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12.07.2012
Olympische Spiele in London
Chaos vor Olympia: Zu wenig Wachleute
In London ist vor allem das Militär für die Sicherheit zuständig (© Luke MacGregor / Reuters)
Großbritanniens Regierung plagt kurz vor dem Olympischen Spielen offenbar das schlechte Gewissen. Da es Sicherheitsbedenken gibt, werden nun zusätzliche 3500 Soldaten abgestellt. Grund für die Nacht-und-Nebel-Aktion: Das Sicherheitskonzept der Organisatoren geht nicht auf. Die zuständige Sicherheitsfirma G4S sollte 13.700 Sicherheitsleute bereitstellen. Doch zwei Wochen vor den Spielen werden noch Mitarbeiter aufgenommen und eingeschult.
Der Sicherheitsaufwand in London ist enorm. 34 Austragungsort in London und anderen Landesteilen müssen bewacht werden. "Es sind Bedenken entstanden, ob die Firma G4S die nötigen Wachleute für alle Sportstätten rechtzeitig liefern kann. Zusammen mit den Olympia-Organisatoren haben wir entschieden, es sei sicherer, mehr Soldaten einzusetzen", so Innenministerin Teresa May.
Mit den zusätzlichen 3500 Mann kommen insgesamt 17.000 Soldaten zum Einsatz. Londoner fühlen sich in diesen Tagen mehr und mehr in einer Militär-Zone. May spricht von der größten und schwierigsten Sicherheitsoperation seit dem Zweiten Weltkrieg. Umso erstaunlicher ist es, dass die Regierung scheinbar im letzten Moment auf die Probleme der beauftragten Sicherheitsfirma reagiert hat.
Angst vor dem "Einsamen Wolf"
Ein Attentat nach dem Vorbild des norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik ist nach Auffassung des britischen Geheimdienstes die größte Bedrohung für die Olympischen Spiele 2012. "Der Hund, den Du nicht siehst, könnte der sein, der Dich beißt", sagte Jonathan Evans, Generaldirektor des Inlandsgeheimdienstes MI5 am Donnerstag. Die Spiele seien kein leichtes Ziel für Terroristen, sagte Evans. "Aber es gibt nicht so etwas wie eine Sicherheitsgarantie." Eine konkrete terroristische Bedrohung für die Spiele in London besteht jedoch nicht.
Sogenannte "Einsame Wölfe", Terroristen die nicht als Teil eines militanten Netzwerkes operierten, seinen eine besondere Bedrohung. Sie seien für die Geheimdienste schwer zu fassen, sagte Will Hartley, Chef des Terrorforschungszentrum Jane's. "Einsame Wölfe" seien vor allem hinsichtlich ihrer Motive unberechenbar. In Großbritannien seien islamistisch geprägte Motive jedoch am wahrscheinlichsten.
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