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04.07.2012

Nun wartet Djokovic

William und Kate feierten Sieg von Roger Federer

Am Platz zeigte Federer großes Tennis, im Publikum gab es royalen Applaus

Am Platz zeigte Federer großes Tennis, im Publikum gab es royalen Applaus (© Dylan Martinez / Reuters)

Das Traum-Halbfinale zwischen dem Titelverteidiger und dem 16-fachen Major-Sieger ist perfekt. Novak Djokovic und Roger Federer entledigten sich am Mittwoch in völlig ungefährdeter Manier ihrer Viertelfinal-Gegner bei den All England Tennis-Championships in Wimbledon.

Der topgesetzte Serbe ließ sich von Überraschungsmann Florian Mayer aus Deutschland beim 6:4,6:1,6:4 nie in Bedrängnis bringen, der Schweizer glänzte gegen den Russen Michail Juschnij königlich beim 6:1,6:2,6:2. Da sorgte auf dem Center Court die prominente Zuschauer-Schar schon für mehr Aufsehen. Vor den Augen des britischen Prinzen William und dessen Frau Kate sowie den ebenfalls in der Royal Box in der gleichen Reihe sitzenden Sportlegenden Andre Agassi und Steffi Graf verzückte Federer mit Perfektion.

Federer war im Anschluss an seinen leichten Arbeitstag auch angetan. "Ich habe es wirklich gerne, wenn Legenden vorbeikommen, um sich das heutige Tennis anzusehen. Und es ist auch inspirierend, wenn jemand aus der königlichen Familie zuschaut, glaubt es oder glaubt es nicht", versicherte Federer, der freilich auch eine Werbewirkung für den Sport darin sieht. "Es ist toll für Wimbledon, den Sport und die Spieler. Die Royal box ist immer besetzt und sie sind nicht nur einfach hier, um Champagner und Tee zu trinken, sie kommen wirklich für das Tennis."

Federer mit William und Kate
Federer hatte im Anschluss auch eine kleine Unterhaltung mit Kate und William. "Kate habe ich zum ersten Mal getroffen, William habe ich schon in Australien getroffen. Sie waren sehr nett und freundlich, ich war froh, sie getroffen zu haben", sagte der Gentleman des modernen Tennis. Auf dem Platz hatte er zuvor bereits sein 32. Major-Halbfinale fixiert, womit er nun auch in dieser Wertung alleiniger Rekordhalter ist.

Nun kommt es im 27. Aufeinandertreffen zum großen Showdown mit Djokovic. Kurioserweise zum ersten Mal auf Rasen. Für den Serben muss ein Sieg über Federer nicht nur wegen der angestrebten Titelverteidigung her: Der olympische Fahnenträger Serbiens bei den Spielen in London bleibt nur Nummer 1 der Welt, wenn er das Finale erreicht. Sollte Federer gewinnen und danach auch den siebenten Wimbledon-Triumph schaffen, kehrt er erstmals seit Mai 2010 noch einmal auf den Tennis-Thron zurück. Das würde der königlichen Familie wohl durchaus auch gefallen.

Psychologischer Vorteil
Djokovic hat aber den psychologischen Vorteil, sechs der vergangenen sieben Aufeinandertreffen mit Federer gewonnen zu haben. "Wir haben noch nie auf Gras gegeneinander gespielt, es wird interessant, was passiert", sagte Djokovic. Aber er erwartet wieder ein enges Match, zweimal in Folge habe er Matchbälle gegen Federer abgewehrt und noch gewonnen.

Ebenfalls in die Runde der letzten vier eingezogen ist Wien-Sieger Jo-Wilfried Tsonga. Zum zweiten Mal in Folge in Wimbledon übrigens: Im Vorjahr hatte er Federer im Viertelfinale dessen ersten Niederlage trotz einer 2:0-Satzführung des Schweizers zugefügt. Mit dem zweiten deutschen Viertelfinalisten Philipp Kohlschreiber hatte er einige Mühe, am Ende setzte sich der Franzose aber mit 7:6,4:6,7:6,6:2 durch. Sein Gegner wurde zwischen Englands Hoffnung Andy Murray und David Ferrer ermittelt.

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