Alko-Verbot fällt

22. Dezember 2017 10:35; Akt: 22.12.2017 10:38 Print

Doping-Jäger erlauben Sportlern jetzt das Saufen

Rechtzeitig vor Silvester haben Profisportler die Lizenz zum Bechern zurück. Alkohol steht bald nicht mehr auf der Doping-Liste.

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Wer dopt, und warum? Die Ausreden reichten von kurios bis absurd. "Heute" hat eine Auswahl der besten Begründungen. Der aktuelle Spring-Weltmeister wurde bereits einmal mit einem erhöhten Testosteronwert getestet. Er meinte: "Ein Betreuer hat mich mit einer Salbe eingerieben. Er hatte vorher Ärger mit mir und wollte mir Probleme machen." "Der Asthma-Inhalator meiner Mama ist explodiert. Vor Schreck hab ich 'huch' gesagt und wohl versehentlich etwas inhaliert", gestand die deutsche Mountainbikerin 2007. "Ich habe nach einem Einbruch zu viel Whiskey getrunken", ist die Sauf-Ausrede des ehemaligen Tour-Siegers. Dem Rad-Profi wurde auf der Tour nach einem Sturz Fremdblut-Doping durch eine Bluttransfusion nachgewiesen. "Die Sturzverletzungen haben die Blutembolie ausgelöst", glaubt er. "Mit ist das Krebsmittel meiner Mutter in das Essen gefallen", erklärt der Tennis-Profi. Sie wurde zwei Monate gesperrt. Tyler Hamilton: Für Blutdoping hatte der Radprofi eine schlüssige Erklärung: "Ich bin ein Mischwesen, die fremden Zellen in meinem Körper werden von den Stammzellen meines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert." Der Rumänien-Kicker griff zu Kokain - mit gutem Grund: "Ich hatte den Wunsch, meine sexuellen Leistungen zu verbessern." Später wurde er ein weiteres Mal des Dopings überführt: "Das liegt an einem Abführmittel. Ich wusste nicht, dass es verbotene Substanzen enthält." "Jemand hat mir die Substanz in die Zahnpasta gemischt", erklärte der deutsche Leichtathlet, nachdem er 1999 positiv auf Nandrolon getestet wurde. Norwegens Langlauf-Olympiasiegerin wurde auf das Steroid Clostebol getestet. Nach Angeben des Verbands war eine Sonnencreme schuld, die von der siebenfachen Weltmeisterin zur Behandlung eines Sonnenbrandes auf der Lippe verwendet wurde. "Ich habe Caramel-Bonbons eingenommen, die ich aus Südamerika mitgenommen habe", erklärte der Rad-Profi den Kokain-Nachweis. (l.): "Meine Schwiegermutter hatte mir einen Tee zur Stärkung der Potenz empfohlen", meinte der Rad-Profi. Der französische Judoka hat nach eigenen Angaben nie gedopt - und trotzdem einen erhöhten Nadrolonwert. "Ich bin Moslem und halte mich strikt an die Regeln, die Drogen als Todsünde ansehen - also auch Doping." Argentiniens Kicker-Ikone und Weltmeister von 1986 wurde 1994 des Dopings mit Ephedrin überführt. "Ich habe nur ein Mittel gegen meine Erkältung genommen." Die Tennis-Ikone aus der Schweiz wurde mit Kokain erwischt und meinte: "Jemand hat es mir in den Fruchtsaft getan." Der Sprinter erklärte seinen erhöhten Nandrolonwert so: "Ich habe nicht gedopt, nur Avocados gegessen." "Irgendwer hat mir in der Disko zwei Pillen angedreht. Keine Ahnung, was da drin war, aber ich habe sie halt in meiner Dummheit geschluckt." Problem für den Ex-Radprofi: es waren Amphetamine!

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Alkohol ist für Profisportler kein Verbrechen mehr. Die Welt-Anti-Doping-Agentur streicht ab 1. Jänner 2018 die Substanz von der Verbotsliste. Bisher durften Athleten 0,1 Promille nicht überschreiten. In vielen Sportarten wurde das Verbot schon früher gelockert.

Im Motorsport und in Sportarten wie Bogenschießen, wo Konzentration eine große Rolle spielt, galt Alkohol wegen seiner beruhigen Wirkung aber als Doping.

Die Bild fragte bei der WADA nach, was es mit der Neuerung auf sich habe: "Die Entscheidung, Alkohol von der Verbotsliste zu streichen und Tests sowie Sanktionen in die Hände der vier zuständigen internationalen Verbände zu legen, ist nachvollziehbar. Die internationalen Verbände kennen die Gefahren und Sicherheitsrisiken, die Alkohol in ihren Sportarten verursacht, am besten. Für diesen speziellen Sachverhalt ist die Regelung durch einzelne Verbände sinnvoll, ohne die generelle Bedeutung der Verbotsliste für die Festlegung von Dopingsubstanzen zu beeinträchtigen."

Das Blatt berichtet außerdem, dass im deutschen Fußball grundsätzlich keine Regelung gegen Alkohol vor Bewerbsspielen spreche. Schiedsrichter dürften aber offensichtlich angetrunken Spieler vor dem Spiel ausschließen, wenn sie eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellen könnten.


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(Heute Sport)

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