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28.07.2012

Nach Aufholjagd

Wiesberger sensationell Erster bei Austrian Open

Ein Küsschen für den Golfball: Bernd Wiesberger gewann die Lyoness Open 2012

Ein Küsschen für den Golfball: Bernd Wiesberger gewann die Lyoness Open 2012 (© ANDREAS PESSENLEHNER (APA))

Bernd Wiesberger hat als zweiter Österreicher nach Markus Brier die Österreichischen Golf Open gewonnen.

Der als Dritter in die Schlussrunde gegangene Burgenländer setzte sich am Samstag bei den mit 1 Million Euro dotierten Lyoness Open in Atzenbrugg nach einer sensationellen Aufholjagd mit einem Gesamtscore von 269 (19 Schläge unter Par) noch souverän mit drei Schlägen Vorsprung auf das Duo Thomas Levet (FRA) und Shane Lowry (IRL) durch und holte gleichzeitig seinen zweiten Sieg auf der Europa-Tour.

Erst vor drei Monaten hatte der 26-jährige Burgenländer in Südkorea mit der Ballantines Championship seinen ersten Tour-Sieg gefeiert und dabei gleich ein ganz großes Event gewonnen. Dieser "Durchbruchsieg" hat das sportliche Leben von Österreichs bestem Golfer völlig verändert und auch die Tür in die USA geöffnet.

Jahresverdienst nach oben geschraubt
Nach einigen eher schwächeren Ergebnisse war er aber dennoch nicht als Favorit zum großen Heimturnier nach Niederösterreich gekommen. Umso beeindruckender war, wie der Oberwarter am Ende triumphierte und dank des Siegerschecks von 166.660 Euro seinen Jahresverdienst auf 654.984 Euro schraubte. Als erster Österreicher hat Wiesberger damit zwei PGA-Turniere in einem Jahr gewonnen.

Während "Altmeister" Brier, zuletzt 2006 im Fontana GC heimischer Open-Sieger, wie so viele andere Österreicher 2012 schon am Cut scheiterte, war Wiesberger nach konstanten Spitzenrunden als Dritter in die Schlussrunde des Turniers im Diamond Country Club gegangen, das heuer wegen Olympia schon von Mittwoch bis Samstag gespielt wurde. Bei drückender Hitze gab der Burgenländer von Beginn an Gas, machte ständig Druck auf die vor ihm liegenden Spieler und erlaubte sich bei gleich acht Birdies selbst nur einen einzigen Schlagverlust.

Den Leader völlig entnervt
Sechs Schlaggewinne gelangen dem sensationell spielenden Österreicher alleine auf seinen letzten neun Löchern. Damit entnervte er auch den bis fast zum Schluss fehlerlos spielenden Leader Thorbjörn Olesen aus Dänemark, der auf den letzten Löchern völlig einbrach und am Ende nur Fünfter wurde.

Nach einem Birdie auf der 15. Bahn stand erstmals die eins für Wiesberger auf dem Scoreboard. Währen Olesen da erstmals patzte, ging der Österreicher schlaggleich mit Levet auf die letzten drei Löcher. Schon auf der 16 sicherte er sich mit einem weiteren "Vogerl" die alleinige Führung, weil Levets langer Birdieputt sein Ziel um Millimeter verfehlte.

Das Glück des Tüchtigen
Ab da kam Wiesberger auch noch das Glück des Tüchtigen zu Hilfe, als auf der 17 ein verzogener Drive von einem Baum zurück auf das Fairway sprang. Nach einem sicheren Par ging der Österreicher bereits mit zwei Schlägen Vorsprung zum letzten Abschlag. Den verzog er zwar, aus dem Semirough meisterte er aber auch den letzten Nerventest mit einem Grünschuss souverän und lochte anschließend zum Jubel der gut 5.000 Zuschauer (12.000 kamen insgesamt) aus gut sechs Metern auch den letzten Putt zum Birdie.

Das löste sogar bei Wiesberger fassungsloses Kopfschütteln und einen dankbaren Blick zum Himmel aus. Denn dieser Sieg hat ihn nicht nur im Race to Dubai weit nach vorne katapultiert, sondern wohl nun auch fix zu seinem ersten Major, der PGA-Championship, gebracht. Schon kommende Woche teet Wiesberger beim WGC-Event in Akron/Ohio erstmals auf der US-Tour auf.

Freundin Claudia freute sich mit
Schon bevor der letzte Flight fertig war, fiel Wiesberger seiner Freundin Claudia und allen anderen Familienmitgliedern in die Arme. "Fantastisch. Der erste Sieg in Korea war schon schön. Aber diesen Sieg vor Heimpublikum kann wohl nur noch ein Major toppen", zeigte sich Wiesberger bei der Siegerehrung emotional. "Ich bin sehr stolz, dass ich als zweiter Österreicher die heimischen Open gewinnen konnte", sagte der Burgenländer, als er die mit 2.000 Diamanten gespickte "Diamond Trophy" übernahm

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