Regeländerung bei Material Wintersport

Marcel Hirscher mit "neuen" Skiern auf Kriegsfuß

Marcel Hirscher mit "neuen" Skiern auf Kriegsfuß

Marcel Hirscher (© APA)

SKI: GESAMTWELTCUPSIEGER HIRSCHER
Marcel Hirscher
Nach der Regeländerung im Materialbereich ist Marcel Hirscher nicht zufrieden. Ab jetzt müssen ja neue und nach Hoffnung des Internationalen Skiverbandes (FIS) auch weitaus sicherere Ski zum Einsatz kommen. Die neuen Rennski sind länger, schmäler und weniger tailliert, das soll bald auch schon für die Slalomcarver gelten.

Der Countdown zum Weltcup-Auftakt auf dem Rettenbachferner in Sölden läuft. In einem Monat geht auf dem Tiroler Gletscher mit einem Riesentorlauf die Jagd auf Weltcup-Titelverteidiger Marcel Hirscher los.

Nach der Regeländerung im Materialbereich ist der 23-jährige Salzburger mit den „neuen“ RTL-Skiern aber noch auf Kriegsfuß: „Im Riesentorlauf ist es eine wirkliche Umstellung.“ Nur mit seinen neuen Slalomskiern und seiner Kopfbedeckung ist Hirscher rundum zufrieden.

Verletzungen als Auslöser
Die Reform gilt zunächst nur für den Speed- und Riesentorlauf-Bereich. Anlass für das von Expertisen begleitete Umdenken waren die vielen schweren - sturzlosen - Knieverletzungen als Folge der wegen starker Taillierung enormen Kurvenkräfte. Begleitet war die Erneuerung von anfänglichen Kommunikationspannen der FIS und sofortiger Kritik von Läufern und Skifirmen.Visuell werden für die Zuschauer die Änderungen kaum bemerkbar sein. Man erwartet mehr Bewegung.

Rückfall befürchtet
Vor allem die Änderungen im Riesentorlauf-Bereich hatten für einen wahren Aufschrei gesorgt. Erst als man Athleten und Firmen intensiver einband und u.a. die Radiusverlängerung zurücknahm, besserte sich die Situation. Experten hatten einen skitechnischen Rückfall um Jahrzehnte befürchtet. Heute weiß man, dass die neuen Skier schon wieder schneller sind als die aktuellen Extrem-Carver. Selbst in offiziellen Abfahrtstrainings wurden mit den neuen Latten bereits Bestzeiten erzielt.

Ligety verstummt
Das gibt mittlerweile selbst Riesentorlauf-Weltmeister Ted Ligety und damit der heftigste Kritiker am neuen Reglement zu. Der US-Amerikaner hatte um seine jahrelange Überlegenheit gefürchtet, nachdem keiner den RTL-Supercarver so beherrscht hatte wie er. Erst kürzlich in Kranjska Gora brachte Ligety die "Riesen-Raketen" nochmals so richtig zum Leuchten, Seine Vorstellung beim Sieg mit 1,61 Sekunden Vorsprung wurde in der Szene als der vielleicht beste Riesentorlauf aller Zeiten bewertet.

Kritik an neuen Skiern
Mittlerweile weiß man auch, dass nicht die Ski alleine ein Sicherheitsproblem darstellen sondern auch Pistenpräparierung und Kurssetzung. Ligetys (österreichischer) Rennleiter Rainer Salzgeber ist nach wie vor überzeugt, dass man mit der Reglementänderung eher von anderen Verletzungsursachen ablenken wollte. Erst kürzlich habe sich ein Testfahrer mit neuen Skiern ebenfalls das Kreuzband gerissen, sagte Salzgeber.

Alte Ski in den Müll
Auch beim Branchen-Dominator Head ist man natürlich um Sicherheit bemüht. "Aber bei einem Sport in Verbindung mit Geschwindigkeit wird es immer Unfälle geben", erklärte Salzgeber. Was ihn am meisten stört: "Wir können jetzt insgesamt an die 2.000 Paar Rennski wegschmeißen." Und das vermeintlich "gefährliche" Material in der Übergangszeit an den Nachwuchs weiterzugeben, sei auch keine gute Lösung.


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