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14.05.2012

Österreichs alpine Nummer Eins

Marcel Hirscher im Portrait

SKI WELTCUP FINALE:  HIRSCHER (AUT)

Marcel Hirscher im Portrait (© APA)

Vor etwas mehr als einem Jahr kurierte Marcel Hirscher seinen Anfang Februar im Hinterstoder-Riesentorlauf zugezogenen Kahnbeinbruch im linken Fuß aus. Mitte März jubelte der 23-Jährige Salzburger Skirennläufer nach seinem Riesentorlauf-Sieg in Schladming zuerst über den Gewinn der ersten kleinen Kristallkugel seiner Karriere.

Wenige Stunden später hatte er nach dem Slalom-Verzicht des Schweizers Beat Feuz auch den großen "depperten Glasbecher" (O-Ton Hirscher) für den Gewinn der Weltcup-Gesamtwertung sicher. Der Technikspezialist konzentrierte sich in der Saison 2011/12 auf seine Stärken, für die Zukunft sind aber auch die schnellen Disziplinen ein Thema.

In Kranjska Gora hat der Absolvent der Hotelfachschule Bad Hofgastein vor vier Jahren als Slalom-Dritter seinen ersten Stockerlplatz errungen. Großes Risiko hatte er auf die Piste gelegt und nachher erklärt, dass er sich das von Benjamin Raich abgeschaut habe. "In jungen Jahren war er Vorbild, was die Risikobereitschaft betrifft. Und auch wenn er öfters mal ausgefallen ist, er ist seiner Einstellung treugeblieben", erzählte Hirscher damals. Der Annaberger aus dem Lammertal hat seine Linie bisher ebenfalls konsequent verfolgt. Doch zweimal versuchte er sich in diesem Winter abseits seiner Disziplinen im Super-G, mit Rang drei am Donnerstag in Schladming überraschte er sich selbst und die gesamte Skiwelt.

Seinen ersten Weltcup-Sieg errang Hirscher im Dezember 2009 im Riesentorlauf in Val d'Isere, nach seinem Schladming-Triumph hält er nun bei zwölf Erfolgen (je sechs im Slalom und Riesentorlauf), allein in dieser Saison war er neun Mal erfolgreich. Bei Großereignissen verpasste der dank seiner Mutter Sylvia "halbe Holländer" und zweisprachig aufgewachsene Athlet Medaillen dreimal nur knapp. Bei der WM im Februar 2009 in Val d'Isere kam er im Riesentorlauf auf Platz vier, bei Olympia 2010 in Whistler wurde es im Riesentorlauf ebenfalls der vierte Rang, im Slalom der fünfte. Medaillen hat er aus Junioren-Zeiten zu Hause, drei in Gold, zwei in Silber und eine in Bronze.

Die Welttitelkämpfe 2011 in Garmisch-Partenkirchen verfolgte Hirscher wegen der Fußverletzung von der Couch aus mit und durchlebte eine schwierige Zeit. "Die Zeit danach war aber auch wichtig für mich. Ich dachte zuerst, ich werde zwei, drei Sekunden hinten nachfahren, das war dann Gott sei Dank nicht so. Aber es hat mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet, was das Training betriff. Es braucht nicht so viel Training, sondern nur gutes", sagte Hirscher. Auch sei es spannend gewesen, vor dem Fernseher und in den Zeitungen mitzuverfolgen, welche Botschaft der Skirennsport nach außen trägt. Seine Erkenntnis: "Der Sport ist gar nicht so uninteressant."

Das Ziel für die Saison lautete, wieder an die Weltspitze anzuschließen. Er tat viel mehr als das. Marcel Hirscher wurde zum Superstar der Szene. Selbst die in Kitzbühel von Medien ins Rollen gebrachte belastende Einfädler-Affäre - angeblich passierte er bei seinen Siegen in Zagreb und Adelboden jeweils ein Tor nicht korrekt, was widerlegt wurde - steckte er im Stil eines Routiniers weg und konterte mit dem Erfolg im Nachtslalom von Schladming vor 45.000 Zuschauern. Er nützte die Kraft der Menge zum Heimerfolg, wie er erzählte. Doch spurlos seien die Anschuldigungen an ihm nicht vorübergegangen, meinte er und deutete auf seine Augenringe.

Als Marcel Hirscher als Kind einmal Hermann Maier traf ("Ich dachte mir, das ist ein cooler Typ") konnte er nicht ahnen, dass er eines Tages mit dem Flachauer in einem Atemzug genannt werden wird. Maier wie Hirscher sind Söhne von Skilehrern, die auch im Elternhaus die Unterstützung für ihre Leidenschaft bekommen haben. Ferdinand Hirscher ist Skischulbesitzer aus Annaberg-Lungötz, im Sommer bewirtschaftete er in früheren Jahren die Stuhlalmhütte in 1.465 Metern Seehöhe, als Kind hat Marcel mitgeholfen.

Marcel Hirscher vertraut einem perfekten Umfeld. Freundin Laura ist der private Rückhalt. Im Österreichischen Skiverband ist er Mitglied der Gruppe von Techniktrainer Michael Pircher. Stets an seiner Seite ist Vater Ferdinand Hirscher, der sich in einem Interview mit der APA - Austria Presse Agentur als "Unterstützer und Optimierer" seines Sohnes bezeichnete. "Ich begleite Marcel bei den Weltcup-Rennen, weil ich sein maximales Schwungverhalten am besten kenne. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht vor dem Videorekorder sitze und Marcel sowie auch Konkurrenten analysiere. Gemeinsam mit Servicemann Edi Unterberger teste ich auch das optimale Material für Marcel heraus."

Atomic-Pilot Hirscher hofft, dass er sich menschlich und skifahrerisch immer weiterentwickelt. Aber eines schließt er aus: "Abzuheben." Davon ist auch sein Vater überzeugt. "Marcel ist so ein realistischer und bodenständiger Bursche. Starallüren sind ihm völlig fremd." Nicht fremd ist der Gedanke, eines Tages auch auf den Abfahrten zu Hause zu sein. "Ich würde gerne ein kompletter Skifahrer werden", sagte Hirscher bereits 2008 nach dem ersten Podestplatz. Aktuell übt er sich in Zurückhaltung, doch zeigte er im Super-G auf der Planai, was in ihm steckt.


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