US-Open-Aus

08. September 2018 07:24; Akt: 08.09.2018 07:33 Print

Nadal muss nach Marathon gegen Thiem aufgeben

Rafael Nadal muss im US-Open-Halbfinale nach dem 5-Stunden-Krimi gegen Dominic Thiem wegen Kniebeschwerden aufgeben.

Bildstrecke im Grossformat »
Wir blicken in unserer großen Diashow auf die Karriere von Dominic Thiem - Klicken Sie sich durch! Dominic Thiem wurde am 3. September 1993 in Wiener Neustadt geboren. Bild: 2006 beim Generali Bambini Cup Er wuchs in Lichtenwörth auf, einer kleinen Gemeinde 50 Kilometer südlich von Wien. Bild: 2010 Austrian Open in Kitzbühel. Im Alter von sechs Jahren begann Thiem mit dem Tennisspielen. Schon in der Volksschule trainierte er täglich mehrere Stunden. Seine späteren Erfolge sind kein Zufallsprodukt. Bild: 2010 Australian Open Junioren Eine hartnäckige Darmerkrankung hätte Thiem fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. Später brach er die Schule ab, um sich ganz auf den Sport konzentrieren zu können. Bild: 2010 Bank Austria Tennis Trophy 2011 gelang ihm der Finaleinzug beim Juniorenwettbewerb der French Open. Das Endspiel verlor er gegen den US-Amerikaner Björn Fratangelo. 2011 schlug der 18-jährige Thiem in Wien Tennis-Legende Thomas Muster in dessen Abschiedsmatch. In der zweiten Runde unterlag er dem Belgier Steve Darcis. In seinem ersten Profijahr 2012 gewann Thiem ITF-Future-Turniere in Tschechien und Marokko. Autogrammjäger hatten Thiem damals schon auf dem Radar. Thiem ist nicht nur im Tennis begabt. An ihm ist ein Fußball-Talent verloren gegangen. Thiem hat auch einen Lieblingsklub. Sein Herz schlägt für den FC Chelsea. Auf diesem Bild ist er 2013 im Pulli mit dem Chelsea-Logo zu sehen. Probleme mit den Weisheitszähnen vermiesten Thiem den Start ins Jahr 2013. Er verpasste das Davis-Cup-Match gegen Kasachstan. Erst im März feierte er sein Comeback und siegte beim Future-Turnier in Kroatien. Thiem besiegte in Kitzbühel Jürgen Melzer und erreichte das Viertelfinale. Dort war gegen Albert Montañés Endstation. Anschließend feierte er seinen ITF-Turniersieg in Este und der Finaleinzug beim Challenger-Turnier in Como. Erstmals gelang ihm der Sprung unter die Top 200 der Welt. Sein Trainer Günter Bresnik war dabei immer an der Seite des Youngsters. 2014 gelang der Durchbruch. Als Qualifikant erreichte Thiem bei den Australian Open die zweite Runde, landete kurz danach in den Top 100. Anschließend folgte in Kitz das erste Finale bei einem ATP-Turnier und bei den US Open das Achtelfinale. In Nizza gewann Thiem 2015 seinen ersten Titel auf der Tour. In Umag ließ er im Juli gleich den zweiten folgen. Ein neuer Look musste her. Der blonde Thiem kletterte die ATP-Weltrangliste empor. 2016 besiegte er in Buenos Aires Rafael Nadal, stieg in die Top 15 der Welt auf. Gegen den Deutschen Alexander Zverev verteidigte er 2016 in Nizza seinen Titel. Ein Duell, das Thiem wohl noch lange begleiten wird. Die beiden gelten als die größten Talente ihrer Generation. Die blonden Haare waren da schon wieder Geschichte. Im Zebra-Outfit stürmte Thiem 2016 ins Halbfinale der French Open, verpasste gegen Novak Djokovic den Finaleinzug. Thiem stieg zur Nummer 7 der Welt auf. Gleich danach besiegte er im Stuttgart-Halbfinale Tennis-Legende Roger Federer, schlug im Finale Philipp Kohlschreiber und gewann als erster Österreicher einen Titel auf Rasen. 2016 erreichte Thiem zum ersten Mal die World Tour Finals. Er schlug Monfils, verlor gegen Djokovic und Raonic. 2017 sicherte sich Thiem in Rio de Janeiro seinen achten Titel. In Paris und Rom erreichte er jeweils das Halbfinale, in Madrid und Barcelona das Finale - beide Male schlug ihn ein Nadal in Überform. Trotz eines Durchhängers gegen Saisonende rückte Thiem auf Rang vier der ATP-Weltrangliste vor und qualifizierte sich souverän für das ATP-Saisonfinale. Im November kam heraus, dass Thiem mit Tennis-Kollegin Kristina Mladenovic zusammen ist. Beflügelt von der Liebe startete Thiem stark ins Jahr 2018. In Buenos Aires holte er im Februar den ersten Turniersieg. Auch in Lyon schnappte sich Thiem den Titel. Beide Male triumphierte er auf seinem Lieblingsbelag Sand. In Madrid scheiterte Thiem erst im Finale an Alex Zverev. Dann die French Open. Thiem kämpfte sich bis ins Finale des Grand-Slam-Turniers durch. Da war aber Endstation gegen Rafael Nadal. Bei den US Open stand Thiem als erster Österreicher im Viertelfinale. Dann wieder das Aus gegen Nadal, aber der Österreicher gab sich erst nach einem spannenden Fünfsatz-Krimi über 4:49 Stunden geschlagen. "Mein erstes episches Match", meinte er nach der Partie.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach zwei Sätzen mag Rafael Nadal die Schmerzen nicht mehr ertragen. Der Spanier geht im US- Open-Halbfinale beim Stand von 6:7, 2:6 zu Juan Martin Del Potro und erklärt ihm, er könne nicht mehr weiterspielen. Er hasse es aufzugeben, sagt der Spanier kurz darauf, "doch es war schon vorher kein Tennismatch mehr. Auf der einen Seite spielte einer, auf der anderen Seite stand einer herum."

