Harte Kritik Wintersport

Ted Ligety legt sich mit dem Skiverband an

Ted Ligety legt sich mit dem Skiverband an

Ted Ligety fand für den Skiverband harte Worte (© Dominic Ebenbichler / Reuters)

Ted Ligety
Ted Ligety fand für den Skiverband harte Worte
Leistungsmäßig blieb der US-Amerikaner Ted Ligety am Sonntag in Alta Badia hinter den Erwartungen zurück und fuhr im Riesentorlauf nach Halbzeitführung auf Platz 4. Dafür ließ er mit Kritik am Skiverbend FIS aufhorchen.

"Die FIS ist stur, beherrschend und ahnungslos. Die Entscheidungsträger machen unseren Sport nicht besser, sie trocknen ihn langsam aus, indem sie erstickende Regeln kreieren und ein Monopol auf den Skirennsport haben", fand Ligety auf seiner Website klare Worte. Ligetys Ärger über die bevorstehenden Materialänderungen ab der Saison 2012/13 ist bekannt. Die neuen Regeln mit einem erhöhten Kurvenradius und schmäleren Skiern stoßen (nicht nur) dem US-Boy übel auf.

Aktuell richtet sich seine Kritik allerdings gegen die Langeweile im Skisport. Denn Ligety wird am 23. Dezember beim zweiten "Alpinen Rockfest" in Paganella/Italien teilnehmen. Dort geht es für die geladenen Gäste (unter anderen auch Philipp Schörghofer) in einem K.O.-Format um die Siegprämie von 60.000 Euro (!), im Rahmenprogramm sorgen zahlreiche Musik-Acts für Abwechslung und Party-Atmosphäre.

"Eintönigkeit der FIS"
"Ich freue mich riesig auf dieses Rennen, es ist das beste. Es hat ein großartiges Format, vor allem für die Zuschauer. Es tut gut, solche Rennen außerhalb der Eintönigkeit der FIS zu haben", meinte Ligety, der das aktuelle Rennformat der FIS als "armselig" bezeichnete.

"Ich keine keinen anderen Sport mit einer dreieinhalbstündigen Halbzeitpause und in dem die Fans ihren Liebling nur maximal vier Minuten sehen können. Ich kann mir kein Basketball-Spiel vorstellen, in dem Lebron James für eine Minute und dann nach einer dreieinhalbstündigen Pause wieder für eine Minute spielt. Das macht keinen Sinn fürs Fernsehen und die Fans, aber im Weltcup ist es so", so Ligety.

Einige Vorschläge
Der Teamkollege von Bode Miller, dem "Lieblingsfeind" der FIS, hat auch Vorschläge für Veränderungen zu bieten. Wenn es unbedingt zwei Durchgänge geben müsse, dann solle der zweite Lauf gleich 15 Minuten nach Ende des ersten gestartet werden. Viel lieber wäre Ligety aber, wenn das Teilnehmerfeld auf maximal 40 Athleten beschränkt werden würde. In Läufen mit einer Länge von 30 bis 40 Sekunden soll das Feld dann nach jedem Durchgang halbiert werden, bis schließlich der Sieger fest steht.

"Außerdem sollte jeder Riesentorlauf und Slalom am Abend gefahren werden", forderte Ligety. "Dadurch müssten sich die Touristen nicht entscheiden, ob sie selbst skifahren oder zum Rennen gehen. Und die Fans hätten eine tolle Abendunterhaltung. Dasselbe gilt für die TV-Zuschauer." Die Speed-Rennen seien derzeit gefährlich, aber trotzdem unspektakulär für die Zuschauer. Das liege auch an den schwachen TV-Bildern, die nicht den Speed und den Schwierigkeitsgrad vermitteln. "Die Zuschauer merken erst, dass es gefährlich ist, wenn einer im Spital landet."

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