Erschreckender Bericht

07. Dezember 2017 11:02; Akt: 07.12.2017 11:50 Print

Ex-Rennfahrerin von ÖSV-Servicemann vergewaltigt

Eine ehemalige Ski-Rennläuferin und Journalistin packt über Übergriffe österreichischer Trainer und eine Vergewaltigung aus.

Symbolbild. Ein Servicemann eines österreichischen Rennfahrers vergewaltigte eine Ex-Athletin und Journalistin. (Bild: GEPA-pictures.com)

Symbolbild. Ein Servicemann eines österreichischen Rennfahrers vergewaltigte eine Ex-Athletin und Journalistin. (Bild: GEPA-pictures.com)

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Seit sich Ex-ÖSV-Athletin Nicola Werdenigg dazu entschieden hat, über den Missbrauch in ihrer Vergangenheit als Skifahrerin zu sprechen, folgen weitere Sportler ihrem Beispiel. Zuletzt schilderten anonyme Zeitzeugen schlimme Praktiken im Skigymnasium Stams und der Skihauptschule Schladming.

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Nun traut sich die ehemalige Rennläuferin und Journalistin Helen Scott-Smith über ihre Erlebnisse zu sprechen. Die Tochter eines britischen Vaters und einer Schweizer Mutter schloss sich als 15-Jährige dem britischen Skiteam an. Dort wurde sie Zeugin sexuellen Missbrauchs durch österreichische Trainer – das erzählte sie im Standard. Später wurde sie als Freie Journalistin Opfer einer Vergewaltigung. Der Täter: ein österreichischer Servicemann.

Missbrauch österreichischer Trainer

Die Erzählungen Scott-Smiths sind erschütternd. Sie wuchs in Genf auf. In der Schweiz gab es in ihren Jugendjahren keine Übergriffe. Im britischen Team habe sie von Anfang an eine österreichische "Unkultur" beobachtet. Österreichische Trainer waren damals, in den 70ern, schon bei kleineren Nationen im Ausland aktiv. "Nicht alle, aber mehrere" hätten ihre Macht genutzt und "sich die 15- bis 20-jährigen Mädchen aufgeteilt".

Sie selbst sei "stark genug gewesen, nicht um jeden Preis ins Team zu wollen". Das habe ihr den Platz im Olympia-Aufgebot 1976 gekostet. "Andere haben alles dafür getan", deutet sie sexuelle Übergriffe auf die jungen Athletinnen an.

Nach ihrer aktiven Karriere blieb sie dem Sport erhalten. Als Journalistin belieferte sie Medien aus Österreich, Deutschland und der Schweiz mit Beiträgen für Zeitung, Radio und TV. "Ich war oft bei den Serviceleuten, da hat man die besten Hintergrundgeschichten erfahren", verrät Scott-Smith.

ÖSV-Servicemann vergewaltigte

Im März 1993 ereignete sich in diesem Umfeld ein schlimmes Verbrechen. "Als ich 34 Jahre alt war, bin ich vergewaltigt worden. Vom Servicemann eines österreichischen Skifahrers", sagt sie im Standard. Dabei wird nicht näher beschrieben, ob der Täter beim ÖSV angestellt war.

Der Vorfall ereignete sich Denver. Die Journalistin war im selben Hotel wie die Serviceleute untergebracht. "Von den Servicemännern sind etliche in ein Lokal zum Table Dancing gegangen. Kurz nach Mitternacht hat es an meiner Hotelzimmertür geklopft, und ich hab aufgemacht. Er ist über mich hergefallen, es hat nicht länger als zwei oder drei Minuten gedauert."

Der Mut von Werdenigg bewegte sie nun zum Schritt an die Öffentlichkeit. Sie habe schon lange über dieses dunkle Kapitel ihrer Vergangenheit sprechen wollen, wollte aber nicht die erste sein.

Weitere Geschichten zu den Missbrauchsfällen im Skisport

+++ Stams: Ski-Talenten wurde Wachs anal eingeführt +++

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+++ Skihauptschule Neustift: Drei weitere Ex-Sportler berichten von Missbrauch +++

(Heute Sport)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 07.12.2017 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Ganz toll, dass man damit erst nach einem Social Media Hashtag daherkommt. Ich werde nie verstehen, wie andere Leute ticken. Warum hat sie die Vergewaltigung nicht sofort in den USA angezeigt?

  • Spaltpilz am 07.12.2017 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Gefahren überall

    Warum gibt es zu diesem Thema eigentlich keine Männer,denen ähnliches wiederfahren ist!Ich war mit 18 in einer Heilstätte,dort hätte ich eine Massage bekommen sollen...da schloß die Krankenschwester die Türe ab...Zwei Jahre später besuchte ich mal einen Freund,der war nicht zu Hause und da lud mich seine Mutter zum Essen ein...ich naiv erkannte nicht,was die Alleinerzieherin mit mir vor hatte,bis es zu spät war...Im nachhinein muss ich beiden Frauen dankbar sein,da ich zum Zeitpunkt ja keine fixe Freundin hatte...

  • TantePolly am 07.12.2017 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn das so weitergeht.

    werden wir das professionelle Schifahren präventiv verbieten müssen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • TantePolly am 07.12.2017 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn das so weitergeht.

    werden wir das professionelle Schifahren präventiv verbieten müssen.

  • Spaltpilz am 07.12.2017 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Gefahren überall

    Warum gibt es zu diesem Thema eigentlich keine Männer,denen ähnliches wiederfahren ist!Ich war mit 18 in einer Heilstätte,dort hätte ich eine Massage bekommen sollen...da schloß die Krankenschwester die Türe ab...Zwei Jahre später besuchte ich mal einen Freund,der war nicht zu Hause und da lud mich seine Mutter zum Essen ein...ich naiv erkannte nicht,was die Alleinerzieherin mit mir vor hatte,bis es zu spät war...Im nachhinein muss ich beiden Frauen dankbar sein,da ich zum Zeitpunkt ja keine fixe Freundin hatte...

  • Hubert Huber am 07.12.2017 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Erschreckend

    Einfach nur erschreckend - bin sehr gegen die Metoo-Welle, aber diese Geschichte ist sehr glaubwürdig.

  • Max Mustermann am 07.12.2017 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Ganz toll, dass man damit erst nach einem Social Media Hashtag daherkommt. Ich werde nie verstehen, wie andere Leute ticken. Warum hat sie die Vergewaltigung nicht sofort in den USA angezeigt?