Nicht zum ersten Mal ist es eine Sehnenentzündung im rechten Knie, welche Nadal zu schaffen macht. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sei es ein fantastisches Jahr gewesen, erzählt er. "Ich habe nur viermal verloren, allerdings zweimal an Grand-Slam-Turnieren durch Aufgabe als ich nahe daran war, um den Titel kämpfen zu können. Das ist frustrierend." Am Australien Open musste er im fünften Satz des Viertelfinales gegen Marin Cilic wegen einer Adduktorenverletzung die Übung abbrechen. Als er auf die Auszeiten von Roger Federer und Novak Djokovic angesprochen und gefragt wird, ob Verletzungen zum modernen Tennis gehörten, antwortet er: "Sorry, aber es ist nicht fair, mich mit ihnen zu vergleichen. Novak hatte ein Problem letztes Jahr, Roger hatte zweimal etwas, aber mit 37 ist es nicht dasselbe. Sie können nachschauen, wie viele Grand-Slam-Turniere ich in meiner Karriere verpasst habe."

Das Marathon-Match im Viertelfinale machte es Nadal nicht einfacher. Der Spanier setzte sich gegen Dominic Thiem erst im Tie-Break des fünften Satzes durch, musste fast fünf Stunden zittern und alles geben. Sein Körper musste der heroischen Schlacht gegen den Österreicher Tribut zollen.

Federer hat noch nie aufgegeben

Es war das 10. Mal in seiner Laufbahn, dass Nadal eine Partie nicht beendete, das 3. Mal an einem Major. Zudem trat er 4-mal nicht zu einem Match an, einmal (2016 am French Open) passierte ihm dies auf höchster Stufe. 8-mal konnte Nadal zudem seit 2003 an einem Grand-Slam-Event nicht teilnehmen.

Djokovic hat in seiner Karriere 13-mal aufgegeben, 5-mal davon an einem Major. Das US Open 2017 ist das einzige Grand-Slam-Turnier, das er bisher hat auslassen müssen. Nur einmal erklärte er vor einem Match Forfait.

Federer hat derweil als Profi 1424 Partien bestritten und kein einziges Mal aufgegeben. Dreimal konnte er zu einem Match nicht antreten. Am bittersten war es, als er 2014 wegen eines blockierten Rückens an den World Tour Finales in London nicht am Endspiel gegen Djokovic teilnehmen konnte. Grand-Slam-Turniere hat der Schweizer seit 1999 vier verpasst, das French Open 2017 und 2018 jeweils freiwillig.

Übrigens: Del Potro, der Profiteur von Nadals Kniebeschwerden, weiß selber am besten, wie man sich als Verletzter fühlt. Der Argentinier hat vier Handgelenksoperationen hinter sich und deswegen zwischen Frühling 2010 und Frühling 2017 14 der 28 Majors verpasst.


Das könnte Sie auch interessieren:

(Heute Sport)

Themen

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SockenRambo am 08.09.2018 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    Na super ... hätte er doch nur gegen Thiem verloren...

Die neuesten Leser-Kommentare

  • SockenRambo am 08.09.2018 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    Na super ... hätte er doch nur gegen Thiem verloren...