen über Platz 15 nicht hinaus. Gold ging an die US-Amerikanerin Jamie Anderson vor der Kanadierin Laurie Blouain und Enni Rukajärvi aus Finnland. Am Ende war niemand wirklich glücklich mit dem Event, denn der Wind machte den Bewerb zu einem Fiasko.

Wind-Farce

"Das war nicht schön", ärgerte sich Gasser über die Wettkampf-Jury, die den Bewerb um jeden Preis durchboxen wollte. 75 Minuten wurde gewartet, ob der Wind im Phoenix Snow Park nachlassen würde. Keine Besserung – trotzdem keine Verschiebung. Auf die Gesundheit der Athleten wurde keine Rücksicht genommen. "Man hat richtig gesehen, dass die Mädchen Angst hatten. Ich auch, muss ich gestehen", schüttelt Gasser über die Entscheidung den Kopf. "Schon in der Früh war der Wind extrem. Bei meinen Runs musste ich raten, woher der Wind kommt. Es ist traurig, dass wir nicht unser Bestes zeigen konnten. Ich bin nicht auf mich selbst böse, ich bin nur böse und enttäuscht, dass es unter den Verhältnissen durchgeführt wurde."

Chance Big Air

Der Olympia-Medaillentraum ist für Gasser allerdings noch nicht ausgeträumt. Im Big-Air-Bewerb kann sie sich noch Edelmetall abholen. Das Damen-Finale ist für den 23. Februar angesetzt. "Ich bin froh, dass ich gesund bin – und voll motiviert für meine nächste Chance", meint die Siegerin der X-Games.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H.LANGER am 12.02.2018 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    In Korea könnte bis heute kein sportliches Wintergroßevent ohne große Wetterprobleme abgehalten werden. Warum vergibt man dann solche immer wieder dorthin?

  • wolf198 am 12.02.2018 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit!

    Egal ob für Gasser oder anderen Mädchen, was hier abgegangen ist, ist ein reiner Skandal! Warum schreitet hier kein Offizieller ein. Fahren die nur mit um sich bei freier Kost und Quartier schöne Tage zu machen. Alles auf Kosten der Sportler, egal welcher Nation!

  • Andy am 12.02.2018 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Das soll ein Nachspiel haben ....

    Wieso haben die Trainer keine Eier, die armen Mädels. Olympia soll fair verlaufen menschlich und auch die Bedienungen sollen gleich für alle sein. Die Mädels einschüchtern dann gibt es keinen Bewerb mehr ist einfach eine Frechheit. Man sieht es geht nicht um faire Bedienungen es geht nur ums Geld und Lobby das ist gegenüber den Alpinschie nicht so populär genau so das Skispringen die Zahlen drauf. Andere Bewerbe werden verschoben. Normal müsste das noch ein Nachspiel haben für Funktionäre genau so für die Trainer und Manager. Sie haben alle Glück das nichts passiert ist.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Calimero am 12.02.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Kochtopf

    Hundefleisch als Delikatesse Hundefleisch gilt in Südkorea als eine echte Delikatesse, pro Jahr sollen rund eine Millionen Hunde verspeist werden. In der Olympia-Stadt Pyeongchang hatte sich der Stadtrat dafür eingesetzt, während den Spielen kein Hundefleisch zu verkaufen. Ohne Erfolg: Nur zwei Restaurants sollen sich daran gehalten haben.

  • Michael am 12.02.2018 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Winter

    Schlechte Verliererin weil sie einen Fehler gemacht hat gibt sie den Wind jetzt schuld die anderen sind genauso gesprungen und haben kaum Fehler gemacht und ja Leute im Winter gibt minus c und starke Winde so ist die Natur überhaupt in korea wenn es die Sportler es nicht mögen sollen sie zuhause bleiben und das geschehen im fernsehen beobachen und jedes land hat das recht wenter spiele aus zu tragen wenn es dort schnee gibt egal wie die wetter Verhältnisse sind es kann nicht immer super Wetter Schnee Sonne und kein Wind geben und das zum glück

  • Anan am 12.02.2018 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wind

    Die ist doch nur böse weil sie keine Medaille geholt hat! Jetzt ist der Wind schuld

  • Calimero am 12.02.2018 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche Drohung

    Entweder wird jetzt gefahren oder es gibt keinen Bewerb ! Na wo gibts denn sowas !

  • Andy am 12.02.2018 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Das soll ein Nachspiel haben ....

    Wieso haben die Trainer keine Eier, die armen Mädels. Olympia soll fair verlaufen menschlich und auch die Bedienungen sollen gleich für alle sein. Die Mädels einschüchtern dann gibt es keinen Bewerb mehr ist einfach eine Frechheit. Man sieht es geht nicht um faire Bedienungen es geht nur ums Geld und Lobby das ist gegenüber den Alpinschie nicht so populär genau so das Skispringen die Zahlen drauf. Andere Bewerbe werden verschoben. Normal müsste das noch ein Nachspiel haben für Funktionäre genau so für die Trainer und Manager. Sie haben alle Glück das nichts passiert ist.